Weltmeister Sebastien Loeb deklassierte die Konkurrenz beim "Monte"-Klassiker

Rallye 2012

— 22.01.2012

Loeb feiert sechsten Monte-Carlo-Sieg

Sebastien Loeb gewinnt die Rallye Monte Carlo und eröffnet die Saison mit der maximalen Punktezahl - Dani Sordo holt als Zweiter den nächsten Podestplatz für MINI

Die Rallye Monte Carlo stand in diesem Jahr ganz im Zeichen von Sebastien Loeb (Citroen). Der Weltmeister übernahm am ersten Tag nach dem Ausfall von Jari-Matti Latvala (Ford) die Führung und baute sie bis ins Ziel aus. Loeb dominierte und kontrollierte den Rallye Klassiker. Im Ziel feierte der Ausnahmekönner seinen sechsten "Monte"-Sieg. Da er auch die Power Stage gewann, startete Loeb mit der maximalen Punktezahl von 28 in die neue Saison. Platz zwei sicherte sich Dani Sordo. Es war der dritte Podestplatz für den neuen MINI. Petter Solberg beendete seine erste Rallye für Ford als Dritter. Mikko Hirvonen kam bei seinem ersten Citroen-Einsatz auf Platz vier.

Am fünften und letzten Tag stand lediglich die Power Stage auf dem Programm. Sie war mit 5,16 Kilometern zwischen St. Agnes und dem Col de la Madone kurz, aber die Straßen waren eng. Es herrschten perfekte Bedingungen. Die Bestzeit sicherte sich Loeb und drückte der "Monte" endgültig seinen Stempel auf. Ab der vierten Sonderprüfung lag der Weltmeister souverän in Führung und gab sie nicht mehr ab. Am zweiten Tag griff der Franzose an und sicherte sich ein komfortables Polster. Auf den weiteren Etappen ließ es Loeb ruhiger angehen, baute seinen Vorsprung aber trotzdem kontinuierlich aus.

Im Ziel hatte der Routinier 2:45 Minuten Vorsprung auf den Rest der Welt. Zudem sicherte er sich die drei Bonuspunkte der Power Stage. Die vergangene Saison hat gezeigt, wie wichtig die Extrapunkte über ein Jahr gesehen sind. Loeb eröffnete die Jagd auf seinen neunten WM-Titel in Folge mit der maximalen Punktezahl von 28. "Es ist immer großartig die Saison so zu starten, speziell in Monte Carlo. Es ist perfekt, die maximale Punktezahl in der ersten Rallye mitzunehmen. Monte Carlo ist meine Rallye." Es war sein sechster Sieg bei diesem Klassiker.

Eine starke Rallye fuhr Sordo im MINI. Nach dem ersten Tag lag der Spanier auf dem zweiten Platz und wehrte bis ins Ziel die Angriffe von Solberg ab. Der MINI hat auf Asphalt erneut sein Potenzial gezeigt. Nach Deutschland und Frankreich im Vorjahr, eroberte Sordo den dritten Podestplatz im neuen John Cooper Works WRC. "Ich bin sehr glücklich, dass ich mit dem MINI diese Rallye als Zweiter beende. Das ist mein zweiter zweiter Platz hier. Unser Ziel sind jetzt Siege", lautet die Kampfansage. In der Power Stage wurde er Vierter, weshalb es keine Bonuspunkte gab.

Auch Solberg ging in der Power Stage leer aus. Der Norweger hatte drei soft Reifen und einen Winterreifen aufgezogen. Loeb hatte dagegen vier neue Slicks, während Sordo mit vier gebrauchten soft Pneus unterwegs war. Dennoch hatte Solberg bei seiner ersten Rallye für Ford für Furore gesorgt. Kontinuierlich erhöhte er das Tempo und fuhr Bestzeiten, unter anderem gewann der Weltmeister von 2003 auch die beiden Nachtprüfungen am Samstag.

"Ich habe jede Minute dieser Rallye genossen", schwärmt Solberg. "Ich bin sehr glücklich, dass ich auf dem Podium stehe. Ich bin begeistert." So gut gelaunt hat man "Mr. Hollywood" schon lange nicht gesehen. Er ist bei Ford angekommen. Nach dem Ausfall seines Teamkollegen Latvala auf der ersten Etappe übernahm Solberg die Verantwortung bei Ford und holte den wichtigen Podestplatz. Sordo konnte er am Vortag allerdings nicht einholen.

Ebenfalls im Lernprozess befand sich Hirvonen. Zunächst hatte der Vizeweltmeister Schwierigkeiten, sich an den Citroen anzupassen. Mit Fortdauer der Rallye kam aber auch er besser mit dem für ihn neuen Fahrzeug klar und sicherte sich drei Bestzeiten. In der Power Stage sorgte Hirvonen als Zweiter für einen Citroen-Doppelsieg. Gesamt landete der Finne auf dem vierten Platz.

"Ich bin glücklich, aber ich wäre gern auf das Podium gekommen", so Hirvonen. "Der Start der Rallye war schwierig, aber ich habe viel gelernt und bin darüber sehr glücklich. Hoffentlich haben wir in Schweden einen guten Speed. Ich bin gespannt darauf, wie sich das Auto im Schnee fährt." In Schweden hat Hirvonen in den vergangenen beiden Jahren gewonnen.

Eine starke Rallye ist Jewgeni Nowikow (Ford) gefahren. Der Russe nahm zum ersten Mal die "Monte" in Angriff und setzte konstant schnelle Zeiten. Die Power Stage beendete er als Dritter und holte seinen ersten Bonuspunkt. In der Gesamtwertung wurde der Ford-Pilot Fünfter. "Es war eine sehr gute Rallye für uns. Ich bin sehr glücklich, dass ich im Ziel der Monte Carlo Rallye bin, weil es die härteste Rallye der Saison ist", freut sich Nowikow. "Ich möchte auch künftig ins Ziel kommen, aber noch viel schneller fahren."

Für eine Überraschung im letzten Moment sorgte Francois Delecour (Ford). Der Routinier absolvierte die Power Stage auf dem Beifahrersitz. "Ich wollte meinem Co-Piloten Dominique ein Geschenk machen, weil es seine letzte Rallye ist. Er ist sehr gut gefahren, aber ich konnte den Aufschrieb nicht lesen", schildert Delecour die Gründe dafür. "Er hat einen super Job gemacht", lobt er Dominique Savignoni.

Delecour wurde bei seinem WRC-Comeback Sechster, während sein Co-Pilot die Karriere auf dem Fahrersitz beendete. Speziell seine Erfahrung konnte Delecour im Laufe der fünf Tage ausspielen. Für die ganz große Überraschung reichte es gegen die aktuelle Elite nicht, aber der Franzose hat wieder Spaß am Rallyefahren: "Ich hoffe, dass ich bei einer weiteren Rallye in diesem Jahr wieder dabei bin."

Sein junger Landsmann Pierre Campana saß am Steuer des zweiten Werks-MINI. Auch er fuhr eine solide Rallye und hielt sich aus großen Problemen heraus. In der Powerstage gab es allerdings Schwierigkeiten mit der Servolenkung. Trotzdem ist Campana glücklich über den siebten Rang. "Ein sehr gutes Resultat für mich. In der Power Stage hatte ich Probleme, aber es war eine gute Woche. Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr noch weitere Rallyes für MINI bestreiten kann."

Der Este Ott Tänak (Ford) bestreitet in diesem Jahr die volle Saison für M-Sport. Er bekam an den letzten Tagen die Anweisung, einfach nur ins Ziel zu kommen und nichts zu riskieren. Der Youngster startete die Saison mit Platz acht. "Es war eine schwierige Rallye", sagt Tänak. "Wir mussten Erfahrung sammeln und haben das auch getan. Ich glaube, es werden noch andere Rallyes kommen, wo wir besser und schneller sein werden. Es ist aber schwierig, wenn man nicht unter den Schnellsten ist."

Am letzten Tag herrschte noch ein Duell um den neunten Platz. Diesen konnte schließlich Martin Prokop (Ford) verteidigen. Im Ziel hatte er sechs Sekunden Vorsprung auf Armindo Araujo (MINI). "Es war ein fantastisches Ende der Rallye. Wir haben gegen Araujo gekämpft. Ich bin sehr glücklich wie es diese Woche gelaufen ist", sagt Prokop. "In technischen Abschnitten hatte ich viel Vertrauen ins Auto, aber nicht in schnellen Passagen. Es war eine andere Erfahrung, einen neuen Co-Piloten zu haben, aber ich bin sehr zufrieden mir seiner Leistung."

Der neue Beifahrer Prokops war sein tschechischer Landsmann Jan Tomanek. Araujo konnte keinen Platz gutmachen, war aber dennoch mit dem zehnten Platz und einem Punkt sehr zufrieden. "Ich habe keine Fehler in der Power Stage gemacht. Ich musste bei der ersten Rallye des Jahres Punkte holen. Punkte in Monte Carlo, der ersten Rallye des Jahres, zu sammeln, ist sehr wichtig für mich."

Den Sieg in der S-WRC sicherte sich Craig Breen (Ford). Er war im Ziel aber der einzige Teilnehmer seiner Klasse. Dennoch kann sich der amtierende Akademie-Meister nun Monte Carlo Sieger nennen. In der P-WRC setzte sich Michal Kosciusko (Mitsubishi Evo X) durch und feierte den Sieg.

Die nächste Rallye findet in Schweden statt, wo vom 9. bis 12. Februar gefahren wird.

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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