Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila feierten in Wales ihren ersten Saisonsieg

Rallye 2011

— 13.11.2011

Ford feiert Dreifacherfolg in Wales

Trotz verpasstem WM-Titel war die Großbritannien-Rallye ein voller Erfolg für Ford - Acht Fiesta RS WRC schafften es in die Top 10

Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila heißen die Sieger der Wales-Rallye Großbritannien. Die Finnen sicherten sich im vom Werksteam eingesetzten Ford Fiesta RS World Rally Car den fünften Sieg ihrer Karriere und den ersten seit Juli vergangenen Jahres. Ford feierte beim Saisonfinale einen Dreifacherfolg: Auf dem Podium standen ausnahmslos Fiesta-Piloten. Acht der ersten neun Plätze waren fest in der Hand der Ford Fiesta RS WRC.

Latvala siegte mit einem Vorsprung von 3:42,9 Minuten und fuhr in den schlammigen walisischen Wäldern auf elf der 23 Wertungsprüfungen die Bestzeit. Die Plätze zwei und drei gingen an Mads Östberg/Jonas Andersson und Henning Solberg/Ilka Minor, die für das Team M-Sport Stobart-Ford an den Start gingen. Mit diesem Dreifachsieg wiederholte der Fiesta RS WRC beim Saisonfinale den triumphalen Auftakt zu Beginn des Jahres: Auch bei der Rallye Schweden im Februar belegten drei Ford Fiesta RS WRC die ersten drei Plätze. Rang eins ging an Mikko Hirvonen und seinen Beifahrer.

Starke Regenfälle verwandelten die Schotterwege in Wales in eine schlammige Rutschpartie. Die Gripverhältnisse an den ersten beiden Tagen waren entsprechend schwierig. Erst am Samstag und Sonntag sorgte gutes Wetter für bessere Bedingungen. Während der Start in Llandudno im Norden des Fürstentums erfolgte, überquerten die Teams die Zielrampe wie auch in den Vorjahren im südwalisischen Cardiff. Dazwischen standen 23 Wertungsprüfungen über eine Länge von insgesamt 354,54 Kilometern auf dem Programm.

Am ersten Wettbewerbstag fühlte sich Latvala nicht wohl. Doch sein Gesundheitszustand verbesserte sich rasch und er lieferte sich mit dem Franzosen Seastien Loeb ein packendes Duell um die Führung. Am Ende der Freitagsetappe trennten ihn nur 1,1 Sekunden vom ersten Platz. Am Samstag übernahm der 26-jährige Fiesta RS WRC-Pilot dann die Spitze.

Sein Vorsprung betrug 6,1 Sekunden. Somit musste er auf den sechs letzten Tagesprüfungen der Rallye Großbritannien noch einmal alles geben. Am Sonntag standen insgesamt 84,04 Kilometer im Brecon Beacon-Gebirge und auf dem Militärgelände von Epynt auf dem Programm.

Auf der ersten Sonntagsprüfung konnte Latvala seinen Vorsprung weiter ausbauen. Als Loeb die Rallye wenig später nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall aufgeben musste, stand dem Sieg von Latvala und Anttila nichts mehr im Wege. Dennoch ließen sich die Beiden auf ihrem Weg zur Zieldurchfahrt im Schloss von Cardiff noch zwei weitere Bestzeiten gutschreiben.

"Es ist fantastisch, dass wir die Saison so beenden können", freute sich Latvala im Ziel. "Es ist lange her, seit wir das letzte Mal gewonnen haben, in der Zwischenzeit mussten wir einige Tiefschläge verkraften. Aber die sind jetzt vergessen. In der zweiten Saisonhälfte kam eben einfach alles zusammen. Daher freue ich mich sehr, dass wir hier als Sieger hervorgegangen sind. Es war mein zehnter Start bei der Rallye Großbritannien, hier hat meine Rallye-WM-Karriere 2002 begonnen. Daher ist es für mich irgendwie auch ein Heimspiel."

"Als Seb heute Morgen aufgeben musste, fiel der ganze Druck von meinen Schultern. Ich habe das Tempo rausgenommen und bin kein Risiko mehr eingegangen. Allerdings war dieser Wechsel von Vollgas auf eine eher vorsichtige Fahrweise schon recht schwierig. Ich habe aber den richtigen Rhythmus gefunden und die Konzentration aufrecht gehalten, was gar nicht so einfach ist, wenn du nicht am Limit fährst. Das Team hat während der gesamten Saison wirklich einen fantastischen Job gemacht und der Sieg war ein wunderbarer Abschluss des Jahres", fügt Latvala hinzu.

Für seine herausragende Leistung wurde Latvala zudem mit dem "Abu Dhabi Spirit of the Rally Award" ausgezeichnet. Seine Teamkollegen Ewgeni Nowikow und Denis Giraudet kamen bei ihrem Debüt im Ford-Werksteam mit ihrem Fiesta RS WRC auf Platz sieben ins Ziel. "Die Bedingungen waren im ersten Teil der Rallye wirklich sehr schwierig und daher bin ich nur auf Ankommen gefahren. Obwohl wir mit einigen Problemen zu kämpfen hatten, haben wir es geschafft. Ich bin froh, dass mir die Dramen erspart geblieben sind, die viele andere Fahrer erlebt haben", gesteht der junge Russe.

"Jari-Matti Latvala war an diesem Wochenende eine Klasse für sich. Am Morgen des ersten Tages stand er unter Druck und wirkte angespannt. Aber danach präsentierte er sich in blendender Form, keiner konnte ihm folgen. Wir haben die Rallye mit der Hoffnung auf den WMTitel in Angriff genommen. Leider sollte es nicht sein. Aber der Sieg, der Dreifacherfolg und acht Fiesta RS WRC auf den ersten neun Plätzen waren ein dickes Trostpflaster", erklärt Malcolm Wilson, Direktor des Werksteams.

"Wir haben eine harte Saison erlebt. Dass Mikko so früh aus dem Titelrennen ausgeschieden ist, war eine große Enttäuschung", erläutert Gerard Quinn, Motorsport-Chef von Ford Europa. "Aber wir konnten zurückschlagen, Jari-Matti präsentierte sich in blendender Verfassung. Er hat den Sieg mehr als verdient. Ich freue mich für ihn und muss ihm für seine tolle Unterstützung, die er Mikko bei den vergangenen Rallyes gewährt hat, ein dickes Lob aussprechen. Er hat bewiesen, dass er ein echter Teamplayer ist."

"Der Fiesta RS WRC hat die Rallye Großbritannien auf den Plätzen eins, zwei und drei klar dominiert und es ist eine schöne Abrundung der Saison, dass die letzte Rallye in Bezug auf das Podium so endete wie die erste. Ich gratuliere auch Craig Breen und Gareth Roberts zum Gewinn der WRC-Akademie, den sie mit ihrem Fiesta R2 bereits gestern feiern durften."

Fotoquelle: Ford

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