Jari-Matti Latvala kam in Deutschland bisher nicht über Rang vier hinaus

Rallye 2011

— 13.08.2011

Ford setzt große Hoffnungen in den Fiesta

Die Deutschland-Rallye markiert für die Ford-Werkspiloten Mikko Hirvonen und Jari-Matti Latvala die erste Asphalt-Rallye mit dem Fiesta RS WRC

Nach den "finnischen Flugtagen" bekommen die Piloten des Teams Ford-Werksteams bei der ADAC Rallye Deutschland (18. bis 21. August) wieder festen Boden unter die Räder. Und wie fest: Der neunte von 13 Läufen zur Rallye-Weltmeisterschaft 2011 ist die erste reine Asphaltveranstaltung der Saison und damit auch die erste Bewährungsprobe des neuen Ford Fiesta RS WRC auf diesem Untergrund.

Die Werkspaarungen Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen und Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila testeten den Fiesta RS WRC schon während der Entwicklungsphase in Frankreich und Spanien ausgiebig auf Asphalt. Im Juni absolvierten sie weitere Probefahrten in Frankreich, und am Freitag begann der abschließende viertägige Test in Deutschland, bei dem beide Finnen jeweils zwei Tage am Steuer des Turbo-Allradlers sitzen werden.

Von den fünf ausstehenden Saisonläufen finden drei auf Asphalt statt. Die Rallye Deutschland gilt allgemein als der schwierigste davon - zum einen wegen der sehr unterschiedlichen Fahrbahnbeläge an den drei Rallye-Tagen, zum anderen wegen des oft unsteten Wetters. Sollte es während der Rallye regnen, werden die Bedingungen auf den verschiedenen Oberflächen nochmals unberechenbarer.

Hirvonen absolviert 100. WM-Start für Ford

Der aktuelle WM-Zweite Hirvonen sieht die "Deutschland" als untypische Rallye. "Die Weinberge, der Truppenübungsplatz, die offene Landschaft - eigentlich beginnt in Deutschland jeden Tag eine neue Rallye", findet der 31-Jährige. Den Auftakt zu diesem "Dreikampf" bilden die welligen, engen Wertungsprüfungen an den Moselhängen, von denen einige auch am dritten Tag auf dem Programm stehen. Schnelle Vollgaspassagen wechseln sich mit Haarnadelkehren ab, viele Abbiegungen der Wirtschaftwege sind durch überhängende Weinstöcke oder Mauerwerk verdeckt.

Die zweite Etappe hingegen besteht einerseits aus öffentlichen Landstraßen im Saarland, die schnell und flüssig zu fahren sind. Wegen der vielen Bäume am Straßenrand können sie stellenweise feucht und damit überraschend rutschig sein. Hinzu kommt die 34 Kilometer lange WP auf dem Truppenübungsplatz Baumholder, die als härteste Herausforderung des deutschen WM-Laufs gilt.

Breite Asphaltstraßen wechseln sich dort mit welligen, extrem rauen Betonpisten ab, die die Haltbarkeit der Michelin-Reifen auf eine harte Probe stellen. Noch tückischer sind die berühmten "Hinkelsteine", massive Betonpoller, die die Panzer der US-Armee auf Kurs halten sollen. Der kleinste Fehler kann in einem heftigen Kontakt mit diesen unverrückbaren Hindernissen münden. Zudem sind die Strecken in Baumholder mit einem Mix aus Sand und Schotter überzogen, der im Trockenen rutschig und im Nassen fast unberechenbar ist.

Hirvonen, der den Fiesta RS WRC in Schweden bei dessen WM-Premiere gleich zum ersten Sieg steuerte, traut dem 1,6-Liter-Turbo-Allradler auch beim Asphalt-Debüt einiges zu: "Wir wissen von den Tests, dass der Fiesta auf diesem Untergrund sehr gut funktioniert und rechnen uns gute Chancen aus. Ich mag die Prüfungen in Deutschland, solange es trocken bleibt. Im Nassen sieht es anders aus, dann werden die Straßen durch den aufgewühlten Lehm und Schotter sehr schmutzig."

Das Wetter hält der 13-fache WM-Laufsieger für einen Schlüsselfaktor: "Es wechselt so schnell, dass wir auf derselben WP unterschiedliche Bedingungen antreffen können. Mit etwas Glück kannst du das Klassement bei solchen Gelegenheiten auf den Kopf stellen." Der Finne startete bereits sechs Mal in Trier und erzielte 2007 als Dritter sein bisher bestes Resultat. In Deutschland feiern Hirvonen und Co-Pilot Lehtinen ihren 100. WM-Start für Ford.

Latvala will erstmals auf das Deutschland-Podium

Teamkollege Latvala kam bei bisher sieben Starts in Deutschland nicht über einen vierten Rang hinaus. "Diese Rallye hat von allem etwas", berichtet er. "In den Weinbergen verschleißen die Reifen wegen des vielen "Cuttens" und der engen Haarnadeln relativ stark." Auf den Landstraßen-Passagen wird ebenfalls oft über die Innenseite der Kurven abgekürzt. In beiden Fällen liegt dadurch viel Schmutz auf der Strecke. "Dieser Dreck wird im Nassen extrem rutschig", weiß Latvala.

"Auf der WP Baumholder darfst du die Kurven dagegen überhaupt nicht schneiden", setzt Latvala fort. "Die Straßen sind zwar recht breit, aber einen halben Meter neben der Piste lauern die Hinkelsteine und die verzeihen keinen Fehler." Auch er hält den Ford Fiesta RS WRC auf diesem Geläuf für gut geeignet. "Der Fiesta besitzt eine sehr gute Balance, vor allem in schnellen Kurvenfolgen. Daher sollten wir in den Weinbergen stark auftrumpfen können", hofft Latvala.

Mehr Kopfzerbrechen bereitet dem Finnen das Wetter. "Da das Reglement spezielle Regenreifen verbietet, müssen wir im Nassen immer einen Kompromiss zwischen Speed und Grip finden", sagt er. Angesichts des bisherigen Sommers in Deutschland sind Regenschauer während der Rallye alles andere als auszuschließen.

Fotoquelle: xpb.cc

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