Weltmeister Sebastien Loeb hat sich nach drei Prüfungen an die Spitze gesetzt

Rallye 2011

— 19.08.2011

SS1-3: Loeb führt bei Reifenschlacht

Wechselhafte Bedingungen und die Reifenwahl prägen die ersten drei Prüfungen bei der Deutschland-Rallye - Loeb führt knapp vor seinem Citroen-Teamkollegen Ogier

Das Wetter und die Reifenwahl spielten zum Auftakt der Deutschland-Rallye eine große Rolle. Während die Mehrheit des Teilnehmerfeldes die harten Michelin-Reifen für trockene Bedingungen wählte, entschied sich das Citroen-Duo für die weiche Mischung. Prompt regnete es in der zweiten Wertungsprüfung und die Franzosen setzten sich weit vom Feld ab. Nach drei Prüfungen führt Weltmeister Sebastien Loeb 4,4 Sekunden vor seinem Teamkollegen und Landsmann Sebastien Ogier.

Ford hatte mit mehreren Problemen zu kämpfen. Jari-Matti Latvala verlor durch die falsche Reifenwahl und einen Reifenschaden zwei Minuten. Mikko Hirvonen vermutete am Ende der dritten Prüfung einen gebrochenen Stabilisator. Gesamt liegt der Finne bereits 35,2 Sekunde zurück auf Rang drei. Das MINI-Duo war ebenfalls mit den harten Reifen unterwegs und lag mit einem Rückstand von einer Minute auf den Plätzen vier (Dani Sordo) und fünf (Kris Meeke). Bester Deutscher ist Aaron Burkart (Ford) auf Platz zwölf.

Die erste Prüfung "Ruwertal" führte über 24.18 Kilometer. Noch war es trocken, weshalb sich die weiche Reifenwahl bei Citroen nicht auszahlte. Die Bestzeit fuhr Latvala "Es war ein überraschend guter Start. Ich habe hart gepusht und war nahe dran abzufliegen. Das Auto war in manchen Passagen zu weich." Der Finne war mit harten Michelin-Reifen unterwegs. 1,5 Sekunden dahinter folgte Ogier als Zweiter.

"Ich bin gegen Ende der Prüfung etwas von der Linie abgekommen und habe irgendetwas getroffen", meint der Franzose. Trotzdem war er eine halbe Sekunde schneller als Loeb, der als Dritter folgte. Komplett glücklich war der Franzose aber nicht. "Es war knifflig, aber ich habe keinen Fehler gemacht. Es war nicht leicht den Rhythmus zu finden, aber es war okay."

Die viertschnellste Zeit fuhr Hirvonen mit dem zweiten Werks-Ford, 2,4 Sekunden hinter seinem Teamkollegen. "Es war nicht schlecht und ich bin recht zufrieden. Ich hätte mehr angreifen können. Dann könnte ich mich noch verbessern." Petter Solberg (Citroen) folgte als Fünfter. Das MINI-Duo Sordo und Meeke starteten mit der sechst- und siebtbesten Zeit in die Rallye.

Regen spielt Citroen in die Karten

Der Wettergott nahm ebenfalls an der Deutschland-Rallye teil, denn die zweite Prüfung über 22.47 Kilometer war nass. In der Grafschaft Veldenz zahlte sich die weiche Reifenwahl bei Citroen aus. Ogier fuhr klar die schnellste Zeit. "Das war ein guter Start für uns. Mir ist in der ersten Prüfung ein kleiner Fehler passiert, aber es ging nichts kaputt. Wir hatten am Vormittag eine gute Reifenwahl. Diese Prüfung startete trocken und endete nass."

Mit der Bestzeit übernahm der Citroen-Pilot auch die Gesamtführung. Loeb folgte 1,3 Sekunden dahinter, doch Ford wurde aufgrund der harten Reifen um über eine halbe Minute abgehängt. Loeb sagt zu seiner Reifenwahl: "Wir waren uns nicht zu 100 Prozent sicher wie das Wetter wird, aber wir dachten nicht, dass es trocken bleiben würde. Aber selbst mit dem weichen Reifen war es schwierig, denn es stand auf dieser Prüfung viel Wasser."

Hirvonen fuhr die drittschnellste Zeit und schob sich auch auf Rang drei der Gesamtwertung. Bereits nach zwei von 19 Prüfungen betrug sein Rückstand auf die beiden Franzosen 32.5 Sekunden. "Wir haben keinen Regen erwartet. Es war überall feucht und am Ende dann komplett nass. Es ist aber immer noch eine lange Rallye.

Noch schlechter lief es für seinen Teamkollegen Latvala, der von Platz eins auf vier zurückfiel. Abgesehen von der Platzierung war der Zeitverlust gewaltig. 39,1 Sekunden verlor der Ford-Pilot auf Ogier. "Eine schwierige Prüfung. Zuerst war es trocken, aber dann nass. Ich war sehr vorsichtig, weil ich einige Schreckmomente hatte und zurückstecken musste. Es war extrem schwierig und man wusste nie wo man bremsen musste."

Aber nicht nur die Ford-Piloten hatten sich bei der Reifenwahl verzockt. Auch Citroen-Privatier Solberg war mit harten Pneus unterwegs. Bei einem Dreher verlor der Norweger viel Zeit und hatte nach zwei Prüfungen bereits über eine Minute Rückstand und war auf Platz sieben gefallen. Dafür lag MINI gut im Rennen. Sordo war mit 50 Sekunden Rückstand Fünfter, Meeke mit knapp einer Minute Abstand Sechser.

SS3 wieder trocken

Bevor es zur ersten Service-Pause ging, mussten noch 19,92 Kilometer im Moselland absolviert werden. Der Regengott hatte etwas anderes zu tun, denn es war wieder trocken. Obwohl das Wetter theoretisch den hart bereiften Ford-Piloten in die Hände spielen sollte, war Loeb der Schnellste. Mit der Bestzeit übernahm der Ausnahmekönner auch die Gesamtführung, denn Ogier war um 1,7 Sekunden langsamer.

"Ich bin von meinem Tempo sehr überrascht, weil es für die weichen Reifen zu trocken war", lautet Loebs erste Reaktion. "Es läuft recht gut. Ich war darauf eingestellt, dass ich mit den weichen Reifen Zeit verlieren würde, falls es trocken bleibt. Sollte es aber regnen, würde ich mit den harten Reifen diese Rallye komplett verlieren. Es war ein Risiko, aber wir haben jetzt eine gute Chance."

Ogier beendete die Prüfung hinter Hirvonen als Dritter. Er ist in der Gesamtwertung mit 4,4 Sekunden Rückstand weiterhin der schärfste Loeb-Verfolger. "Ich glaube, meine Reifenwahl war für diese Prüfung falsch", war der knappe Kommentar des 27-Jährigen. In der Gesamtwertung sieht es für Citroen gut aus, denn obwohl Hirvonen die zweitschnellste Zeit fuhr, lag er zur Mittagspause bereits 35,2 Sekunden zurück.

Bei Ford ging gleich zu Beginn alles schief, abgesehen von der falschen Reifenwahl. "Ich glaube, dass der hintere Stabilisator gebrochen ist. Das Auto fühlte sich komisch an. Wir müssen uns das jetzt ansehen", meint Hirvonen. Noch schlechter lief es für seinen Teamkollegen Latvala.

Der Finne verlor über eine Minute und liegt nach drei Prüfungen bereits zwei Minuten zurück. Ein Plattfuss rechts hinten war für den Rückfall auf Platz sieben verantwortlich. "Wir haben ein gutes Resultat verloren. Nach ungefähr zwölf Kilometern hatte ich einen Plattfuß. Es gab keine Kollision. Ich glaube, das ist auf dem kurzen Schotter-Abschnitt passiert."

Während Ford mit Problemen zu kämpfen hatte, lief es für MINI gut. Sordo beendete die ersten drei Prüfungen als Vierter, 55 Sekunden hinter Ogier. "Ich bin sehr glücklich im Auto." Teamkollege Meeke folgt als Fünfter: "Es war nicht so schlecht. Die zweite Prüfung war mit harten Reifen sehr knifflig. Diese Straßen sind mit einem WRC-Boliden ganz anders. Das Auto hat viel mehr Möglichkeiten."

Solberg fuhr die fünftschnellste Zeit und beendete die erste Schleife als Sechster. "Ich gebe mein Bestes. In dieser Prüfung war es mit den vielen Haarnadeln sehr schwierig." Sein Bruder Henning (Stobart-Ford) war nach den ersten drei Prüfungen Achter. Ex-Formel-1-Weltmeister Kimi Räikkönen (Citroen) hat 2:09 Minuten Rückstand und befindet sich mit Platz neun auf Punktekurs. "In der ersten Prüfung habe ich mich gedreht, dann hatte es geregnet", beschreibt der Finne seine Schwierigkeiten. "Jetzt war es nicht so schlecht." Dennis Kuipers (Ford) rundete die Top 10 ab.

Juniorenweltmeister Aaron Burkart beendete den Auftakt mit seinem Ford Fiesta RS WRC als Zwölfter. Hermann Gassner jun. (Skoda Fabia S200) belegt Platz 19. In der SWRC-Wertung liegt der Deutsche auf Rang drei, knapp 50 Sekunden hinter seinem Teamkollegen Juho Hänninen, der die Wertung anführt. Zwischen den beiden BRR-Piloten liegt Ott Tänak mit seinem Ford Fiesta.

Gesamtwertung nach 3 von 19 Prüfungen (Top 10):

01. Sebastien Loeb (Citroen) 39:34.2 Minuten
02. Sebastien Ogier (Citroen) +4,4 Sekunden
03. Mikko Hirvonen (Ford) +35,2
04. Dani Sordo (MINI) +35,2
05. Kris Meeke (MINI) +1:10,5 Minuten
06. Petter Solberg (Citroen) +1:16,8
07. Jari-Matti Latvala (Ford) +2:00,8
08. Henning Solberg (Ford) +2:03,4
09. Kimi Raikkönen (Citroen) +2:07,1
10. Dennis Kuipers (Ford) +2:11,6

Fotoquelle: xpb.cc

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