Welche Firma wird die WRC künftig vermarkten? Vieles spricht für 'Eurosport'

Rallye 2012

— 07.01.2012

Kein Geld aus Katar: North One steht vor der Pleite

Die Rettung des bisherigen WRC-Promotors North One Sports scheint endgültig zu scheitern - Die Vermarktungsagentur fühlt sich von der FIA im Stich gelassen

Die Zeichen verdichten sich, dass der TV-Sender 'Eurosport' schon bald die Vermarktung der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) übernehmen wird. Der bisherige Promotor North One Sports (NOS) wird laut Informationen unserer Kollegen von 'Autosport' seinen Geschäftsbetrieb in der kommenden Woche einstellen. Ein millionenschwerer Deal mit Investoren aus Katar, der die in finanzielle Probleme geratene Vermarktungsagentur hätte retten sollen, ist offenbar gescheitert. Somit wäre der Weg für 'Eurosport' endgültig frei.

Der paneuropäische Sportsender bestätigte am Freitag, dass man mit dem Motorsport-Weltverband FIA über eine Vermarktung der WRC sprechen würde, sobald der Vertrag mit NOS aufgelöst worden sei. Mit der Tochterfirma Eurosport Events vermarktet 'Eurosport' bereits die seit 2006 bestehende Intercontinental Rally Challenge (IRC), die sich in den vergangenen Jahren im Rallyesport als zweite Liga unterhalb der WRC etablieren konnte.

Das wahrscheinliche Ende von NOS hatte sich derweil in den vergangenen Wochen immer stärker abgezeichnet. Die Firma Convers Sports Initiatives (CSI), zu der NOS seit dem vergangenen Jahr gehört, musste im Herbst 2011 Insolvenz anmelden. Zuvor war Firmeneigentümer Wladimir Antonow festgenommen worden, da er der Veruntreuung von Geldern der litauischen Snoras Bank verdächtigt wird. Im Zuge dieses Skandals wurde die Bank im November von der Regierung in Vilnius notverstaatlicht.

Bei NOS ist die Enttäuschung über die bevorstehende Pleite hingegen groß. Rund 40 Angestellte fürchten um ihren Job, dazu kommen 20 weitere freie Mitarbeiter. Zudem fühlt sich NOS vom langjährigen Geschäftspartner FIA im Stich gelassen. "Was so unfassbar enttäuschend ist, nachdem wir elf Jahre lang so hart für die WRC gearbeitet haben, ist, dass niemand von der FIA zum Telefonhörer gegriffen und mit uns geredet hat", zitiert 'Autosport' einen namentlich nicht genannten NOS-Mitarbeiter.

NOS habe hingegen verzweifelt versucht, die FIA anzurufen. Doch als Reaktion habe man "totale Missachtung" erfahren. Dabei sei der angedachte Deal mit Investoren aus Katar mit Abstand das Beste gewesen, was dem Rallyesport und der WRC hätte passieren können.

Fotoquelle: xpb.cc

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