Der Ford Fiesta RS WRC hat eine neue Lackierung für 2012 erhalten

Rallye 2012

— 13.01.2012

Monte Carlo: Ford peilt Podium an

Ford-Speerspitze Jari-Matti Latvala will bei der Rallye Monte Carlo mit einem Podestplatz die Mission WM-Titel starten - Petter Solberg hat in den Seealpen viel Erfahrung

Kaum 65 Tage ist es her, dass Ford beim Saisonfinale 2011 mit dem Fiesta RS WRC alle drei Podiumspltze der Wales-Rallye Grobritannien belegte. Nun steht das Ford World-Rally-Team (WRT) bereit, ab dem kommenden Mittwoch die neue WM-Herausforderung in Angriff zu nehmen - mit der berhmtesten Rallye der Welt. Pnktlich zu ihrer 80. Auflage feiert die ebenso legendre wie unberechenbare "Monte" (17. bis 22. Januar) nach drei Jahren der Abwesenheit die Rckkehr in den Weltmeisterschafts-Kalender.

Die Werksabordnung von Ford hat sich fr die bevorstehende Aufgabe neu aufgestellt - mit neuem Team-Namen, einem modernisierten Design fr die Fiesta RS World-Rally-Cars (WRC) und einem modifizierten Fahrerkader. Neben Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila teilen sich ab dieser Saison der ehemalige Weltmeister Petter Solberg und Beifahrer Chris Patterson das Cockpit des zweiten Turbo-Allradlers.

Die traditionsreiche Rallye Monte Carlo bricht aus dem von WM-Rallyes gewohnten Format aus und verfolgt ein Konzept, wie es vor 15 Jahren in der Knigsklasse blich war. So erstreckt sich die Veranstaltung ab kommendem Mittwoch ber fnf Tage und umfasst 18 Wertungsprfungen ber insgesamt 433,36 Kilometer - damit ist sie der lngste WM-Lauf seit der Safari-Rallye Kenia 2002.

Als Startort dient die vor den Seealpen gelegene Ardeche-Metropole Valence. Ab Freitag zieht der Rallye-Zirkus gen Sden in die mondne Mittelmeer-Enklave Monaco. Prinzipiell zhlt die Rallye Monte Carlo dabei zu den Asphalt- Lufen - unvorhersehbare Wetterlagen und -umschwnge stellen die Fahrer jedoch hufig vor immense Aufgaben.

Das Spektrum mglicher Fahrbahnzustnde ist enorm und reicht von staubtrocken ber wassergeflutet bis hin zu Eis und Schnee - unter Umstnden sogar innerhalb einer einzigen Wertungsprfung, die sich aus den Tiefen der Tler ber hoch gelegene Bergpsse in die nchste steile Abfahrt ziehen kann oder von der sonnenverwhnten auf die Schattenseite eines Canyons wechselt.

Reifenwahl bei der "Monte" entscheidend

Diese Umstnde erklren auch, warum die richtige Reifenwahl bei der Rallye Monte Carlo eine so bergeordnete Bedeutung besitzt und schnell ber Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Zumal die Pneus nicht nur fr eine, sondern stets fr eine Gruppe von Wertungsprfungen passen mssen und die Entscheidung zugunsten des einen oder anderen Typs teilweise Stunden im Voraus getroffen wird. Oftmals gibt es ohnehin nicht den einen perfekten Reifen, wenn sich das Wetter als besonders wechselhaft erweist. Den Schlssel zum Erfolg kann in diesem Fall auch jener Pneu darstellen, der unter dem Strich die wenigsten Nachteile bietet.

Zugunsten einer mglichst hohen Treffsicherheit bei der Wahl der Reifen kommt es bei der "Monte" stark auf das Team an. Wetterbeobachter, die sich an strategischen Punkten positionieren und Vernderungen melden, sowie die sogenannten Ice-Crews von Latvala und Solberg spielen dabei die entscheidende Rolle.

Dabei handelt es sich zumeist um erfahrene Rallye-Fahrer und -Beifahrer, die die Prfungen kurz vor dem Start des ersten Teilnehmers noch einmal besichtigen und den Aufschrieb des Copiloten mit den jngsten Informationen zum Straenzustand ergnzen. Auch sie liefern wichtige Hinweise fr die Reifenwahl.

Michelin, der Reifenpartner von Ford in der Rallye-Weltmeisterschaft, bringt zur "Monte" fnf neu entwickelte Pneu-Typen mit. Der Michelin Pilot Sport fr trockenen und nassen Asphalt steht in gleich drei Laufflchenmischungen zur Verfgung. Als Winterreifen fr Schnee und Eis ist der Michelin Pilot Alpin WRC vorgesehen, der mit und ohne Spikes erhltlich ist.

Latvala in Topform

Latvala nimmt die neue Saison ebenso wie die Rallye Monte Carlo voller Zuversicht in Angriff. "Ich fhle mich gerade auf Asphalt so konkurrenzfhig wie noch nie zuvor", betont der 26-Jhrige, der im Vorjahr die meisten Prfungs-Bestzeiten setzen konnte. "Wir haben alle Puzzle-Stcke, die wir fr einen erfolgreichen Angriff auf die WM-Titel bentigen, in der Hand - ein starkes Team, mit dem Fiesta RS WRC ein schnelles und zuverlssiges Rallye-Auto sowie zwei starke Fahrer."

"Jetzt mssen wir diese Einzelteile nur noch zu einem erfolgreichen Ganzen zusammensetzen. Gelingt uns dies, knnen wir um beide WM-Kronen kmpfen. Ich bin seit 2008 Werksfahrer von Ford, aber nie zuvor besaen wir grere Chancen als in diesem Jahr." Dass die neue Saison statt in Schweden in den franzsischen Seealpen beginnt, sieht der Finne nicht unbedingt als Vorteil. "2010 und 2011 konnten wir jeweils mit einem Sieg in das WM-Jahr starten", so Latvala.

"Dies zu wiederholen, wird fr uns gegen die erklrten Asphalt-Experten sehr schwierig. Eine Platzierung unter den ersten Drei sehe ich fr uns bereits als Erfolg. Danach kommen dann Rallyes, die uns besser liegen. Die Straen der 'Monte' sind zuweilen sehr alt und wellig, der Grip-Level wechselt stndig. Auch die Wahl der Reifen gestaltet sich zuweilen als kompliziert. Wenn wir zum Beispiel in Monaco im Service-Park am Ufer des Mittelmeers stehen, mssen wir wissen, wie es oben in den Bergen aussieht und entscheiden, welche Pneus wir aufziehen lassen."

"Wer dabei einen Fehler begeht, verliert viele Sekunden - pro Kilometer. Die Reifen sind schnell das Pendel an der Waage, wenn es um Sieg und Niederlage geht." Solberg kennt die Besonderheiten der Rallye Monte Carlo so gut wie kaum ein anderer Teilnehmer. Der Norweger, der vor Weihnachten bei Ford unterschrieb, geht hier zum 13. Mal an den Start. Inzwischen hat er zwei Tage mit dem Fiesta RS WRC getestet, heute (Freitag; Anm. d. Red.) stand ein weiterer auf dem Programm.

Solberg zhlt auf seine Erahrung

Trotzdem fhlt sich der 37-Jhrige gut gerstet fr die neue Herausforderung: "Mein erste Ausfahrt mit dem Fiesta RS WRC unternahm ich bei schwierigen Wetterbedingungen, aber ich habe sofort ein gutes Gefhl fr dieses Auto entwickelt", so der bei den Fans besonders beliebte Blondschopf. "Zudem bin ich auch im Vorjahr die 'Monte' gefahren, als sie nicht zur WM zhlte. Daher kenne ich die aktuellen Prfungen mit Ausnahme der beiden neuen."

"Mir gefllt diese Rallye, auch wenn sie zum Teil mit heimtckischen Bedingungen aufwartet. Bleibt es trocken, ist es einfach. Wird es feucht, mssen wir mit Schnee und 'schwarzem Eis' rechnen, das sich mit bloem Auge kaum erkennen lsst. Dann kommt es auf die richtigen Reifen an. Hier immer die richtige Wahl zu treffen, verlangt nach einem kompetenten Team, einer guten Strategie und den perfekten Wetterprognosen."

Bereits 1999 und 2000, also zu Beginn seiner Profikarriere, fuhr Solberg fr Ford. Nun kehrt er zurck. "Ich freue mich sehr, wieder fr ein Werk starten zu knnen - dies war der Grund, warum ich in den vergangenen drei Jahren mit meinem eigenen Team an der WM teilnahm. Aber ich bin nicht hier, um die Teilnehmerliste aufzufllen. Jari-Matti Latvala und ich wollen um Siege und Titel kmpfen - und ich bin mir sicher, dass uns dies gelingen wird."

Ford hat zur Vorbereitung auf die Rallye Monte Carlo einen dreitgigen Test in der franzsischen Ardeche abgespult. Latvala kam dabei am Mittwoch und Donnerstag zum Einsatz. Er fuhr 630 Kilometer.

Fotoquelle: M-Sport

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