Weltmeister Sebastien Loeb hatte auch am zweiten Tag die Konkurrenz im Griff

Rallye 2012

— 19.01.2012

SS8-10: Loeb kontrolliert die "Monte" souverän

Sebastien Loeb (Citroen) führt die Rallye Monte Carlo nach dem zweiten Tag mit einem großen Vorsprung an - Sebastien Ogier (Skoda) scheidet durch Unfall aus

Weltmeister Sebastien Loeb hat am zweiten Tag der Rallye Monte Carlo nichts anbrennen lassen und fünf der sechs Bestzeiten gesetzt. Der Franzose griff mit seinem Citroen an, um sich für die dritte Etappe einen Vorsprung herauszufahren, falls es regnen oder schneien sollte. Der Plan ging auf. Loeb beendete den Donnerstag mit einem Polster von 1:37 Minuten. Das Duell um den zweiten Platz ging auch am Nachmittag weiter. Schließlich setzte sich MINI-Pilot Dani Sordo knapp gegen Petter Solberg (Ford) durch. Die gute Vorstellung von Sebastien Ogier (Skoda) fand auf der zehnten Sonderprüfung ein Ende. In einer schnellen Kurve baute der Franzose einen großen Unfall, blieb aber unverletzt.

Am Nachmittag herrschten in der Gegend um Valence Temperaturen um fünf Grad. Der Himmel war bewölkt und es hing die Chance auf Regen in der Luft. Es standen die gleichen drei Prüfungen wie am Vormittag auf dem Programm. Zunächst wurde SS8 in Angriff genommen. 19 Kilometer zwischen Labatie d'Andaure und Lalouvesc galt es zu absolvieren. Die beiden Citroen und Solberg hatten vier Reifen der Mischung soft aufgezogen. Zusätzlich führten sie einen Ersatzreifen mit. Als Erster ging Loeb auf die Stecke, doch die Bestzeit ging an Sordo.

Der MINI-Pilot war ebenfalls mit vier soft Reifen unterwegs und war um zwei Zehntelsekunden schneller als Loeb. Im Zweikampf um den zweiten Platz war Solbergs Zeit wichtig, und der Norweger büßte 2,2 Sekunden ein. Damit kam Sordo dem Ford-Piloten in der Gesamtwertung bis auf 1,5 Sekunden nahe. Es blieb spannend. "Ich habe jetzt ein besseres Gefühl mit dem Auto", sagt der Spanier. "Ich habe Vertrauen in diese Reifen." Außerdem wurden die Stoßdämpfer während des Mittagsservice anders eingestellt.

Solberg erklärte den Zeitverlust mit einem kleinen Fahrfehler. "Es war in dieser Prüfung sehr knifflig. Mit ist ein Fehler passiert, aber so ist das manchmal. Ich bin aber bei der Zeit dabei, kein Problem. In einer Haarnadel habe ich etwas Zeit liegengelassen." Das Duell um den zweiten Platz beobachtet Loeb von der Spitze aus. Da er zwei Sekunden schneller war als Solberg, vergrößerte der 37-Jährige seinen komfortablen Vorsprung auf 1:25 Minuten. "Die Prüfung war okay. Es lag mehr Matsch als am Vormittag. Es gab aber keine Probleme."

Mikko Hirvonen (Citroen) führte als Viertschnellster das Feld der Verfolger an. Jewgeni Nowikow (Ford) sicherte seinen fünften Platz ab und war um 15 Sekunden schneller als Ogier. "Da es jetzt trockener ist, haben wir keine Chance. Hoffentlich schneit es morgen, das wäre perfekt", wünscht sich der Franzose. "Wir können nicht aufs Podium kommen, aber es ist noch ein langer Weg und man weiß nie." Bei den abtrocknenden Bedingungen wirkte sich der Leistungsnachteil des S2000 stärker aus. Pierre Campana im zweiten MINI machte mit der sechstbesten Zeit auf sich aufmerksam.

SS9: Solberg kontert Sordo

Die neunte Sonderprüfung hatte eine Länge von 25,22 Kilometern. Loeb stellte die Bestzeit auf und war dabei um neun Sekunden schneller als am Vormittag. "In manchen Passagen gab es Grip, aber dann gab es auch knifflige Sektionen. Ich hatte ein gutes Tempo. Ich bin glücklich über die heutige Performance. Eine Prüfung steht noch aus. Ich will sie ohne Probleme beenden." Die Führung baute der achtfache Weltmeister weiter aus.

Beim Duell um den zweiten Platz hatte diesmal Solberg die Nase vorne. Der Norweger markierte die zweitbeste Zeit hinter Loeb (+3,6) und war um neun Zehntelsekunden schneller als Sordo. In der Gesamtwertung vergrößerte Solberg seinen Vorsprung auf 2,4 Sekunden. "Es ist fantastisch. Ich genieße das Fahren sehr. Okay, die Bedingungen waren schwierig, aber ich bin glücklich mit meiner Zeit." Solberg gewöhnte sich immer mehr an den Ford Fiesta und lebte sich immer besser im Team ein.

Sordo war zwar zufrieden, doch er büßte wieder etwas Boden ein. "Ich bin soweit glücklich mit meiner Leistung. Am Vormittag war es wirklich schwierig. Ich möchte die Rallye unbedingt auf dem zweiten Platz beenden." Im Schatten des Spitzentrios absolvierte Hirvonen die Prüfung und setzte seinen Lernprozess fort. Auf Sordo fehlten dem Vizeweltmeister bereits 1:47 Minuten. "Es war schmutziger als am Vormittag, was uns Zeit gekostet hat. Es gab keine Probleme, das einzige Problem bin ich."

Hirvonen musste langsam in den Rückspiegel blicken, denn Nowikow setzte seine konstante Fahrt fort und war schneller als der erfahrene Finne. Nowikow holt auf und hatte als Fünfter nur noch 14 Sekunden Rückstand auf Hirvonen. "Es fühlt sich schön an, so schnell zu fahren. Es gibt aber noch viel zu verbessern. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Zeit." Ogier war bei diesen trockeneren Bedingungen chancenlos und büßte 29 Sekunden auf Loeb ein.

SS10: Ogier crasht und scheidet aus

Zum Abschluss des Tages stand noch die 21,66 Kilometer lange zehnte Prüfung auf dem Programm. Einmal mehr fuhr Loeb die Bestzeit und baute seine Führung aus."Es war ein sehr guter Tag, keine Probleme. Es war heute eher eine Asphalt-Rallye, mein Gefühl war gut. Ich versuchte zu pushen, weil wir die Bedingungen morgen nicht kennen." Die Wetterberichte sagen Regen und eine Kaltwetterfront voraus. "Wir werden sehen wie es wird. Wir haben Informationen, dass es regnen könnte und Schnee auf hohen Abschnitten der Prüfung liegen könnte."

Sordo war sechs Sekunden langsamer und klassierte sich als Zweiter. Im Duell um den zweiten Platz behielt der Spanier die Oberhand, denn er war sechs Sekunden schneller als Solberg. Im Gesamtklassement führt Loeb nach zwei Tagen überlegen mit 1:37 Minuten Vorsprung auf Sordo. Dieser wiederum hat ein kleines Polster von drei Sekunden auf Solberg. " Es war ganz gut, aber ich bin bei der ersten Zwischenzeit immer überrascht, wie weit ich zurückliege."

"Ich verstehe nicht, warum wir so viel langsamer sind", fragt sich Sordo. "Ich glaube, ich bin acht Sekunden langsamer als Petter. Es kommen jetzt noch zwei Tage und das Wetter könnte schwieriger werden. Wir müssen abwarten." Zwei Tage deshalb, weil am Sonntag nur noch die Power Stage auf dem Programm steht. Das Wetter könnte das Klassement noch einmal kräftig durcheinanderwirbeln. Solberg ist das egal. "Ich hatte in den matschigen Abschnitten zu kämpfen. Ich denke nur daran, wo ich zu kämpfen hatte, aber es ist noch ein langer Weg. Sollte es morgen schneien, dann nehme ich es wie es kommt."

Anschließend wurde Ogier im Ziel erwartet, doch es kam Nowikow an. Was war passiert? Der Russe bestätigte, dass er den Skoda am Streckenrand gesehen hatte. Ogier war an einer schnellen Stelle abgeflogen. Matthew Wilson bestätigte etwas später, dass sich Ogier ungefähr fünf Kilometer vor dem Ziel wahrscheinlich überschlagen hat. Der Brite sah den Franzosen und seinen Co-Piloten Julien Ingrassia neben dem Auto stehen, es ist also nichts passiert. Die gute Vorstellung Ogiers ist allerdings vorbei.

Bei schwierigen Verhältnissen zeigte Nowikow erneut sein Talent mit der viertschnellsten Zeit, lediglich 18 Sekunden langsamer als Loeb. "Im Moment ist das für mich ein sehr gutes Resultat. Diese Prüfung war sehr schwierig zu fahren. Es war rutschig und eng, außerdem wurde es langsam dunkel." In der Gesamtwertung hat der Ford-Pilot weiteren Boden auf Hirvonen gutgemacht und liegt nur noch elf Sekunden hinter dem Finnen.

Hirvonen stellt sich weiterhin auf den Citroen ein, doch er verlor auch auf der zehnten Prüfung 21 Sekunden auf seinen Teamkollegen Loeb. "Wir finden langsam unser Tempo", sagt der Vizeweltmeister. "Wenn es aber rutschiger ist, dann habe ich kein Vertrauen zum Auto, aber wir arbeiten daran." Durch Ogiers Ausfall hat Delecour den sechsten Platz im Gesamtklassement übernommen. Der Ford des Franzosen rauchte im Ziel aber stark. Es gab technische Probleme.

Die Top 10 komplettierten Campana, Ott Tänak (Ford), Per-Gunnar Andersson (Proton) und VW-Junior Kevin Abbring (Skoda). Morgen stehen drei Prüfungen auf dem Programm. Die Wettervorhersage könnte für einen turbulenten Tag sorgen.

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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