FIA-Präsient Jean Todt will ab 2015 neue Technologien in der WRC einführen

Rallye 2012

— 21.01.2012

Todts Wunsch: Hybridtechnologie ab 2015

Jean Todt will Hybridtechnik ab der Saison 2015 in der Rallye-WM einführen - Autos sollen spektakulärer werden, aber nicht zu Gruppe-B "Monstern" mutieren

Der Motorsport steht im Umbruch. Zunächst wurde KERS in der Formel 1 eingeführt und der Hybrid-Porsche sorgte im Langstreckensport für Furore auf der Nürburgring Nordschleife. Auch in der neuen Langstrecken-WM werden neue Technologien, Leichtbau und Hybridsysteme gefördert. Die Rallye-WM hat zwar auf ein 1,6 Liter-Turboaggregat zurück gerüstet, aber neue, "grüne" Technologien wurden noch nicht verstärkt gepusht. Das soll sich laut FIA-Präsident Jean Todt ändern. Aus der aktuellen Krise der WRC sollen die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt werden.

"Man muss akzeptieren, dass sich die Dinge ändern. Für mich ist der Wettbewerb eine Kombination aus Werbung für die Marke, Werbung für neue Technologie und Werbung für einen Traum", sagt der Franzose anlässlich einer Pressekonferenz in Valence. "Ich glaube, uns fehlt derzeit etwas von dem Traum, der Faszination des Rallye-Sports. Damit möchte ich mich im Detail befassen, ohne aber zu den Gruppe-B-Autos zurückzukehren, die viel spektakulärer, stärker und gefährlicher waren." Abgesehen von den Gruppe-B-Autos haben sich die WRC-Boliden in den vergangenen Jahren stark verändert.

Speziell bei den Aufhängungen, den Dämpfern und den Reifen wurden große Fortschritte erzielt. Obwohl die Boliden der aktuellen WRC-Generation deutlich schwächer als beispielsweise die Gruppe-B-Autos sind, erzielen sie bessere Prüfungszeiten. Man sieht die Autos auch deutlich weniger driften als noch vor zehn, fünfzehn Jahren, dank der Fortschritte im Dämpfungs- und Federbereich.

Aber auch bei der Sicherheit wurden große Fortschritte erzielt. Nur selten gibt es bei Unfällen schwere Verletzungen in der Rallye-WM. "Bei der Sicherheit wurden große Fortschritte erzielt, aber es ist nie genug", so Todt. "Wir wissen, dass die Sicherheit im Rallye-Sport schwierig zu gewährleisten ist. Wir wollen, dass die Sicherheit für die Fahrer und Zuschauer so hoch wie möglich ist. Man muss sich ständig darum kümmern."

Eine weiter Entwicklung zeigt sich optisch. Mit Ausnahme des MINI sind sich die WRC-Boliden immer ähnlicher geworden, wenn man sie mit den "Monstern" der Gruppe-B-Ära vergleicht. "Ich denke, die Rallye Autos sollten Träume testen, das haben wir im Moment nicht. Ich bin jetzt nicht mehr dieser Experte, der ich war als ich noch die Autos organisiert habe. Ich liebe immer noch Autos, aber manchmal erkenne ich die Autos in einer Prüfung nur anhand des Sponsors. Das ist nicht gut, denn ich würde lieber die Marke erkennen", findet der Franzose.

In Zukunft sollen sich nicht nur die Rallyes, die Vermarktung und die Organisation ändern, sondern auch die Autos. "Ich würde sagen, es geht in die Richtung der Hybrid-Technologie", denkt Todt an die Änderungen ab 2015. "Wir haben elektrische Technologie in anderen Serien eingeführt. Das ist ein Wunsch, der mit den Menschen diskutiert werden muss, die direkt involviert sind. Ich würde gerne Vorschläge diesbezüglich bekommen, die ab 2015 eingeführt werden."

Es werden aber keine reinen Elektrofahrzeuge über die Rallye-Strecken dieser Welt fahren. "Elektroautos werden in unserer Welt nie die Oberhand über normale Autos gewinnen", ist Todt überzeugt. "Ein Elektroauto ist gut für die Stadt und für kurze Distanzen von ungefähr 15 bis 20 Minuten. Ich glaube nicht, dass sich jemand Rallyes von lediglich 15 Minuten wünscht und dann muss über Nacht eine Pause eingelegt werden, um die Batterien aufzuladen."

Fotoquelle: xpb.cc

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