Weltmeister Sebastien Loeb fliegt dem neunten Deutschland-Sieg entgegen

Rallye 2011

— 20.08.2011

SS9-10: Loeb weiterhin vorne, MINI auf Platz drei

Sebastien Ogier war der Schnellste auf der berühmten Panzerplatte, aber Sebastien Loeb führt weiterhin in Deutschland - MINI-Pilot Dani Sordo neuer Dritter

Am zweiten Tag der Rallye-Deutschland stand die berühmte Panzerplatte auf dem Programm. Über 34 Kilometer mussten die Lenkradartisten absolvieren. Am besten meisterte Citroen-Pilot Sebastien Ogier diese Herausforderung. Sein Teamkollege Sebastien Loeb büsste etwas Zeit ein, doch er führt nach zehn von 19 Sonderprüfungen weiterhin mit 4,8 Sekunden Vorsprung. Bei Ford gingen die Dramen weiter. Mikko Hirvonen hatte einen Reifenschaden und fiel auf Platz vier zurück. Nutznießer davon war Dani Sordo, der sich mit dem neuen MINI auf Platz drei schob.

Bevor es auf das Militärgelände ging, stand noch die neunte Sonderprüfung über 15,23 Kilometer auf dem Programm. Die Bestzeit ging an Loeb, der Ogier um 3,2 Sekunden distanzierte. Gesamt hatte der Weltmeister nun 7,1 Sekunden Vorsprung. Hirvonen fuhr die drittschnellste Zeit und war weiterhin auf Podestkurs. Sein Ford-Teamkollege Jari-Matti Latvala verbesserte sich in der Gesamtwertung auf den 13. Platz.

Spannend blieb es weiterhin im Verfolgerfeld. Sordo lag sicher auf Rang vier, während sich sein MINI-Teamkollege Kris Meeke Platz fünf zurückholte. Petter Solberg (Citroen) verlor durch einen Reifenschaden 40 Sekunden, behauptete aber noch die sechste Position. Dennis Kuipers (Ford) verteidigte Platz sieben gegen Henning Solberg (Ford) und Kimi Räikkönen (Citroen). Das Trio lag innerhalb von sieben Sekunden.

Vor der Mittagspause folgte der Höhepunkt der Rallye. 34,18 Kilometer mussten auf der berühmten Panzerplatte absolviert werden. Die schnellen Straßen wurden von zahlreichen Hinkelsteinen gesäumt, die bei einem Unfall keinen Meter nachgeben. Es war gleichzeitig auch die längste Prüfung der Rallye, wo es schon oft Dramen und Vorentscheidungen gab.

Ogier sagt nichts über die Stallorder

Am schnellsten absolvierte Ogier die Marathonprüfung. Er nahm seinem Teamkollegen 2,3 Sekunden ab und verkürzte den Rückstand auf 4,8 Sekunden. "Es war ein normaler Vormittag. Ich bin gut gefahren und das Auto funktioniert gut." Bezüglich Stallorder sagt der Franzose folgendes: "Dazu habe ich nichts zu sagen. Ich versuche meinen Speed zu verbessern. Wir sind auf dem richtigen Weg, das ist das Wichtigste."

Teamkollege Loeb verlor im letzten Abschnitt die entscheidenden Sekunden auf Ogier. "Ich bin bei einer Abzweigung geradeaus gefahren. Bremsen war okay, aber die Straße war schmutziger als erwartet", erklärt Loeb sein Missgeschick. "Vielleicht hätte ich die Kurve noch bekommen, aber ich habe es nicht probiert. Ich habe da ein bisschen Zeit verloren, aber kein Problem."

Bezüglich Stallorder wollten sich die beiden Ausnahmekönner nicht äußern, aber Jean-Marc Gales von Citroen meint über die Situation: "Wir wollen diese Rallye gewinnen und mit den Autos auf den Positionen eins und zwei ins Ziel kommen. Damit würden wir einen großen Schritt Richtung Herstellertitel machen. In jedem Rennen gibt es einen Punkt, an dem wir klar sagen müssen was wir wollen." Gerüchten zufolge ist die Stallorder nicht von der Rallye-Mannschaft gekommen, sondern von höchster Managementebene des PSA-Konzerns.

Ford im Pech - MINI auf Podestkurs

Bei Ford ging auch am zweiten Tag viel schief. Nachdem Latvala am Vortag Motorprobleme und zwei Reifenschäden hatte, erwischte es diesmal Hirvonen. Rechts hinten war der Pneu kaputt. Im Ziel entzündete sich der zerfetzte Gummi an den heißen Bremsen, aber ein Feuerwehrmann löschte rasch den kleinen Brand.

"Ungefähr neun Kilometer vor dem Ende ist es passiert. Ich weiß aber nicht warum", sagt der Finne. Auf der Uhr wirkte sich der Zwischenfall mit einem Zeitverlust von 1:05 Minuten aus. In der Gesamtwertung fiel Hirvonen vom dritten auf den vierten Rang zurück. Nutznießer davon war Sordo, der im neuen MINI den letzten Podestplatz übernahm. "Ich habe Spuren gesehen, also musste jemand einen Reifenschaden gehabt haben. Im Moment ist alles okay." Der Spanier hat nun ein Polster von 32 Sekunden auf Hirvonen.

Teamkollege Meeke war nicht ganz glücklich, obwohl er weiterhin Fünfter ist. Dem Briten fehlen noch 2,4 Sekunden auf Hirvonen. "Meine Prüfung war nicht toll. Ich habe zu spät gebremst konnte nicht richtig einlenken. Mit meinem Fahrstil bin ich nicht zufrieden", sagt der IRC-Champion von 2009. Auf Platz sechs folgt Petter Solberg, der nicht das Tempo der Spitze halten konnte.

Eine Platzverschiebung gab es beim Dreikampf um Rang sieben. Räikkönen verlor in der längsten Prüfung eine halbe Minute auf die Spitze und schob sich damit auf Position sieben. "Es läuft ein bisschen besser, aber ich fahre heute sehr schlecht. Deshalb bin ich auch nicht zufrieden", sagt der Finne offen. "Hoffentlich läuft es später besser." Kuipers fiel auf Rang acht zurück, gefolgt von Henning Solberg. Latvala komplettiert die Top 10.

In der SWRC-Wertung ist Ott Tänak (Ford) weiterhin auf Siegkurs, denn er führt zwei Minuten vor Dakar-Sieger Nasser Al-Attiyah (Ford). Die deutschen Piloten hatten kein Glück. Hermann Gassner jun. verlor mit seinem Skoda Fabia in der zehnten Prüfung knapp drei Minuten und fiel in der SWRC-Wertung auf Position sechs zurück. Gesamt ist er 24. Aaron Burkart (Ford Fiesta RS WRC) scheint nach zahlreichen Problemen als 46. der Zeitenliste auf.

Gesamtwertung nach 10 von 19 Prüfungen (Top 10):

01. Sebastien Loeb (Citroen) 2:01:37,3 Stunden
02. Sebastien Ogier (Citroen) +4,8 Sekunden
03. Dani Sordo (MINI) +2:00,3 Minuten
04. Mikko Hirvonen (Ford) +2:33,3
05. Kris Meeke (MINI) +2:35,6
06. Petter Solberg (Citroen) +2:52,4
07. Kimi Räikkönen (Citroen) +4:50,9
08. Dennis Kuipers (Ford) +4:54,3
09. Henning Solberg (Ford) +4:57,9
10. Jari-Matti Latvala (Ford) +6:19,6

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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