Michelin weiß, dass Mexiko eine der schwierigsten Stationen ist

Rallye 2012

— 06.03.2012

Michelin: Blick nach Mexiko

Michelin hat in Mexiko keine leichte Aufgabe vor sich und muss haltbarere Reifen bereitstellen - Neu entwickelter Latitude Cross feiert Premiere

Am kommenden Wochenende nimmt die Rallye-Weltmeisterschaft 2012 richtig Fahrt auf: Nach der Rallye Monte Carlo mit ihren gemischten Asphalt-Prüfungen und dem Winterklassiker in Schweden steht in Mexiko die erste von sechs reinen Schotterveranstaltungen in Folge auf dem Programm. Damit startet auch der neu entwickelte Latitude Cross-Pneu von Michelin in die Saison.

Der französische Reifenhersteller rüstet in Mittelamerika 14 der 16 teilnehmenden WRC-Teams aus. Zur Verfügung steht mit der H1-Version ausschließlich die härteste Laufflächenmischung - sie soll den rabiaten Streckenbedingungen sicher Paroli bieten. Die Rallye Mexiko will traditionell hoch hinaus: Der erste Schotterlauf des Jahres ist bekannt für materialmordende, von groben Steinen übersäte Pisten, die sich in den Bergen der Sierra de Lobos und Sierra de Guanajuato bis in Höhen von über 2.200 Meter über Meeresspiegel winden.

Dies bringt nicht nur die Fahrer und Beifahrer in den gut 300 PS starken Allradlern an die Belastungsgrenze, die dünne Luft kostet die 1,6 Liter großen Turbomotoren bis zu 20 Prozent Leistung.

Große Herausforderung

Auch aus Sicht der Rallye-Reifen birgt die 2012er-Ausgabe der Rallye Mexiko große Herausforderungen. Die auf der einen Seite schnellen bis sehr schnellen, dann aber auch wieder engen und technisch anspruchsvollen Wertungsprüfungen zeichnen sich zumeist durch eine sandige Oberfläche aus, unter der sich hartkantige Steine befinden - die spätestens bei der zweiten Passage aus dem Boden ragen und für Defekte sorgen können. Sie verlangen den Driftspezialisten eine entsprechend vorsichtige und konzentrierte Fahrweise ab.

Hinzu kommt die größere Streckenlänge. Im Vergleich zum Vorjahr addierten die Veranstalter 43 Kilometer und zwei Wertungsprüfungen neu hinzu. Zugleich sank die Menge der jedem Team zur Verfügung stehenden Reifen: Zwar darf jeder Teilnehmer im Laufe der Rallye wie zuvor sechs Sätze des Michelin Latitude Cross einsetzen, jeder einzelne Satz besteht jedoch nur noch aus fünf statt sechs Pneus.

Da nur noch ein Reserverad an Bord mitgeführt werden darf, entfällt auch die Option, dass Fahrer und Beifahrer zwischen zwei Prüfungen zumindest an einer Achse neue Pneus aufziehen können. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies für Michelin: Jeder Reifensatz muss fortan im Durchschnitt 17 Prozent mehr Wertungsprüfungs-Kilometer überstehen. Da die Witterung zuverlässig trockene Bedingungen garantiert und so den Einsatz einer zweiten Laufflächenmischung erübrigt, transportiert die französische Marke nur noch 700 Exemplare des Latitude Cross nach Mexiko.

Anspruchsvolle Streckenführung

Los geht es rund um das Rallye-Zentrum von Leon bereits am Donnerstagmorgen mit dem ersten Qualifying bei einer Schotterveranstaltung. Auf einer 4,75 Kilometer langen Prüfung nahe San Jose de Llanos legen die WRC-Piloten die Reihenfolge fest, in der sie ihre Startposition für die erste Etappe frei wählen dürfen. Die Startzeremonie in der historischen Altstadt von Guanajuato - von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt - beginnt um 20 Uhr am gleichen Tag. Neu ist in diesem Jahr, dass sich diesem traditionell von Tausenden Zuschauern gesäumten Spektakel gleich die erste Wertungsprüfung anschließt, ein 1,05 Kilometer langer Stadtkurs, der auch durch einen Tunnel führt.

Insgesamt stehen 24 Wertungsprüfungen über 407,87 Kilometer auf dem Programm, darunter auch fünf Super Special Stages in unmittelbarer Nähe des Service-Parks im Poliforum der mittelmexikanischen 1,3-Millionen-Metropole. Für Spannung bis zum Schluss dürfte dabei die WP 22 Guanajuatito am Sonntagmorgen sorgen: Sie zählt mit 54,3 Kilometern zu den längsten und anspruchsvollsten des gesamten WM-Kalenders. Um bis zu drei Extra-WM-Punkte geht es abschließend auf der sogenannten Power Stage, die um 13.18 Uhr Ortszeit (Deutschland: 6.18 Uhr) beginnt.

Auch aus sportlicher Sicht verspricht der dritte Saisonlauf Hochspannung. Nach dem Sieg von Citroen-Star Sebastien Loeb bei der Rallye Monte Carlo und dem Konter von Ford-Pilot Jari-Matti Latvala könnte dem ersten reinen Schotter-Event des Jahres eine richtungsweisende Bedeutung zukommen. Neben Loeb und Latvala wollen aber auch Mikko Hirvonen und Petter Solberg im jeweils zweiten World Rally Car der beiden Werksteams ihr Können beweisen. Für Mini um WM-Punkte kämpfen der Portugiese Armindo Araujo und der Brasilianer Paulo Nobre.

Fotoquelle: xpb.cc

Weitere Rallye Themen

News

Rallye Australien: Eric Camilli überschlägt sich

News

Kolumne zum Volkswagen-WRC-Ausstieg: Wie geht es weiter?

News

Rallye Australien: Sekunden-Duell um den Sieg

News

M-Sport wirbt offen um die Dienste von Sebastien Ogier

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.