Jari-Matti Latvala warf eine gute Siegchance über eine Mauer weg

Rallye 2012

— 19.01.2012

Latvala: "Es killt mich innerlich"

Jari-Matti Latvala hat die Schuld für den Ausfall bei der "Monte" auf sich genommen - Die Enttäuschung des Ford-Piloten ist groß, doch der Blick ist nach vorne gerichtet

Ford hat für diese Saison Jari-Matti Latvala als Nummer eins auserkoren. Der Finne ist topmotiviert zur Rallye Monte Carlo gereist und eroberte auf der zweiten Sonderprüfung dank einer klugen Reifenwahl und einer starken Fahrt die Führung. Diese hatte Latvala auch am Nachmittag der ersten Etappe mit großem Vorsprung auf Weltmeister Sebastien Loeb (Citroen) inne. Auf der vierten Sonderprüfung ging dann alles schief. Latvala war in einer Rechtskurve zu schnell, rutschte nach außen, traf eine Mauer und überschlug sich darüber. Dem 26-Jährigen und seinem Beifahrer Miikka Anttila war dabei nichts passiert, aber der Ford Fiesta RS WRC war beschädigt.

Da es bei der "Monte" keine SupeRallye,die seit dieser Saison "Rallye 2" heißt, gibt, war Latvala ausgeschieden. Die Mission WM-Titel begann mit einem Nuller. "Nach zehn Kilometern änderte sich der Untergrund von trocken auf Eis. In einer schnellen Rechtskurve, die auf 90 Grad zumachte, konzentrierte ich mich nur auf das Eis und nicht auf den Aufschrieb", schildert Latvala. "Ich war zu schnell und versuchte das Auto zurück auf die Straße zu bringen, aber es ist mir weggerutscht."

"Ich wollte um den Sieg kämpfen und dann ist mir der Fehler passiert. Ich dachte, ich würde in der eisigen Passage Zeit gewinnen, weil ich dort am Vormittag so schnell war", schildert der enttäuschte Finne. "Ich habe zu hart gepusht. Bei diesen Bedingungen kann einem leicht ein Fehler passieren." Bis dahin war Latvala gut aufgestellt und hatte die richtigen Karten, um Loeb herauszufordern. Schlussendlich erbte der Franzose eine komfortable Führung und ist auf Kurs zu seinem sechsten Monte-Sieg.

Ford-Teamchef Malcolm Wilson ist natürlich enttäuscht: "Ich habe mit Jari vor der vierten Prüfung gesprochen. Er schien alles unter Kontrolle zu haben und sah die Situation relaxt. Dann ist ihm einer seiner seltenen Fehler passiert, für den er die Schuld auf sich genommen hat. Es ist sehr enttäuschend, dass es hier keine SupeRallye gibt. Das raubt ihm die Chance, einige Punkte für die Herstellerwertung zu sammeln." Wilson hatte sich im Vorfeld klar dagegen ausgesprochen, dass es bei der "Monte" diese Regel nicht gibt.

Latvala blickt nun nach vorne: "Alles war vorhanden um es gut zu machen. Das killt mich innerlich. Jetzt müssen wir an die Weltmeisterschaft denken. Es gibt noch zwölf Rallyes bei denen wir um den Sieg kämpfen können. Wir müssen in Schweden stark zurückkommen." Ford hatte sich in Monte Carlo nicht den Sieg ausgerechnet, sondern wollte mit einem soliden Podestplatz in die Saison starten. Siege waren von vornherein für die kommenden Rallyes geplant.

Schweden, wo Anfang Februar der zweite WM-Lauf stattfindet, ist ein gutes Pflaster für Ford. Seit 2006 ist die Marke dort ungeschlagen. Latvala hat im Jahr 2008 dort gewonnen. Der letzte Nicht-Ford-Sieger war Petter Solberg im Jahr 2005. Damals fuhr der Norweger für Subaru, aber heute ist er für Ford unterwegs. Ausnahmekönner Loeb hat nur einen Schweden-Sieg (2004) auf dem Konto.

Fotoquelle: M-Sport

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