Jari-Matti Latvala hat bei seinem zehnten Start erstmals in Wales gewonnen

Rallye 2011

— 13.11.2011

SS21-23: Latvala feiert ersten Saisonsieg

Ford-Pilot Jari-Matti Latvala hat die Rallye Großbritannien gewonnen - Mads Östberg und Henning Solberg komplettierten den Dreifachsieg für Ford

Nach vier langen Rallye-Tagen in Großbritannien hat Ford-Pilot Jari-Matti Latvala seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Nachdem der neue und alte Weltmeister Sebastien Loeb (Citroen) am Vormittag des letzten Tages durch einen Verkehrsunfall ausgeschieden war, musste Latvala seinen Ford auf den abschließenden Prüfungen nur noch ins Ziel tragen. Stobart-Pilot Mads Östberg hatte nach vorne und hinten ebenfalls einen großen Puffer und trug seinen Ford ebenfalls ins Ziel. Der Norweger hatte die Saison mit Platz zwei begonnen und sie auch beendet.

Um Rang drei war am letzten Tag noch ein Duell zwischen Henning Solberg (Ford) und Kris Meeke (MINI) entbrannt. Der Brite hatte seinen Rückstand bis auf 1,8 Sekunden verkürzt. In der abschließenden Power Stage drehte sich Meeke allerdings und musste sich mit Platz vier begnügen. Dennoch war es sein bestes WRC-Resultat. Solberg jubelte über seinen ersten Podestplatz seit 2009. Seine österreichische Co-Pilotin Ilka Minor kletterte zum ersten Mal seit dem Jahr 2006 auf das Podium.

Zum Abschluss der Saison wurde zu Mittag die Schleife vom Vormittag wiederholt. Die Entscheidung um den Sieg war bereits gefallen. Es ging nur noch um den letzten Podestplatz und um die Extrapunkte in der Power Stage. Zunächst wurde erneut die "Halfway"-Prüfung befahren. Latvala untermauerte seine Siegambitionen mit der Bestzeit. "Es stehen noch zwei weitere Prüfungen auf dem Programm und es ist nicht leicht, wenn man nicht kämpfen muss", sagt der Finne. "Ich muss die Konzentration halten. Das Auto läuft gut."

Mit der zweitschnellsten Zeit zeigte Sebastien Ogier sein Tempo, doch nach den Problemen des ersten Tages spielte der Citroen-Pilot keine Rolle in der Gesamtwertung. Östberg ließ es ebenfalls ruhig angehen und verteidigte seinen zweiten Platz. "Die Prüfung ist sehr gut gelaufen. Ich kontrolliere meine Fahrt und gehe keine Risiken ein. Die Sonne scheint, also bin ich glücklich", sagt der norwegische Rallye-Meister.

SS21/22: Meeke greift Solberg an

Die einzige Spannung spielte sich noch um Platz drei ab. Meeke setzte seine Aufholjagd fort und schob sich bis auf 13,3 Sekunden an Solberg heran. Der Brite wollte unbedingt vor heimischer Kulisse auf das Podium. "Wir nehmen Henning ständig Zeit ab. Wir werden es weiter versuchen und sehen was passiert. Wie man bei Sebastien Loeb gesehen hat, kann alles passieren", sagt Meeke.

Auch auf der 22. Sonderprüfung kam er dem Norweger in großen Schritten näher. Meeke war um elf Sekunden schneller als Solberg und verkürzte den Rückstand vor der abschließenden Power Stage auf 1,8 Sekunden. Alles war möglich und es war für ein spannendes Finale angerichtet. An der Spitze passierte in der "Crychan"-Prüfung nichts mehr. Ogier sicherte sich die zweite Bestzeit der Rallye, knapp vor Latvala. Dani Sordo mit dem zweiten MINI glänzte mit der drittbesten Zeit, doch nach den Problemen am Vortag lag der Spanier schon aussichtslos zurück.

Ogier gewinnt Power Stage

In der letzten Prüfung des Jahres wurden die letzten Extrapunkte vergeben und der Kampf um Platz drei wurde endgültig entschieden. Die drei Bonuspunkte sicherte sich Ogier, der die Rallye als Elfter beendete. "Das ist trotzdem mein bestes Resultat hier. Ich kenne jetzt die Strecken, das ist gut für das kommende Jahr", sagt der Franzose. "Ich habe noch einen Vertrag für die kommenden beiden Jahre. Es gibt diesbezüglich nichts Neues", sagt er über die Gerüchte über einen Wechsel zu Ford.

MINI-Pilot Sordo fuhr in der Power Stage die zweitschnellste Zeit. "Es war ein schönes Jahr, weil es ein neues Team war. Für MINI und Prodrive war es mit den beiden Podestplätzen sehr schön. Wir müssen das Auto noch weiterentwickeln, aber ich bin sehr glücklich im Team und mit den Jungs." In der Gesamtwertung beendet der Spanier die Wales-Rallye auf Position 20.

Latvala der umjubelte Sieger

Der umjubele Sieger war Latvala. In dieser Saison war der Finne schon oft knapp am Sieg dran, aber technische Probleme, Fahrfehler oder Teamorder verhinderten die Champagner-Dusche. Zum zehnten Mal nahm Latvala an der Rallye Großbritannien teil und gewann erstmals. Es war sein insgesamt fünfter WRC-Sieg. "Ein großartiges Gefühl. Ich habe zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren gewonnen. Eine tolle Art, um die Saison zu beenden." 2012 will er um den WM-Titel kämpfen: "Das müssen wir tun."

Die Saison begann in Schweden mit einem Ford-Dreifachsieg und endete auch mit einem Dreifachsieg für Ford. In den top 10 waren insgesamt acht Ford zu finden. So wie in Schweden kam Östberg als Zweiter über die Linie. "Ich bin sehr glücklich. Es war heute ein schwieriger Tag. Am Freitag habe ich voll angegriffen, um Plätze gutzumachen. Es ist ein fantastisches Saisonende", sagt der Norweger. "Es war ein Jahr mit Höhen und Tiefen, es gab technische Probleme, Fahrfehler und ich versuchte mich auf Asphalt zu verbessern. Ich bin sehr glücklich mit diesem Podestplatz."

Die Entscheidung um Platz drei fiel in der Power Stage. Meeke musste vor Solberg auf die Strecke gehen und drehte sich. Solberg hörte davon und ging es ruhig an. Es war für den Norweger der erste Podestplatz seit dem Jahr 2009. Seine österreichische Co-Pilotin Ilka Minor kletterte zum ersten Mal seit 2006 auf das Podium. Damals war sie noch mit Manfred Stohl unterwegs. "Ich bin sehr langsam gefahren und bin es sehr vorsichtig angegangen, als ich Kris Zeit gesehen habe", sagt Solberg. "Morgen fahre ich heim und spreche mit Sponsoren, damit ich im nächsten Jahr wieder ein gutes Auto habe."

Meeke verpasste knapp das Podium, doch mit Platz vier eroberte der Brite sein bestes WRC-Ergebnis. Außerdem war er auch der beste Lokalmatador vor heimischer Kulisse. "Ich muss mit diesem Wochenende zufrieden sein. Ich habe alles gegeben. Leider habe ich den Grip falsch eingeschätzt und wir sind von der Linie abgekommen. Die Performance des Autos hat viele überrascht. Jetzt müssen wir die Entwicklung vorantreiben, damit wir im kommenden Jahr öfters um das Podium kämpfen können."

Wilson setzte seinen Lauf von konstanten Zielankünften mit Rang fünf fort. "Es war ein hartes Wochenende, sehr schwierig und lang. Ich habe keine groben Fehler gemacht und es gab kaum Probleme. Es hat Spaß gemacht. Wir arbeiten am Programm für nächstes Jahr, es ist aber nicht leicht."

Tänak beendete sein Debüt in einem WRC-Boliden bei einer der schwierigsten Rallyes des Jahres als Sechster. Es war außerdem das erste Mal, dass DMACK-Reifen an einem WRC-Boliden montiert waren. "Es war eine gute Rallye, wir wollten sie unbedingt beenden. Es war ein langes Wochenende und es sind viele verschiedene Dinge passiert." Die Top 10 komplettierten Ewgeni Novikow (Ford), Dennis Kuipers (Ford), Ken Block (Ford) und Armindo Araujo (Ford).

Fotoquelle: Ford

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