Weltmeister Sebastien Loeb hat wieder einmal alles richtig gemacht

Rallye 2012

— 20.01.2012

SS11-12: Loeb trotzt dem Schnee und baut Führung aus

Dank richtiger Reifenwahl baut Weltmeister Sebastien Loeb bei winterlichen Bedingungen die Führung der Rallye Monte Carlo aus - Dani Sordo ungefährdet Zweiter

Am Vormittag der dritten Etappe schlug das Wetter bei der berühmten Rallye Monte Carlo Kapriolen. Weltmeister Sebastien Loeb hatte die optimale Reifenwahl für die nassen, vereisten und teilweise verschneiten Straßen. Der Citroen-Pilot baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung nach zwölf Sonderprüfungen auf 2:09 Minuten aus. Den zweiten Platz behauptete Dani Sordo im MINI. Petter Solberg stellte zwar eine Prüfungsbestzeit auf, doch anschließend verlor der Ford-Pilot über eine Minute auf Sordo, der nun komfortabel Gesamtzweiter ist.

Zwei Prüfungen standen am Vormittag des dritten Tages auf dem Programm, und das Wetter sowie die Reifen spielten erneut eine große Rolle. Über Nacht hatte es geregnet und die Temperatur beim Start zu SS11 betrug zwei Grad. Es lag zwar kein Schnee, aber es konnten sich Eisfelder gebildet haben. Die Prüfung war 23,28 Kilometer lang und führte von St. Jean en Royans nach Font d'Urle. Die Bestzeit ging an Solberg im Ford. Der Norweger hatte vier Slicks aufgezogen und nahm Sordo im Kampf um Platz zwei zunächst 13 Sekunden ab.

In der Gesamtwertung übernahm Solberg mit seiner ersten Bestzeit in diesem Jahr wieder Platz zwei, 9,5 Sekunden vor Sordo. "Ich bin zufrieden", sagt der Spanier trotz seines Zeitverlusts. "Das Auto hat sich mit den Winterreifen gut angefühlt, aber ich glaube, die nächste Prüfung wird viel schwieriger, weil am Ende von SS12 Schotter und Eis wartet." Mit der zweitschnellsten Prüfungszeit setzte sich Altmeister Francois Delecour (Ford) in Szene.

Jewgeni Nowikow (Ford) bestätigte als Dritter seine stark Form bei seiner ersten "Monte". "Alles ist in Ordnung. Die Prüfung war schwierig und sehr schnell", so der Russe. "Es stand Wasser und der Grip änderte sich ständig. Die Zeit war gut, wir haben versucht unser Bestes zu geben." Der Este Ott Tänak (Ford) startete als Vierter ebenfalls gut in den dritten Tag. Weltmeister Loeb klassierte sich hinter Sordo lediglich als Sechster.

Der Franzose war 16,7 Sekunden langsamer als Solberg und führte den Zeitverlust auf seine Reifenwahl zurück. Anders als die Konkurrenz hatte der Ausnahmekönner mit Blick auf die nächste Sonderprüfung hinten zwei Spikereifen und vorne Slicks montiert. "Ich bin glücklich mit meiner Reifenwahl. Ich dachte, ich würde wegen der Spikes mehr Zeit verlieren. Ich glaube, es war eine gute Wahl, aber wir müssen in der nächsten Prüfung vorsichtig sein. Es könnte sehr knifflig werden." Gesamt hatte Loeb weiterhin einen komfortablen Vorsprung von 1:24 Minuten auf Sordo.

SS12: Spikes im Schnee die richtige Wahl

Die zwölfte Sonderprüfung war 24,13 Kilometer lang und führte über den Col de Gaudissart. Die Sicht beim Start war schlecht und es regnete stark. In größerer Höhenlage war es vereist und es gab Schnee. Loeb ging als Erster auf die Strecke. Im Vergleich zu den S2000-Zeiten im Vorjahr brauchte der Citroen-Pilot vier Minuten länger. Er hatte vier Spikereifen aufgezogen. "Wir haben die richtige Reifenwahl getroffen, aber ich musste das Auto auf der Straße halten."

"Die Bedingungen haben sich verändert seit die Schotter-Crew durchgefahren ist. Wir mussten sehr vorsichtig sein. Ich bin glücklich, dass ich das Ende der Prüfung erreicht habe." Loeb setzte die zweitbeste Zeit und baute seine Führung in der Gesamtwertung auf 2:09 Minuten aus. Die Prüfungsbestzeit ging an seinen Teamkollegen Mikko Hirvonen. Es war die erste für den Vizeweltmeister im Citroen.

"Wir haben definitiv die richtige Reifenwahl getroffen. Wir waren auf vier Spikes", sagt Hirvonen nachdem er drei Sekunden schneller als Loeb war. "Meine Priorität ist es, das Auto auf der Straße zu halten. Wir kommen den schnellsten Jungs näher, also ist das Spiel für die nächsten eineinhalb Tage eröffnet." Citroen hatte mit vier Spikereifen also die richtige Entscheidung getroffen. Auch Pierre Campana (MINI) hatte sich dafür entschieden und fuhr die drittschnellste Zeit (+17 Sekunden).

Im Duell um den zweiten Platz wendete sich wieder das Blatt. Sordo war um 67 Sekunden schneller als Solberg und markierte die drittbeste Zeit, 39 Sekunden langsamer als Hirvonen. "Es war sehr knifflig. Ich bin nicht mit Spikes gefahren und gegen Ende der Prüfung war es wirklich schlecht. Mir sind keine Fehler passiert, aber wir haben diese Entscheidung gemeinsam mit dem Team getroffen. Ich bin nicht zu enttäuscht." Da Solberg auch die falschen Reifen gewählt hatte und noch mehr Zeit verlor, könnte das bereits die Vorentscheidung um die Podestplätze gewesen sein.

Sordo hat als Gesamtzweiter 2:09 Minuten Rückstand auf Loeb, aber nun 57,6 Minuten Vorsprung auf Solberg. "Ich hatte hinten Slicks und vorne keine Spikes", berichtet Solberg. "Ich wäre beinahe abgeflogen. Es war unglaublich. Es stand soviel Wasser und es gab schwarzes Eis. Es war viel schlimmer als erwartet, unglaublich." Im Laufe der Prüfung fing es immer stärker an zu regnen, beziehungsweise zu schneien. Die Autos nach den Top 10 kamen teilweise schneebedeckt ins Ziel.

Die Verhältnisse sorgten für große Zeitabstände. In der Gesamtwertung gab es aber keine entscheidenden Verschiebungen. Hinter den Top 3 folgt zur Mittagspause Hirvonen, der nur noch 39 Sekunden hinter Solberg liegt. Nowikow festigte mit der fünftschnellsten Prüfungszeit seinen fünften Platz im Gesamtklassement. Hinter ihm folgten Delecour, Campana, Tänak, sowie die beiden S2000 von Per-Gunnar Andersson (Proton) und Kevin Abbring (Skoda). Am Nachmittag steht lediglich eine weitere Prüfung über 30 Kilometer auf dem Programm.

Gesamtwertung nach 12 von 18 Prüfungen (Top 10):
01. Sebastien Loeb (Citroen) 3:14:13.6 Stunden
02. Dani Sordo (MINI) +2:09,0 Minuten
03. Petter Solberg (Ford) +3:06,6
04. Mikko Hirvonen (Citroen) +3:45,9
05. Jewgeni Nowikow (Ford) +4:25,7
06. Francois Delecour (Ford) +6:19,9
07. Pierre Campana (MINI) +7:24,7
08. Ott Tänak (Ford) +8:17,9
09. Per-Gunnar Andrsson (Proton) +12:15.0
10. Kevin Abbring (Skoda) +13:59,6

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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