Nasser Al-Attiyah hat den VW-Vertrag nicht wie ursprünglich geplant unterzeichnet

Rallye 2011

— 29.06.2011

Gehen Al-Attiyah und VW künftig getrennte Wege?

Nasser Al-Attiyah hat das VW-Angebot abgelehnt, plant auch 2012 bei der Dakar an den Start zu gehen und sieht sich nach Alternativen für ein WRC-Cockpit um

Der Auftritt von Nasser Al-Attiyah beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring, bei dem er zusammen mit Carlos Sainz/Giniel de Villiers/Klaus Niedzwiedz am Steuer eines Scirocco in der AT-Klasse gewinnen konnte, war aller Voraussicht nach der letzte Start des Katari für Volkswagen.

Ursprünglich sollte Al-Attiyah anlässlich des 24-Stunden-Rennens einen langfristigen Vertrag als Werksfahrer für das Engagement von VW in der Rallye-Weltmeisterschaft unterzeichnen. Allerdings konnte zwischen dem amtierenden Sieger der Rallye Dakar und Volkswagen-Motorsportdirektor Kris Nissen keine Einigung erzielt werden. Als Grund wird Informationen von 'Autosport' zufolge vermutet, dass die Wolfburger nicht bereit sind, einen Race Touareg für die Dakar 2012 zu stellen - auch nicht in Form eines vom Werk unterstützten Privateinsatzes Al-Attiyahs.

"Mein Sponsor Barwa hat mir klar zu verstehen gegeben, dass er mich bei der Dakar am Start sehen möchte", erklärt Al-Attiyah gegenüber 'Autosport'. "Ich selbst liebe diese Rallye und würde dort sehr gern meinen Titel verteidigen." Als er erfuhr, dass Volkswagen für 2012 keinen Dakar-Start plant, sei er "sehr überrascht und schockiert" gewesen, wie der 40-Jährige betont.

Nachdem der Vertrag mit VW nicht wie geplant zustande gekommen ist, plant Al-Attiyah mit Blick auf die Dakar nun offenbar eine Rückkehr zum X-Raid-Team und damit ins MINI-Lager. "Ich glaube mit diesem Fahrzeug kann ich die Dakar gewinnen", sagt der Katari in Bezug auf den auf dem Countryman basierenden Wagen nachdem er der X-Raid-Zentrale in Trebur-Astheim einen Besuch abgestattet hat.

WRC mit Ford oder Citroen?

Doch damit nicht genug: Seine Pläne, künftig als Werksfahrer in der Rallye-Weltmeisterschaft an den Start zu gehen, hat Al-Attiyah auch nach der VW-Absage nicht zu den Akten gelegt. Vielmehr sieht er sich derzeit nach einem Cockpit bei einem der beiden großen Werksteams Ford oder Citroen um. "Mein WRC-Deal wird für die gesamte Weltmeisterschaft gelten, außer für die Rallye Monte Carlo, da sich diese mit der Rallye Dakar überschneidet", so Al-Attiyah vielsagend.

"Ich weiß derzeit noch nicht, in welchem Auto ich sitzen werde", so der Katari weiter. "Ich verfüge über gute Kontakte zu Malcolm Wilson (Ford-Teamchef; Anm. d. Red.) und mein Manager steht in engem Kontakt mit Citroen." Al-Attiyah bezeichnet die Situation als "gute Lösung", der er so nicht bis zur Saison 2013 warten müsse, um regelmäßig ein WRC-Fahrzeug steuern zu können.

Nachdem er ohne unterschriebenen Vertrag vom Nürburgring zurückkehrte, hätte Al-Attiyah eigener Aussage zufolge "warten und warten können, aber das ging nicht, da ich meine Zeit bei der Rallye Dakar und in der Weltmeisterschaft genießen möchte". Er sei schließlich kein 20-Jähriger mehr, der alle Zeit der Welt hätte. Zudem verweist der auf die enge Verbindung zu seinem persönlichen Sponsor Barwa. "Sie waren über all die Jahre im Mittleren Osten und in der WRC ein fantastischer Partner. Das kann ich nicht aufgeben."

Vor dem Hintergrund des künftigen WRC-Einstiegs von VW war erwartet worden, dass Al-Attiyah die verbleibenden europäischen WM-Läufe der laufenden Saison in einem von VW unterstützten Skoda Fabia S2000 bestreitet. Dieses Fahrzeug wird beim kommenden Lauf in Finnland stattdessen von Nachwuchspiloten gefahren, während Al-Attiyah weiterhin mit einem Ford Fiesta S2000 in der SWRC-Klasse antritt.

Fotoquelle: xpb.cc

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