Weltmeister Sebastien Loeb hat zum sechsten Mal die "Monte" gewonnen

Rallye 2012

— 03.02.2012

Loeb kritisiert den Rallye-Nachwuchs

Weltmeister Sebastien Loeb kritisiert die Nachwuchsfahrer in der Rallye-WM: Sie haben sich bei der Rallye Monte Carlo vom 49-jährigen Francois Delecour abhängen lassen

Sebastien Loeb (Citroen) hat bei der Rallye Monte Carlo erneut gezeigt, warum er der unumschränkte König der Rallye-Weltmeisterschaft ist. Er fuhr dann schnell, wenn er musste, nahm etwas Tempo heraus als es schneite und gefährlich war, und verwaltete seinen großen Vorsprung souverän bis ins Ziel. Bei der Reifenwahl griff er nur am ersten Tag daneben, sonst war alles perfekt. Die Gegner hatten keine Chance. Jari-Matti Latvala zeigte am ersten Tag sein Potenzial, doch er warf seinen Ford über eine Steinmauer und schied aus. Um zu gewinnen, muss man bekanntlich zuerst die Ziellinie überqueren.

Es drängen derzeit einige junge Nachwuchsfahrer in die WRC nach, doch Loeb ist von ihnen enttäuscht. "Wenn man sich ansieht, dass Francois Delecour im Alter von 49 Jahren Sechster wird und eine Menge Younsgter hinter ihm waren, dann sollten sie sich Sorgen machen", wird der achtfache Weltmeister von 'Autosport' zitiert. Delecour saß in der Tat zum ersten Mal seit langer Zeit wieder am Steuer eines aktuellen WRC-Boliden.

Dank seiner reichhaltigen Erfahrung hielt der Franzose Fahrer wie Ott Tänak, Pierre Campana oder Matthew Wilson klar in Schach. Gibt es jemanden, der Loeb vom Thron stoßen kann? Sebastien Ogier hat im Vorjahr wie Loeb fünf Rallyes gewonnen. Doch Unfälle drehten das Blatt. Ogier erhält im Jahr 2013 seine nächste Chance, wenn er mit dem neuen Volkswagen Polo R wieder einen WRC-Boliden zur Verfügung hat.

Als Loeb im Jahr 2003 seine erste volle Saison in der Weltmeisterschaft fuhr, holte er sich gleich drei Siege ab. Damals waren noch Größen wie Carlos Sainz, Colin McRae, Marcus Grönholm, Tommi Mäkinen und Richard Burns aktiv. Deshalb findet Loeb klar: "Als ich kam, kämpfte ich sofort an der Spitze mit." Das ist bei den Nachwuchstalenten derzeit nicht der Fall. Deshalb glaubt auch sein ehemaliger Teammanager, dass die Erfolgsserie noch lange anhalten wird.

"Es ist fair zu sagen, dass ihm niemand nahe kommt", findet Guy Frequelin. "Es gibt einige schnelle Fahrer, aber sie wissen nicht, wie sie es kontrollieren können, wie Latvala oder Ogier." Da Loeb auch nach acht WM-Titeln in Folge die Motivation nicht verloren hat und sich in Topform befindet, kann sich Frequelin auch eine Fortsetzung der Karriere über 2013 hinaus vorstellen. "Er ist erst 38. Sainz zog sich mit 44 zurück. Theoretisch hat er noch viele gute Jahre vor sich."

Reid kritisiert "Rallye 2"

Trotzdem kümmert sich die FIA um den Nachwuchs. Die neue WRC-Akademie geht 2012 in ihre zweite Saison. Im Rahmen dieser Nachwuchsklasse absolvieren junge Talente eine Ausbildung und werden an den professionellen Rallye-Sport herangeführt. Eine andere Regel soll Nachwuchsfahrern ebenfalls die Chance geben, Erfahrung zu sammeln. Im Zuge der "SupeRallye" - die seit 2012 "Rallye 2" heißt - kann ein Teilnehmer nach einem Ausfall später weiterfahren, wenn das Auto es zulässt.

Bei der Rallye Monte Carlo gab es diese Regel nicht. Es war die erste Rallye seit sieben Jahren ohne "Rallye 2". Den Preis dafür zahlte Latvala mit seinem Unfall am ersten Tag. Mit null Punkten reiste der Finne ab. Robert Reid begrüßt die Entscheidung des Automobilklubs von Monaco, diese Regel ausgesetzt zu haben. Auch FIA-Präsident Jean Todt ist gegen diese Regel.

"Ich glaube, Rallye 2 bringt eine Fahrergeneration hervor, die nicht mehr die Konsequenzen eines Unfalls oder Ausfalls erkennt", sagt der ehemalige Co-Pilot von Burns, dem Weltmeister von 2001, gegenüber 'Autosport'. "Große Fahrer müssen ihr Tempo abschätzen können und ihre Fehlerquote minimieren, da sie die Risiken kennen. Einige der aktuellen Jungs scheinen das noch nicht verstanden zu haben."

Fotoquelle: xpb images

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