Sebastien Ogier schloss mit dem Sieg in Frankreich zu WM-Spitzenreiter Loeb auf

Rallye 2011

— 02.10.2011

Lokalmatador Ogier gewinnt in Frankreich

Sebastien Ogier holt bei der Rallye Frankreich den Sieg vor Dani Sordo - Mikko Hirvonen dank Teamorder nun punktgleich mit Ogier drei Zähler hinter Sebastien Loeb

Citroen-Pilot Sebastien Ogier hat die Rallye Frankreich, den drittletzten Lauf der WRC-Saison gewonnen. Auf den sechs Wertungsprüfungen der dritten Etappe konnte er seinen knappen Vorsprung gegenüber MINI-Pilot Dani Sordo verteidigen und siegte unterm Strich mit 6,3 Sekunden Vorsprung auf den Spanier

Dank des Sieges bei seiner Heimrallye liegt Ogier in der WRC-Gesamtwertung bei noch zwei ausstehenden Rallyes nur noch drei Zähler hinter seinem führenden Citroen-Teamkollegen Sebastien Loeb, der die Rallye nach einem Motorschaden bereits am ersten Tag hatte aufgeben müssen und ohne Punkte blieb. "Das fühlt sich fantastisch an. Für die Weltmeisterschaft ist der Sieg für mich eine tolle Sache. Ich werde auch bei den verbleibenden zwei Rallyes mein Bestes geben", sagte Ogier.

Die geplante Schlussattacke von MINI-Pilot Sordo schlug fehl, da dieser sich vor dem Start der dritten und letzten Etappe anders als Ogier für die weicheren Reifen von Michelin entschieden hatte, was ihm bei steigenden Temperaturen im Tagesverlauf mehr und mehr zu schaffen machte. Dennoch bedeutete Platz zwei das bisher beste Ergebnis von MINI in der Rallye-Weltmeisterschaft. "Ich bin schon ein wenig enttäuscht, dass es nicht ganz zum Sieg gereicht hat, aber wir müssen zufrieden sein", lautete die erste Reaktion Sordos.

Petter Solberg kam nach 23 Prüfungen am Steuer seines privaten Citroen DS3 WRC mit 1:23,8 Minuten Sekunden Rückstand auf Ogier als Dritter ins Ziel. Auf den Plätzen vier und fünf tauschten die Ford-Piloten Jari-Matti Latvala und Mikko Hirvonen wie bereits am Vortag angekündigt die Plätze. Hirvonen liegt nach Platz vier dank der Teamorder ebenfalls nur noch drei Zähler hinter WM-Spitzenreiter Loeb. Unterdessen war Latvala auch am Sonntag klar der schnellere der beiden Ford-Piloten und bilanzierte nach insgesamt fünf Bestzeiten auf der letzten Etappe der zweiten Asphaltrallye der Saison: "Wenn du ein guter Asphaltfahrer werden willst, musst du lernen. Heute habe ich sehr viel gelernt. Gegenüber der Rallye Deutschland haben wir große Fortschritte gemacht."

Spannendes Duell zwischen Ogier und Sordo

Die dritte und letzte Etappe der Rallye führte teilweise über Schotter, weshalb sich Sordo vor dem Start für die weichere Reifenmischung von Michelin entschied. Auf der ersten Prüfung (SS18) konnte er davon Gebrauch machen und seinen Rückstand auf Ogier dank der drittschnellsten Zeit über die fünf Kilometer um drei Sekunden reduzieren.

Der führende Franzose ließ es mit der siebtschnellsten Zeit zunächst ruhig angehen. "Ich wollte auf Schotter nicht zu viel riskieren", sagte Ogier, der genau wie alle anderen Piloten zudem mit Nebelschwaden zu kämpfen hatte. Die Bestzeit holte sich Ford-Pilot Latvala vor Ford-Privatier Dennis Kuipers. Der Niederländer festigte damit seinen starken sechsten Rang im Gesamtklassement der Rallye.

Unterdessen war die Rallye für den hinter Kuipers auf Rang sieben liegenden MINI-Piloten Armindo Araujo auf SS18 beendet. Der Portugiese erwischte bereits auf den ersten Metern eine Mauer und musste aufgeben. Ford-Privatier Ken Block schob sich dank der viertschnellsten Zeit an Pierre Campana in einem weiteren MINI vorbei in die Top 10 und damit in die Punkteränge nach vorn.

Sordo verliert durch falsche Reifenwahl an Boden

Auf der zehn Kilometer langen zweiten Prüfung des Tages setzte Sordo seine Aufholjagd an der Spitze fort und konnte seinen Rückstand auf Ogier dank einer Bestzeit auf unter fünf Sekunden verkürzen. Ogier beendete SS19 als Zweitschnellster, während der auf Platz drei liegende Petter Solberg durch einen Dreher 20 Sekunden verlor. Der Vorsprung des Citroen-Privatiers auf den Werks-Ford von Latvala betrug allerdings nach wie vor 20 Sekunden, da auch Latvala nicht ohne Fehler blieb. "Ich habe einen Abzweig verpasst und dabei zehn Sekunden liegenlassen. Das ist ärgerlich, denn ohne diesen Fehler hätte ich mir einen guten Kampf mit Petter liefern können", so der Finne.

SS20 wurde von der ersten Überfahrt der "Haguenau"-Prüfung gebildet, die später auch die abschließende Power Stage darstellen sollte. Die Bestzeit auf dem vier Kilometer kurzen Asphaltstück holte sich Latvala vor den zeitgleichen Ogier und Sordo.

Inzwischen hatte sich der morgendliche Nebel gelegt, doch die Aufholjagd des Spaniers in MINI-Diensten wurde auf der drittletzten Prüfung der Rallye (SS21) gestoppt, als er nach einem Fahrfehler seinerseits Zeit verlor. "Ich musste eine Kurve weiter nehmen als geplant", sagte Sordo und fügte an: "Die Bedingungen sprechen inzwischen mehr für die Reifenwahl von Ogier." Der Franzose hatte sich anders als Sordo für die harte Reifenmischung entschieden. Latvala holte sich eine weitere Bestzeit und konnte seinen Rückstand auf Solberg auf unter 15 Sekunden reduzieren.

Ogier lässt nichts mehr anbrennen

Auf der vorletzten Prüfung des Tages teilten sich Ogier und Latvala die Bestzeit, während Sordo den Kampf um den Sieg mit überhitzenden Reifen aufgeben musste. "Das ist der Nachteil der weichen Reifen. Sie werden sehr schnell sehr heiß. Am Schluss der Prüfung ist das Auto nur noch herumgerutscht", so der Spanier, nachdem er seinen Rückstand auf Ogier nach SS22 auf 6,7 Sekunden anwachsen sah.

Auf der abschließenden Power Stage "Haguenau" ließ Ogier nichts mehr anbrennen und sicherte sich dem Sieg bei seiner Heimrallye. Dank Platz drei auf der vier Kilometer langen Zuschauerprüfung konnte der Franzose zudem einen wertvollen Bonuspunkt im Kampf um den WRC-Titel einfahren. Latvala beendete auch die Power-Stage als Schnellster vor Sordo.

Hinter den Top 5 beendete Kuipers die Rallye auf Platz sechs. Der Niederländer sicherte sich damit das beste Ergebnis seiner WRC-Karriere. "Das ist einfach unglaublich, was für ein Wochenende. Dieses Ergebnis hätte ich nie und nimmer erwartet", zeigte sich der Ford-Pilot aus dem Ferm-Team begeistert.

Die Stobart-Ford-Piloten Henning Solberg und Mads Östberg liefen auf den Rängen sieben und acht ein. Mit Rang neun konnte sich Ford-Privatier und Gymkhana-Star Ken Block ebenso WM-Punkte sichern wie Pierre Campana im MINI auf Platz zehn. "Ich habe diese Rallye und speziell den Kampf gegen Pierre wirklich genossen", freute sich Block nach seiner besten Saisonplatzierung im Ziel.

In der S-WRC-Wertung ging der Sieg an Ott Tänak im Ford Fiesta S2000.

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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