Weltmeister Sebastien Loeb führt nach dem ersten Rallye-Tag der Saison

Rallye 2012

— 18.01.2012

SS3-4: Loeb führt nach Latvala-Überschlag

Weltmeister Sebastien Loeb (Citroen) übernimmt die Führung am ersten Tag der Rallye Monte Carlo - Jari-Matti Latvala (Ford) scheidet durch Überschlag aus

Die erste Etappe der Rallye Monte Carlo war vom Wetter und der Reifenwahl geprägt. Alles richtig machte wieder einmal Weltmeister Sebastien Loeb, der nach den ersten vier Prüfungen mit einem Vorsprung von 1:04 Minuten in Führung liegt. Erster Verfolger des Citroen-Piloten ist Dani Sordo im MINI. Dramen gab es im Ford-Lager: Jari-Matti Latvala ging mit einer komfortablen Führung in den Nachmittag, doch auf der vierten Sonderprüfung schied der Finne durch einen Überschlag aus. Überraschung des Tages ist Sebastien Ogier, der sich mit seinem Skoda Fabia S2000 auf Platz vier schob.

Zunächst wurde erneut die 36,87 Kilometer lange Strecke zwischen Le Moulinon nach Antraigues absolviert. Loeb musste erneut als Erster auf die Strecke gehen. Diesmal war die Reifenwahl etwas anders als am Vormittag. Der Citroen hatte Slicks der Mischungen soft und supersoft dabei, aber im Gegensatz zum Vormittag keine Spikereifen. SS3 war über den Mittag weitestgehend aufgetrocknet. Loeb brauchte für die Strecke 23:57 Minuten und stellte die Bestzeit auf. "Es war okay. Ich hatte zwar nicht die beste Reifenwahl, aber meine Zeit ist nicht schlecht. Ich habe keine Spikes, also müssen wir abwarten."

Latvala war lediglich um vier Zehntelsekunden langsamer und markierte die zweitbeste Zeit. "Es war eine gute Prüfung. Ich bin sehr glücklich mit dem Auto, es funktioniert im Trockenen genauso gut wie auf Schnee. Ich habe ein relaxtes Gefühl. Ich hätte hier und da noch schneller fahren können, aber es ist eine sehr lange Prüfung, da passieren kleine Fehler. Die nächste Prüfung wird viel schwieriger. Im Moment wissen wir nicht, wie stark der Schnee geschmolzen ist. Man muss sich selbst Vertrauen und darauf konzentrieren, was man kann."

Im Vergleich zum Vormittag ging es diesmal enger zu. Die Top 4 befanden sich innerhalb von acht Sekunden. Die drittbeste Zeit markierte Ford-Neuzugang Petter Solberg, der sich entspannt präsentierte. "Es war sehr gut und ich genieße es. Das Auto ist schön zu fahren. In der Früh war ich vor der ersten Prüfung sehr nervös. Jetzt bin ich an den Zeiten der Topfahrer dran." Die viertbeste Zeit ging an Sordo, dessen MINI nach den Beschädigungen vom Vormittag während des Mittagsservice wieder gerade gebogen wurde.

Eine starke Leistung zeigte Youngster Thierry Neuville. Der Belgier vom Citroen Juniorteam büßte lediglich neun Sekunden auf Loeb ein und klassierte sich auf Platz fünf. Das weitere Feld lag schon etwas zurück. Mikko Hirvonen war um 26,9 Sekunden langsamer als sein neuer Teamkollege Loeb. Der Finne vermutete einen Reifenschaden, doch es stellten sich Bremsprobleme heraus. Pierre Campana (MINI) meldete sich auf Platz sieben, gefolgt von Jewgeni Nowikow (Ford).

Ogier mischte als Neunter mit dem Skoda Fabia S2000 wieder munter in der Riege der stärkeren WRC-Boliden mit. Henning Solberg hatte große Bremsprobleme an seinem Ford Fiesta und verlor zwei Minuten. An der Spitze der Gesamtwertung blieb nach der dritten Sonderprüfung alles gleich. Latvala führte 30,1 Sekunden vor Loeb.

SS4: Latvala wirft Auto weg

Anschließend wartete die vierte Sonderprüfung über 30,48 Kilometer von Burzet nach St. Martial auf die Rallye-Asse. Dabei überschlugen sich die Ereignisse. Loeb startete als Erster, gefolgt von Hirvonen und Latvala. Letzterer kam aber nicht im Ziel an. Bei einer verschneiten Stelle überschlug sich Latvala. Gerard Quinn, der Sportchef von Ford für Europa, stand an der Strecke und machte sich zu seinem Fahrer auf. Er bestätigte, dass Latvala okay war, aber das Auto klebte in einer Mauer. Da es in Monte Carlo keine SupeRallye gibt, ist Latvala ausgeschieden.

Als Erster kam sein Teamkollege Petter Solberg an der Unfallstelle vorbei: "Es war für mich ein sehr guter Tag. Ich bin sehr zufrieden." Zum Ausfall seines Teamkollegen sagt der Norweger: "Er ist sehr gut gefahren und war in guter Form. Es tut mir für ihn sehr leid. Nun muss ich das Beste für das Team herausholen." Solberg muss nun die Kohlen für Ford aus dem Feuer holen. Er hatte sich aber für die falschen Reifen entschieden und hinten Spikes aufgezogen. Auf Loeb verlor er 53,4 Sekunden.

Loeb geht überlegen in Führung

Der Franzose sicherte sich die Bestzeit und übernahm auch die Führung im Gesamtklassement. Diesmal hatte er sich für vier soft-Reifen ohne Spikes entschieden. "Ich glaube, ich habe eine bessere Reifenwahl als er (Latvala; Anm. d. Red.) getroffen. Er hatte auch Druck. Er hat die gleiche scheiß Wahl wie ich am Vormittag getroffen", sagt Loeb. "Ich hatte vier weiche Reifen und das war klar die richtige Entscheidung. Ich hatte guten Grip und das Auto war gut in der Balance."

Eine Überraschung lieferte Routinier Francois Delecour (Ford) ab, der seine Erfahrung ausspielte, auch auf die richtigen Reifen setzte, und die zweitbeste Prüfungszeit aufstellte. Der 49-jährige Franzose war nur 35 Sekunden langsamer als Loeb. Platz drei ging an Solberg, gefolgt von Sordo. Der Spanier büßte 42 Sekunden ein, ist in der Gesamtwertung aber erster Loeb-Verfolger. Er hat 1:04,2 Minuten Rückstand auf den Weltmeister. Solberg beendete seinen ersten Ford-Arbeitstag auf Platz drei des Gesamtklassements, eine Sekunde hinter Sordo.

Gut in Szene setzten konnte sich auch Nowikow. Der Russe wählte für die vierte Prüfung vorne Spikes und hinten Slicks. Das brachte ihn auf Platz fünf und in er Gesamtwertung auch auf Rang fünf. "Es war sehr schwierig. In dieser Prüfung war es am Ende sehr rutschig und das Auto war schwierig zu kontrollieren. Trotzdem hatte ich Spaß. Meine Leistung war nicht so schlecht, ich bin hier zum ersten Mal diese Straßen gefahren."

Ogier im S2000 vorne mit dabei

Viel Spaß hatte auch Ogier in seinem neuen Arbeitsgerät. Der Franzose zeigte sein Talent im schwächeren Auto, fuhr die sechstschnellste Zeit und beendete seinen ersten Tag als Volkswagen -Werksfahrer auf Platz vier - mit einem Skoda Fabia S2000! "Es war sehr schön. Es war ein schwieriger Tag. Ich hoffe, dass alle Rallyes so laufen", sagt ein gut gelaunter Ogier. Er fuhr übrigens auch mit Spikereifen an der Hinterachse.

Für Hirvonen ist sein erster Citroen-Tag weniger gut verlaufen. Der Finne hatte sich auf der dritten Prüfung eine Bremse bei einem Anschlag beschädigt. In der Gesamtwertung rutschte der Vizeweltmeister auf Platz sechs ab, 2:30 Minuten hinter Loeb. "Es war knifflig. Ich in froh, dass ich im Ziel bin, denn es ist noch ein langer Weg. In der dritten Sonderprüfung habe ich eine Mauer berührt, dabei wurde die Bremse beschädigt. Die Bremse funktionierte nur noch bei drei Rädern, weshalb es sehr schwierig war." Generell war Hirvonen mit nur einer Prüfung des Tages zufrieden. Der Lernprozess läuft.

Auch bei einem anderen Fahrer setzte sich der Lernprozess fort. Nachdem Neuville mit einer starken Zeit zu beeindrucken wusste, blieb sein Citroen DS3 WRC auf der vierten Prüfung stehen. Es gab technische Schwierigkeiten. Delecour kam gut durch und verbesserte sich mit der zweitbesten Zeit auf den siebten Gesamtrang. Pierre Campana (MINI), Ott Tänak (Ford) und Per-Gunnar Andersson (Proton) komplettierten die Top 10.

Morgen stehen die nächsten sechs Prüfungen auf dem Programm.

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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