Petter Solberg wird speziell in Norwegen große Unterstützung seiner Fans erhalten

Rallye 2012

— 03.02.2012

Schweden: Ford will Siegesserie ausbauen

Jari-Matti Latvala und Petter Solberg wollen Siegesserie von Ford bei der WM-Rallye Schweden fortsetzen - Ford ist seit 2006 bei der Rallye Schweden ungeschlagen

Spektakulärer Schnee-Walzer: Fünfmal in Folge konnte Ford die winterliche Rallye Schweden in den vergangenen Jahren gewinnen. Damit steht die Vorgabe für Jari-Matti Latvala/Miika Anttila und Petter Solberg/Chris Patterson fest: Mit ihren gut 300 PS starken Ford Fiesta RS WRC peilen die Werksfahrer auf den rasanten Schnee- und Eispisten zwischen dem Rallye-Zentrum Karlstad und dem norwegischen Fredrikstad nichts weniger als Sieg Nummer sechs an.

Latvala gewann den Klassiker zuletzt im Jahr 2008, Solberg war 2005 der letzte Schweden-Triumphator vor Beginn der Erfolgsserie von Ford. Und dem allradgetriebenem Turbo-Fiesta gelang vor gut zwölf Monaten das Kunststück, bei seinem Wettbewerbsdebüt gleich einen Dreifachsieg aufs heimtückisch glatte Parkett zu legen.

Besonderheit des zweiten Saisonlaufs: Die Rallye Schweden überschreitet für die erste Etappe am Freitag die Grenze zu Norwegen und bezieht Wertungsprüfungen des dortigen WM-Laufs von 2009 mit ein. Das Klima präsentiert sich eisig: Die Temperaturen könnten bis auf minus 30 Grad Celsius fallen. Dies stellt nicht nur für die Menschen, sondern auch für die Mechanik der World-Rallye-Cars ungewohnte Belastungen dar, die spezielle Vorbereitung verlangt. Die Mechaniker zum Beispiel schützen sich mit spezieller Thermo-Bekleidung vor der Kälte, die Piloten nutzen spezielle, beheizbare Fahrerschuhe.

Ansonsten bereitet die skandinavische Witterung die Bühne für eine geradezu paradiesische Winter-Rallye. Die speziellen 15-Zoll-Reifen von Michelin, jeweils mit 380 Wolfram-Spikes bestückt, bieten erstaunliche Grip-Verhältnisse - der schwedische WM-Lauf zählt paradoxerweise zu den schnellsten der ganzen Saison. Zugleich verlangt er spezielle Fahrtechniken. Hierzu zählt etwa das Anlehnen an die hohen Schneewände, um vor den Kurven eine zusätzliche Bremswirkung zu erzielen.

Latvala will "Monte"-Enttäuschung ausbügeln

Latvala, der nach seinem Schweden-Sieg 2008 in 2010 und 2011 jeweils den dritten Rang belegt hat, nimmt erneut einen Platz auf dem Podium ins Visier. "Das ist mein Ziel. Nach dem ersten Testtag hier in Skandinavien habe ich ein gutes Gefühl für den Fiesta RS WRC entwickelt", so der 26-Jährige. "Wir konnten das Setup unseres Wagens nochmal optimieren, im Vorjahr hatten wir eine etwas zu aggressive Abstimmung gewählt."

"Das Fahren auf Schnee und Eis mit so hohen Geschwindigkeiten ist wirklich ein irres Gefühl. Dabei nutzen wir noch größere Driftwinkel als auf Schotter, gelenkt wird vornehmlich mit dem Gaspedal. Auf diese Weise können wir höhere Kurvengeschwindigkeiten aufbauen, auch die Traktion verbessert sich. Auf purem Eis bieten die Spikes soviel Grip, dass wir noch später bremsen als auf Schotter. Dies ändert sich jedoch, wenn die Fahrbahn mit losem Schnee bedeckt ist - das fühlt sich dann in etwa an wie Aquaplaning."

Solberg fuhr bei seinem Debüt am Steuer des Fiesta RS WRC gleich auf den dritten Platz der Rallye Monte Carlo. In Schweden ist er bereits zum 13. Mal mit von der Partie. Am Freitag führt die erste Wertungsprüfung, die noch in Schweden startet, auf norwegischer Seite sogar direkt an seinem Wohnhaus vorbei - damit darf sich der 37-jährige Wikinger zahlreicher Fans sicher sein. "Von unserem Bauernhof aus kann ich weite Teile der Prüfung überblicken", strahlt der Weltmeister von 2003.

"Ich denke, es werden viele Zuschauer und auch Fernseh-Crews kommen und für perfekte Stimmung sorgen. Dass ich die Wege dort gut kenne, muss ich wohl nicht extra betonen. Die Aussichten für eine klassische, also ordentlich verschneite Winter-Veranstaltung stehen gut. Es bereitet einen Riesenspaß, unter diesen Bedingungen schnell Autozufahren - und dass die Rallye Schweden in diesem Jahr auch einen Abstecher nach Norwegen unternimmt, macht es für mich nochmals besonders."

Auch am Steuer seines Fiesta RS WRC fühlt sich Solberg bestens vorbereitet. "Dies ist meine erste Rallye mit diesem Auto auf losem Untergrund", so der Norweger. "Ich kann zwei Tage testen, um mich auf die Bedingungen einzuschießen - das sollte reichen. Ich hatte eher auf Asphalt mit Schwierigkeiten gerechnet, mich an das Auto zu gewöhnen. Bei der Rallye Monte Carlo lief es im vergangenen Monat jedoch sofort rund. Ford kann hier in Schweden auf eine stolze Erfolgsbilanz blicken. Jari-Matti und ich wollen sie noch etwas mehr aufpolieren ..."

Ford bereitet sich mit einem viertägigen Test im nordschwedischen Kall auf die einzige Winter-Rallye des WM-Kalenders vor. Während Latvala am Mittwoch und Donnerstag an der Reihe war, übernimmt Solberg für die darauffolgenden zwei Tage das Steuer.

Die Rallye Schweden beginnt bereits am Donnerstagabend mit einer Super Special Stage auf der Pferderennbahn von Karlstad. Auf dem Programm stehen insgesamt 24 Wertungsprüfungen über eine Länge von 349,16 Kilometer.

Fotoquelle: xpb images

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