Ken Block hat in seiner WM-Karriere insgesamt acht WM-Punkte gesammelt

Rallye 2011

— 28.11.2011

Block: "Das Level ist sehr hoch"

In seinen ersten beiden Jahren hat Ken Block viel in der Rallye-WM gelernt - Einfach war es für den US-Amerikaner in der Riege der Weltelite nicht

In den vergangenen beiden Jahren hat Ken Block insgesamt 16 Rallyes in der Weltmeisterschaft bestritten. Für den US-Amerikaner war es bislang ein Lernprozess auf hohem Niveau. Im Vorjahr kam der 44-Jährige einmal in die Punkteränge (Spanien) und in der abgelaufenen Saison zweimal (Frankreich und Wales). Block ist ganz anders als die meisten Rallye-Fahrer. Er hat nicht die Nachwuchsklassen bestritten, wie die meisten anderen WRC-Piloten. Berühmt wurde er mit seinen Gymkhana-Videos, doch während die Kurzfilme ein Spaß sind, gibt es auf den Rallye-Pisten beinharten Wettbewerb.

"Ich hatte auch etwas Glück, speziell als ich in Wales in einen Zaun fuhr und trotzdem noch Neunter wurde. Wir hatten aber auch Pech und viele technische Probleme", wird Block von 'WRC.com' zitiert. "Ich wünschte, dass es eine bessere Saison gewesen wäre, aber leider gab es Rallyes wie Mexiko, wo es ein gutes Resultat hätte werden können, aber am Ende war es aufgrund der Technik schlecht. Es war ein neues Auto, das jetzt entwickelt und zuverlässig ist, aber zu Beginn wurde ich von vielen Defekten heimgesucht. Generell habe ich viel gelernt. Das ist das einzige, das ich von diesem Jahr mitnehmen kann."

In den beiden Jahren hat Block die verschiedensten Dinge erlebt. "Die größte Überraschung war Portugal 2010, als ich mich dreimal überschlagen hatte und neben der Straße in einem Graben gelandet war. Ich hatte das überhaupt nicht erwartet", sagt Block gegenüber der 'GPWeek'. "Ich wusste, dass ich eine Zeit brauchen würde, bis ich mich auf die Asphalt-Rallyes einstelle. Ich habe viel gelernt. Mein bestes Resultat 2010 war Rang neun in Spanien auf Asphalt."

"Aber dann waren Platz acht und eine viertschnellste Prüfungszeit in Frankreich in diesem Jahr meine größte persönliche Errungenschaft. Ich wusste immer, dass ich auf Schotter recht gut bin, aber auf Asphalt würde ich immer zu kämpfen haben. Ich habe die Herausforderung genossen, das zu lernen. Die größte Überraschung war die viertschnellste Prüfungszeit in Frankreich. Davor hatte ich aufgrund einer schlechten Abstimmung in Deutschland eine schlechte Rallye. Ich hätte nie gedacht, dass ich auf Asphalt gut sein würde. Ich hatte mich im Auto überhaupt nicht wohl gefühlt."

Block lernt und verfeinert den Aufschrieb

Die Leistungssteigerung kam nicht von ungefähr, denn Block konnte vor Frankreich testen. Jeder Meter im Auto ist für ihn wichtig. "Es fühlte sich richtig gut an, vor Frankreich zu testen und das Auto so vorzubereiten, wie ich es will. Dann hatten wir eine gute Rallye. Es hatte alles zusammengepasst. Diese Erfahrung ist ein Mitgrund, warum ich es so genieße. Man kann lernen, wo man schwach ist, wo ich pushen muss. Ich weiß, wann und wo ich bestimmte Sachen machen muss, aber Asphalt war eine ganz neue Lernerfahrung für mich."

Block ist ein Fahrer, der Hilfe von außen gerne annimmt, um den Erfahrungsnachteil auszugleichen. "Ich habe Fahrtrainings mit verschiedenen Instruktoren gemacht, aber hauptsächlich habe ich in diesem Jahr versucht, alles umzusetzen. Die Trainings habe ich im Vorjahr gemacht, während ich mich in dieser Saison darauf konzentriert habe, meinen Aufschrieb besser und besser zu machen."

"Daran habe ich auch bei der Recce in Spanien hart gearbeitet. Ich habe das Wissen umgesetzt, um den Aufschrieb zu verfeinern. Ich kann deshalb bessere Linien fahren und bin schneller. Es ist ein konstanter Prozess." Diesen Prozess erlebte auch Ex-Formel-1-Weltmeister Kimi Räikkönen. Beide waren meist um Platz zehn herum unterwegs. Das Level in der WM ist sehr hoch.

Hohe Leistungsdichte in der WRC

"Das habe ich erwartet", meint Block. "Es sind die besten Rallye-Fahrer der Welt dabei. Ich wusste, wie schwierig es werden würde, eine halbe Sekunde zu finden. Der erste Teil, hinaus zu fahren und eine Basis zu haben, war noch einfach. Eigentlich ist es überraschend, wenn man lernt, wie man die letzten Prozente findet. Man fühlt, dass man immer schneller und schneller wird, aber wenn man dann auf die Zeitenliste blickt, sieht man, dass es noch ein langer Weg ist. Das gehört dazu. Manchmal gibt es Rallyes, so wie Frankreich, wo man Fortschritte erzielt. Das ist es dann wert."

Noch steht sein Programm für die kommende Saison nicht. Es wird aber weitergehen. "Wir werden ganz sicher wieder dabei sein", bestätigt Block. "Wir haben das Programm noch nicht finalisiert, aber es wird ein stressiges Jahr werden. Ich werde einige Veranstaltungen in Amerika bestreiten und die meisten oder alle Rallye-Cross-Rennen fahren. Dann gibt es wahrscheinlich fünf Events der Gymkhana-Tour."

"Ich werde aber definitiv einige meiner Lieblingsrallyes fahren, wie Mexiko und Neuseeland, oder auch Deutschland. Ich glaube, ich werde auch in Finnland dabei sei, weil das Datum der X-Games verschoben wurde. Das freut mich sehr."

Fotoquelle: 2011 Rallye Australia

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