Petter Solberg fuhr wie gewohnt Vollgas und geht als Führender in Etappe zwei

Rallye 2011

— 17.06.2011

SS3-6: Solberg baut Führung aus

Petter Solberg drückt der ersten Etappe der Griechenland-Rallye klar seinen Stempel auf und hält nichts von taktischen Spielchen - Latvala fällt weit zurück

Citroen-Privatier Petter Solberg liegt nach der ersten Etappe der Rallye Griechenland mit 51,6 Sekunden Vorsprung auf Weltmeister Sebastien Loeb scheinbar komfortabel in Führung. Am Samstag wird der Norweger, der von taktischem Langsamfahren nichts hält, allerdings als Erster in die anstehenden Prüfungen gehen und so den Straßenfeger spielen müssen.

Ford-Pilot Jari-Matti Latvala, der nach fünf Prüfungen noch der schärfste Verfolger Solbergs war, büßte auf SS6 aufgrund eines defekten Differenzials am Fiesta RS WRC mehr als drei Minuten ein und fiel auf den achten Gesamtrang zurück. Der Rückstand des Finnen auf den Spitzenreiter beträgt bereits knapp vier Minuten. Solberg war allerdings auch nicht hundertprozentig glücklich, da er durch den langsam fahrenden Latvala aufgehalten wurde und so die Bestzeit auf SS6 Loeb überlassen musste.

"Ich fuhr eine ganze Weile hinter ihm her", sagte Solberg im Ziel der Etappe mit Blick auf den dahin schleichenden Fiesta Latvalas. Der Norweger behielt auch gegen Ende der Etappe seine bewährte Vollgastaktik bei und war trotz seines komfortablen Vorsprungs leicht angefressen: "Latvala hätte durchaus früher anhalten können. Dadurch habe ich viel Zeit verloren."

Anders als Solberg nahm Sebastien Ogier auf der letzten Prüfung des Freitags Tempo heraus um so im Gesamtklassement der ersten Etappe noch hinter Loeb und Mikko Hirvonen zurückzufallen und am Samstag entsprechend später auf die Strecke gehen zu können. Die Stobart-Piloten Henning Solberg und Matthew Wilson belegen nach sechs von 18 Prüfungen die Plätze fünf und sechs. Teamkollege Mads Östberg musste nach einem Ausrutscher auf SS4 die Segel streichen und wird am Samstag unter SupeRally-Regularien wieder ins Geschehen eingreifen.

SS3-4: Solberg weiterhin mit reiner Weste

Auf der ersten Prüfung des Nachmittags (SS3) konnte Solberg seine Führung auf Latvala dank seiner dritten Bestzeit der Rallye weiter ausbauen. Unterdessen konnten Loeb und Ogier ihren Rückstand mit den Plätzen zwei und drei auf der dritten Prüfung weiter verkürzen.

Die Prüfung musste nach einem Crash von Citroen-Privatier Peter van Merksteijn Jun. und der anschließenden Ansammlung von Zuschauern auf der Piste kurzfristig unterbrochen werden, wodurch sich der Start von SS4 um fünfzehn Minuten verzögerte. Der Niederländer setzte den DS3 WRC seines eigenen Teams im Verlauf der 18 Kilometer in einen Graben. Co-Pilot Eddy Chevaillier klagte nach dem Aufprall über Rückenschmerzen und wurde vorsorglich ins Krankenhaus nach Lamia gebracht.

Die vierte Prüfung des Tages sah schließlich die vierte Bestzeit für Solberg, der mit seinem DS3 WRC auf dem griechischen Schotter mit Abstand am besten klarkommt und sogar noch Reserven hat, wie er offenbart: "Ich habe noch gar nicht voll attackiert. Ich habe von Beginn an auf die Reifen geachtet und schnell einen guten Rhythmus gefunden. Ich bin sehr zufrieden."

Weltmeister Loeb verlor als Sechster auf SS4 weitere 5,8 Sekunden auf Solberg. Immerhin konnte der Franzose berichten, dass die Probleme, die ihm auf SS2 noch Zeit gekostet hatten, während der Mittagspause behoben werden konnten. Nachdem die Citroen-Mechaniker eine Reihe von Systemchecks am DS3 durchgeführt hatten, wurden keine Unregelmäßigkeiten festgestellt.

Östberg, der nach drei Prüfungen Rang sechs im Zwischenklassement belegte, musste auf SS4 vorzeitig die Segel streichen, als er nach rund sieben der 11,9 Kilometer von der Straße abkam. Teamkollege Wilson, der direkt hinter Östberg auf die Strecke ging, sah den Briten und dessen Beifahrer neben dem angeschlagenen Fiesta stehen und verlor aufgrund des unerwarteten Hindernisses seinerseits einige Sekunden.

SS5-6: Ogier und Loeb schlagen zurück

Die fünfte Wertungsprüfung des Tages wurde von der zweiten Überfahrt der Thiva-Schleife gebildet, auf der Loeb einen weiteren Plattfuß zu verzeichnen hatte und sich einen Rückstand einhandelte, der ihn im Zwischenklassement auf Rang fünf zurückwarf. "In den Kurven war es okay, aber beim Bremsen fuhr ich quasi nur auf der Felge", kommentierte der Weltmeister in Citroen-Diensten.

Derweil gelang es Teamkollege Ogier erstmals im Verlauf der Rallye, Petter Solberg eine Bestzeit abzujagen. Der Citroen-Werkspilot beendete SS5 nach einem Fahrfehler Solbergs kurz vor Schluss 1,4 Sekunden schneller als der Norweger im privaten DS3 WRC. Mit seiner Bestzeit schob sich Ogier in der Gesamtwertung zwischenzeitlich auf Rang drei hinter Solberg und Latvala nach vorn.

SS6 sah nachdem Solberg durch den langsam fahrenden Latvala aufgehalten wurde, schließlich die erste Bestzeit der Rallye für Loeb. Der Franzose konnte sich mit 1,6 Sekunden Vorsprung auf den Norweger auf der Mavrolimni-Prüfung knapp durchsetzen.

In der Gesamtwertung liegt Loeb nach Tag eins als Zweiter 3,7 Sekunden vor Hirvonen. Ogier folgt mit weiteren 1,9 Sekunden Abstand. Hinter den beiden Stobart-Piloten Henning Solberg und Wilson belegt mit Ott Tanak der schnellste Vertreter der SWRC-Piloten einen starken siebten Rang. Kimi Räikkönen liegt nach sukzessivem Zeitverlust im Laufe des Nachmittags und einem Ausrutscher auf SS6 mit über vier Minuten Rückstand auf Spitzenreiter Solberg auf Rang zehn.

Skoda-Pilot Juho Hänninen ist als Gesamtneunter und Zweiter der SWRC-Wertung schärfster Verfolger Tanaks. Hermann Gassner jun. belegt mit 1.15,0 Minuten Rückstand auf Tanak Platz sechs der SWRC-Wertung. Im Gesamtklassement liegt der Skoda-Pilot auf Rang 15. Aufgrund des van-Merksteijn-Unfalls musste SS3 für die SWRC-Fahrzeuge ausfallen.

Gesamtwertung nach 6 von 18 Prüfungen (Top 10):
01. Petter Solberg (Citroen) - 1:39.24,2 Stunden
02. Sebastien Loeb (Citroen) + 51,6 Sekunden
03. Mikko Hirvonen (Ford) + 55,3
04. Sebastien Ogier (Citroen) + 57,2
05. Henning Solberg (Ford) + 1.43,2 Minuten
06. Matthew Wilson (Ford) + 2.27,7
07. Ott Tanak (Ford) + 3.32,4
08. Jari-Matti Latvala (Ford) + 3.55,0
09. Juho Hänninen (Skoda) + 4.01,6
10. Kimi Räikkönen (Citroen) + 4.04,7

Fotoquelle: xpb.cc

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