Malcolm Wilson und Mikko HIrvonen pflegten ein freundschaftliches Verhältnis

Rallye 2011

— 27.11.2011

Wilson: "Wir werden Mikko vermissen"

M-Sport-Chef Malcolm Wilson erklärt die Gründe für die Trennung von Mikko Hirvonen - Im Moment liegt die Priorität darin, Ford in der Rallye-WM zu halten

Zum zweiten Mal hat Mikko Hirvonen beim Saisonfinale nicht seine Titelchance nutzen können. Das Kapitel Ford ist für den Finnen damit beendet, denn er fährt ab der kommenden Saison neben Weltmeister Sebastien Loeb bei Citroen. Mittlerweile hat Hirvonen auch schon die ersten Testfahrten mit dem DS3 WRC absolviert. Malcolm Wilson, der Chef von M-Sport, muss sich nun einen Ersatz suchen, der gemeinsam mit Jari-Matti Latvala den Kampf gegen Citroen aufnimmt. Der Brite muss sich aber vorerst noch um eine andere Baustelle kümmern, denn Ford hat noch immer nicht zugesagt, ob man in der kommenden Saison die WRC als Hersteller bestreiten wird.

"Im Moment wissen wir nicht, was wir im Jahr 2012 genau mit Ford machen werden. Hoffentlich finden wir eine Lösung, damit wir Ford als Hersteller in der WRC halten können. Sie sind bereits seit der Gründung im Jahr 1979 dabei. Hoffentlich können wir die Verhandlungen bald abschließen", sagt Wilson gegenüber 'iRally'. "Darauf liegt im Moment die Priorität. Erst danach kommen unsere Fahrer."

"Was Mikko betrifft, es war ein schwieriger Moment. Wir waren eine lange Zeit zusammen. Er war ein sehr wichtiger Faktor beim Gewinn der Markenweltmeisterschaft. Zweimal haben wir bis zum letzten Rennen Chancen auf den Fahrertitel gehabt. Leider hat es nie geklappt. Es gab zwischen mir und ihm eine spezielle Verbindung", meint Wilson. "Er wird mich vermissen, denn ich werde ihn bestimmt vermissen."

"Trotzdem freue ich mich darauf, ihn im roten Overall zu sehen. Viele Leute im Team haben mit ihm lange zusammengearbeitet. Wir werden ihn sicherlich vermissen, wünschen ihm aber alles Gute. Hoffentlich ist er nicht zu erfolgreich, falls wir im nächsten Jahr noch dabei sein werden. Es waren glückliche Jahre zusammen."

"Er hatte uns einmal für zwölf Monate verlassen, aber als wir 2006 und 2007 den Titel ins Visier nahmen, war er meine Wahl für den Fahrer neben Markus (Grönholm; Anm. d. Red.). Man weiß nie, was in der Zukunft passieren wird. Wie gesagt, liegt unsere Priorität darauf, Ford in der WM zu halten."

Wieso hat Wilson seinen Fahrer gehen lassen, und ausgerechnet noch zum größten Konkurrenten? "Die Situation war klar. Wir hatten eine Option auf seine Dienste, auf die wir uns einigten, als wir den Vertrag vor zwei Jahren verlängert haben. Diese Option ist ausgelaufen. Wir waren nicht in der Position, um einen Deal einzufädeln", spricht Wilson die schwebende Situation um Ford an.

"So schwierig es auch ist, verstehe ich die Situation von Mikko und seinem Management. Wir konnten keinen Vertrag vorlegen, also mussten sie an seine Karriere denken. Er ist erst 31 und muss in einem Topauto sitzen. Ich wünsche ihm alles Gute, aber hoffentlich ist er nicht zu erfolgreich."

Nach einigen Jahren Durststrecke bewegt sich die Rallye-WM wieder auf glorreichere Zeiten zu. Dennoch ist offen, ob sich Ford bis Mitte Dezember, wenn die Nennfrist abläuft, erneut einschreiben wird. "Es wird derzeit über viele Dinge diskutiert. Die WRC ist die Königsklasse im Rallye-Sport. Man muss aber viele Sachen berücksichtigen, die S2000, die Akademie, die Autos für regionale Meisterschaften."

"Wir bauen gerade einen Fiesta R1, und im Jahr 2013 kommen von der FIA neue Regeln bezüglich eines R4-Autos. Es gibt also viele Aspekte", schildert Wilson die Komplexität. "Wir bauen prinzipiell alle Rallye-Autos für Ford auf. Es müssen viele Sachen an den Platz finden. Ich weiß, dass Ford definitiv einen Weg finden will, um in der WRC zu bleiben."

"M-Sport will weiterhin Fords bauen und Erfolge feiern. So wie wir in Großbritannien gewonnen haben und acht Autos in die Top 10 gebracht haben. Das ist ein neuer Rekord. Alle Boliden wurden bei M-Sport vorbereitet. Ich glaube nicht, dass wir diesen Rekord in der Zukunft noch schlagen werden."

Sollte es weitergehen, gibt es ein Topauto ohne Fahrer. Hat Wilson schon einen Nachfolger für Hirvonen ins Auge gefasst? "Jari-Matti hat einen Vertrag. Sollte Ford weitermachen, dann wird er in einem Cockpit sitzen. Die meisten Leute kennen die vorhandenen Fahrer. Und ich spreche auch mit ihnen. Es hängt aber viel von den Verträgen und der zukünftigen Strategie ab. Junge Fahrer haben auch gute Leistungen in Ford-Autos gezeigt. Ich weiß es nicht. Wie gesagt, das Wichtigste ist, dass Ford in der WRC bleibt."

Fotoquelle: Ford

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