Der Überrollkäfig verfügt über einen speziellen Seitenaufprallschutz

Rallye 2011

— 01.07.2011

MINI John Cooper Works WRC: Sicherheit hat Priorität

Eine spezielle Seitenaufprallkonstruktion im Überrollkäfig soll den MINI John Cooper Works WRC zum sichersten Rallyeauto der Welt machen

Das MINI-WRC-Team setzt neue Standards: Für sein Debüt in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) hat die Mannschaft in punkto Sicherheit einen wichtigen Schritt nach vorn gemacht und einen bahnbrechenden Überrollkäfig entwickelt. Der Überrollkäfig des MINI John Cooper Works WRC verfügt über eine spezielle Seitenaufprallkonstruktion, von der die Ingenieure von Prodrive glauben, dass sie das Fahrzeug zum sichersten Rallyeauto der Welt macht.

Bei einem Unfall, sei es im Straßenverkehr oder bei einer Rallyeprüfung, ist der Seitenaufprall der gefährlichste. Denn in einem solchen Fall ist die Entfernung der Passagiere zum Punkt des Aufpralls am geringsten. Um dem entgegen zu wirken, besitzt das Fahrzeug innovative, nach außen verlaufende Querstreben, die deutlich höheren Aufprallkräften standhalten und damit die Verzögerung des Fahrzeugs viel früher und insgesamt über einen längeren Zeitraum bewirken. Dadurch werden die g-Kräfte, die auf die Insassen einwirken, drastisch reduziert.

Dave Wilcock, Technischer Direktor des MINI-WRC-Teams, erklärt diesen einfachen, aber sehr wichtigen Grundgedanken: "Die neue Generation von Rallyeautos ist kompakter als die vorherige. Dennoch wollten wir sicherstellen, dass die Fahrer sicherer als je zuvor sind und das Auto gleichzeitig so viel Platz wie möglich bietet. Das brachte einige Herausforderungen mit sich."

Bereits in der Frühphase des Projekts haben die Ingenieure intensive Auswertungen von Unfalldaten vorgenommen. "Der Durchbruch war das neue Design der Seitenaufprallverstrebungen. Sie wurden weiter entfernt von Fahrer und Beifahrer platziert, außerdem haben wir ihre Form leicht verändert", sagt Wilcock. "Bei einem Aufprall kommt die Schutzfunktion viel früher zum Tragen. So können weichere Bauteile verwendet werden, um die Aufprallkräfte über einen längeren Zeitraum sicher zu verlangsamen."

Die konvexe, nach außen gebogene Form ermöglicht es den Verstrebungen, viel höheren Aufprallkräften zu widerstehen, als es bei den konventionellen geraden Verstrebungen der Fall gewesen war. Gleichzeitig werden die einwirkenden Kräfte kontrolliert in angrenzende Nahtbereiche gelenkt, wodurch wiederum die Bruchgefahr sinkt. Die Verstrebungen liegen jetzt so weit außen, dass sie durch die B-Säulen des Fahrzeugs reichen, mit denen sie verbunden sind. Das verstärkt die Gesamtstruktur zusätzlich.

Ein wichtiger Faktor, der in diesem Teil der Entwicklung hilfreich war, war die Steifigkeit der Karosserie des MINI Countryman. "Bei früheren Rallyeautos haben wir bei der Berechnung der Sicherheitszelle die Karosserie des Serienfahrzeugs ignoriert. Aber der MINI Countryman ist ein so starkes und sicheres Auto, dass wir die Karosserie in diesem Fall frühzeitig in das Design des Überrollkäfigs einfließen lassen und zu unserem Vorteil nutzen konnten. Gleichzeitig konnten wir auf unnötige Anbauteile verzichten und so zusätzliches Gewicht einsparen", meint Wilcock.

Um die Leistungsfähigkeit der Schweißnähte und Verbindungen des Überrollkäfigs zu prüfen, hatte Prodrive mehr als 50 verschiedene Versionen vorbereitet und an jeder einzelnen physikalische Tests durchgeführt, um zu sehen, wann sie nachgeben. Dies führte zur kompletten Überarbeitung des Designs vieler Schweißnähte, zum Einsatz eines anderen Schweißprozesses und eines neuen Stahls für die Rohre des Käfigs.

Das Team ist stolz auf das Erreichte - und das ohne Einbußen hinsichtlich der Performance. Das neue Design der Seitenaufprallstruktur ist derart sicher, dass die FIA in Betracht zieht, es für zukünftige Auslegungen von Überrollkäfigen im Motorsport als verpflichtend einzuführen.

Fotoquelle: MINI

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