Weltmeister Sebastien Loeb liegt beim Saisonfinale in Wales weiter in Führung

Rallye 2011

— 12.11.2011

SS12-14: Loeb baut Vorsprung aus

Der frisch gebackene Weltmeister Sebastien Loeb liegt in Wales weiter in Führung - Aus für Petter Solberg - Tag für Kimi Räikkönen gelaufen

Anders als am Vortag wurden die Akteure der Rallye-Weltmeisterschaft auf der dritten Etappe der Rallye Großbritannien von einem blauen Himmel und trockenen Bedingungen empfangen. Lediglich der auf einigen Waldpassagen noch vorhandene Schlamm nach den Regenfällen des Vortags machte einigen Piloten zu schaffen.

Sebastien Loeb, der nach dem Ausfall von Mikko Hirvonen seit Freitagabend als alter und neuer Weltmeister feststeht, machte auf den ersten drei von insgesamt sechs Prüfungen der dritten Etappe deutlich, dass er die Saison am liebsten mit einem Sieg beenden würde. Auf zwei der Vormittagsprüfungen sicherte sich der Franzose die Bestzeit und geht mit einem Vorsprung von 7,3 Sekunden in den Nachmittag.

Jari-Matti Latvala bleibt schärfster Verfolger von Loeb, büßte im Vergleich zum Freitagabend aber gut sechs Sekunden auf den Rekordweltmeister ein. Mads Östberg (Stobart-Ford) hält den dritten Rang und hat gute Chancen, diesen auch ins Ziel zu bringen. Petter Solberg, nach der zweiten Etappe noch der härteste Verfolger Östbergs, musste bereits vor der ersten Samstagsprüfung die Segel streichen. Henning Solberg erbte so den vierten Rang seines Bruders.

Ott Tänak begann den Tag am Steuer seines DMACK-bereiften Ford Fiesta RS WRC erneut stark und lag zwischenzeitlich bereits auf dem fünften Rang, fiel auf der dritten Prüfung jedoch auf Rang acht zurück, nachdem er eine Böschung touchierte. Matthew Wilson rückte dadurch auf Platz fünf nach vorn und sorgt für drei Ford Fiesta des Stobart-Teams unter den Top 5.

Kris Meeke im besten MINI geht als Sechster in die Mittagspause, musste sich jedoch mit allerlei technischen Problemen am John Cooper Works WRC herumschlagen. Die beiden Ford-Privatiers Dennis Kuipers (7.) und Ken Block (10.) liegen ebenso in den Top 10 wie Jewgeni Nowikow (9.) im dritten Fiesta des Werksteams.

SS12: Aus für Solberg - Probleme für Räikkönen und Meeke

Eröffnet wurde die dritte Etappe mit der "Hafren"-Prüfung. Der frisch gebackene achtfache Weltmeister Loeb sicherte sich auf der mit 32 Kilometern längsten Prüfung der Rallye die Bestzeit. Zu Beginn machte sein schärfster Verfolger Latvala die Pace, verlor dann allerdings rund zehn Sekunden und lief mit knapp sechs Sekunden Rückstand auf die Zeit von Loeb ein. "Ein Teil der Strecke war sehr schlammig. In einer 90-Grad-Kurve musste ich geradeaus in einen Notausgang ausweichen. Dabei ist mir der Motor abgestorben", erklärte der Ford-Pilot den Zeitverlust.

Noch schlimmer erging es Petter Solberg. Der nach der zweiten Etappe auf Platz vier liegende Norweger musste noch vor Beginn von SS12 die Segel streichen, nachdem der Citroen DS3 WRC seines eigenen Teams auf der Anfahrt zur ersten Prüfung des Tages mit einer gebrochenen Benzinpumpe den Dienst quittierte. Für den leidgeprüften Privatier Solberg ist das Saisonfinale damit gelaufen.

Kimi Räikkönen, der als Siebter des Klassements in den Tag startete, drehte sich auf der ersten Samstagsprüfung mit seinem Citroen in einen Graben und verlor nicht weniger als 21 Minuten. Für den Finnen ist der Tag damit vorzeitig beendet. Er wird am Sonntag unter SupeRallye-Regularien starten.

Auch Kris Meeke kam nicht ohne Probleme durch die Prüfung. Der Lokalmatador in Diensten des MINI Teams klagte über technische Probleme am John Cooper Works WRC: "Ich weiß nicht was los ist, aber irgendetwas mit dem Motor stimmt nicht. Wir haben plötzlich Leistung verloren. Es scheint ein größerer Defekt zu sein."

Überraschungsmann Tänak schloss die 32 Kilometer lange Prüfung als Drittschnellster ab. Der Este nahm Citroen-Werkspilot Sebastien Ogier mehr als vier Sekunden ab. Östberg beendete die Prüfung als Fünftschnellster, klagte anschließend aber über fehlenden Rhythmus: "Diese Prüfung war schrecklich für mich. Ich muss mich nun konzentrieren und schneller werden."

SS13: Hoffnungsschimmer bei Latvala

Die nur vier Kilometer kurze "Sweet Lamb"-Prüfung (SS13) absolvierte Latvala dann 0,3 Sekunden schneller als Loeb. Der Citroen-Pilot gab zu, diesmal nicht makellos gefahren zu sein: "Das war eine sehr schlammige Prüfung, auf der ich ein paar Fehler eingebaut habe", so Loeb. Ogier, Sordo und Tänak beendeten die zweite Prüfung des Tages ebenfalls in den Top 5.

Östberg, der weiterhin über fehlenden Rhythmus klagte und Teamkollege Wilson liefen dahinter auf den Positionen sechs und sieben ein. Wilson hatte dabei eine Schrecksekunde zu überstehen. "Plötzlich lag ein großer Stein mitten auf der Ideallinie. Ich habe ihn getroffen und das Auto wurde ausgehoben. Wir hatten sehr viel Glück, dass nicht mehr passiert ist."

SS14: Tänak wirft Top-5-Platzierung weg

Die letzte Prüfung des Vormittags, die 28 Kilometer lange "Myherin"-Schleife ging erneut an Loeb, der seinen Vorsprung im Klassement damit auf 7,3 Sekunden vor Latvala ausbauen konnte. Ogier, Östberg und Dani Sordo im MINI liefen auf den Plätzen drei bis fünf ein.

Unterdessen musste der zuvor schnell unterwegs gewesene Tänak einen Rückschlag hinnehmen. Der Este verlor auf SS14 rund zwei Minuten und erklärt wie es dazu kam: "Wir waren gerade mit unserem Aufschrieb beschäftigt, als wir von der Straße abkamen und eine Böschung trafen. Daraufhin war der Kühler mit lauter Schmutz verstopft und der Motor drohte zu überhitzen. Wir mussten anhalten und den Kühler vom Dreck befreien."

MINI-Pilot Meeke, der nach den Problemen Tänaks auf den sechsten Gesamtrang nach vorn rückte, ist froh, den mittäglichen Service-Park in Reichweite zu haben. "Wir haben immer noch Probleme", so der Brite. "Der Turbo funktioniert nicht und das Getriebe hat immer wieder Aussetzer. Ich hatte meinen Fuß seit Beginn der Prüfung voll auf dem Gaspedal. Bis zum Nachmittag müssen wir zudem ein Problem an der Halterung des Motors lösen."

Gesamtwertung nach 14 von 23 Sonderprüfungen (Top 10):
01. Sebastien Loeb (Citroen) 2:00.30,8 Stunden
02. Jari-Matti Latvala (Ford) +7,3 Sekunden
03. Mads Östberg (Ford) +1.51,0 Minuten
04. Henning Solberg (Ford) +4.06,1
05. Matthew Wilson (Ford) +5.16,6
06. Kris Meeke (MINI) +5.21,8
07. Dennis Kuipers (Ford) +6.14,1
08. Ott Tänak (Ford) +6.17,2
09. Jewgeni Nowikow (Ford) +7.13,2
10. Ken Block (Ford) +10.11,1

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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