Weltmeister Sebastien Loeb muss seine Führung nur noch bis ins Ziel verwalten

Rallye 2012

— 11.03.2012

SS17-20: Loeb fährt sechstem Mexiko-Sieg entgegen

Am Abend der zweiten Etappe ist wieder Jari-Matti Latvala (Ford) der Schnellste, doch Weltmeister Sebastien Loeb (Citroen) verwaltet seine Führung in Mexiko sicher

Am Abend der zweiten Etappe gab es bei der Rallye Mexiko keine entscheidenden Veränderungen. Ford-Werksfahrer Jari-Matti Latvala war erneut der Schnellste, doch Weltmeister Sebastien Loeb kontrollierte seinen komfortablen Vorsprung souverän. Der Citroen-Star führt vor dem letzten und entscheidenden Tag 36,2 Sekunden vor seinem Teamkollegen Mikko Hirvonen. Ford hat unter normalen Umständen keine Chance mehr, aber am Sonntag wartet noch eine 54 Kilometer lange Prüfung. Latvalas Rückstand auf Loeb beträgt 1:53 Minuten. In der letzten Prüfung des Tages sorgten Zuschauer für gefährliche Verhältnisse. Sie legten Steine auf die Straße. Zum Glück kamen alle Fahrer gut durch. Jewgeni Nowikow (Ford) schied zu Beginn von SS20 aus.

Samstagabend (Mexiko-Zeit) wurde zweimal die 17,91 Kilometer lange "Comanjilla"-Prüfung absolviert. Dazwischen machten die Rallye-Asse wie am Vorabend Station im "Autodromo de Leon", wo eine kurze Zuschauerprüfung stattfand. Los ging es zunächst mit der ersten Durchfahrt von "Comanjilla". Die Piloten bereiteten sich schon auf die Power Stage am Sonntag vor, denn auf einem Teil der Prüfung wird noch um die Bonuspunkte gekämpft werden.

Das Ford-Duo war erneut flott unterwegs. Latvala sicherte sich die Bestzeit und war um 3,8 Sekunden schneller als Solberg. "Es war recht gut. Ich bin zufrieden, aber gegen Ende habe ich einen kleinen Fehler gemacht. Ich wollte für die Power Stage üben", blickt der Finne voraus. Solberg unterstrich die Form des Fiesta als Zweitschnellster. "Es war sehr rutschig, es ging stark um das Säubern der Straßen. Ich glaube, ich bin recht gut gefahren. Mir sind zwar Fehler unterlaufen, aber keine großen. Ich genieße es auf jeden Fall."

Das Thema waren erneut Steine. Bereits die neunte Sonderprüfung musste abgesagt werden, weil Thierry Neuville (Citroen) mit Steinen beworfen worden war. Als Loeb über die Linie kam, regte er sich über einen großen Stein mitten auf der Straße auf. Er meinte, wenn der Stein schon vorher dort gelegen hätte, dann würde dem vor ihm fahrenden Auto ein Rad fehlen. Haben Zuschauer den Stein auf die Straße gelegt?

Das brachte Loeb zwar etwas aus dem Rhythmus, aber seine Gesamtführung gefährdete das nicht. Im Ziel lag er 6,2 Sekunden hinter Latvala. "Ich wollte nicht zu große Risiken eingehen. Wenn man einen Stein trifft, dann bricht alles", sagt der Franzose. Sein Teamkollege Hirvonen war weitere sechs Sekunden langsamer.

"Es gibt keinen Grund anzugreifen. Jari-Matti liegt weit zurück, aber er war in dieser Prüfung sehr schnell." Gibt es Stalloder bei Citroen? "Sebastien ist so schnell und sehr weit vorne. Ich glaube nicht, dass ich ihn noch einholen würde, selbst wenn ich voll angreife", meint der Finne. In der Gesamtwertung änderte sich nichts. Loeb führte 34,7 Sekunden vor Hirvonen und 2:03 Minuten vor Latvala.

Solberg sicherte den vierten Platz ab. Dahinter folgten die Ford-Privatiers Mads Östberg, Ott Tänak und Jewgeni Nowikow. Tänaks Zeit wurde leicht angepasst, da er in der vorherigen Prüfung durch den Unfall von Chris Atkinson (Ford) vom Gas gehen musste. Nowikow hatte nach SS17 20,9 Sekunden Rückstand auf den Esten und war nicht zufrieden. "Wir versuchen unser Bestes zu geben. Ich fahre am Limit, aber meine Zeiten sind nicht gut. Es wird schwierig werden, Ott zu schlagen."

Hinter Nasser Al-Attiyah (Citroen) verbesserte sich Armindo Araujo im einzig verbliebenen MINI auf Rang neun, da Atkinson nach seinem Unfall nicht startete. Volkswagen-Werksfahrer Sebastien Ogier (Skoda Fabia S2000) war ebenfalls knapp am letzten WM-Punkt dran. Anschließend machten sich die Rallye-Boliden auf nach Leon. In der 4,42 Kilometer langen Special-Stage gab es Brücken, Wasserdurchfahrten und spektakuläre Sprünge.

SS18: Loeb entscheidet Citroen-Duell für sich

Ursprünglich waren zwei gezeitete Läufe geplant, doch die Organisatoren entschlossen sich kurzfristig, die 18. und 19. Prüfung zusammenzulegen. Die Fahrer traten im Paarlauf gegeneinander an, die Zeit floss aber in die Gesamtwertung ein. Da sich die Abstände im Zehntelsekundenbereich bewegten, änderte sich auch nichts. Interessant war das direkte Citroen-Duell. Loeb setzte sich schließlich durch und war um 1,8 Sekunden schneller als Hirvonen. Solberg und Loeb setzten die gleiche Bestzeit in 3:14,3 Minuten.

SS20: Zuschauer gefährden Fahrer

Die zweite Etappe wurde schließlich mit der 20. Sonderprüfung abgeschlossen. Erneut wurde die 17,91 Kilometer lange "Comanjilla"-Strecke absolviert. Aufgrund von starkem Verkehrsaufkommen ging sie mit 19 Minuten Verspätung los. Das Problem mit den Steinen ging weiter. Ogier ärgerte sich: "Kurz vor dem Ende lag mitten auf der Straße ein großer Stein. Ich versuchte ihn zu umfahren und prallte gegen die Straßenbegrenzung." Das Resultat war ein Reifenschaden.

Kurz nach dem Franzosen kam Araujo über die Linie und schäumte: "Es ist gefährlich. Da liegen Steine von 50 Kilo auf der Straße - nicht nur einer. Jemand versucht uns zu töten, verrückte Leute." Araujo meinte, die gefährlichen Stellen waren knapp 100 Meter vor dem Ziel. Anscheinend hatten erneut "Fans" Steine auf die Straßen gelegt.

Nowikow erwischte es schon früher. Er strandete am Straßenrand. Teile seines Autos waren überall verteilt. Tänak ging nach dem Russen auf die Strecke: "Es tut mir für Nowikow leid. Ich hätte fast seine Aufhängung, die mitten auf der Straße lag, erwischt. Steine habe ich keine gesehen. Für mich war es okay", berichtet der Este.

Als Östberg über die Linie kam, bestätigte er, dass kurz vor dem Ziel drei Menschen alleine am Straßenrand standen. Bei ihm lagen erneut Steine auf der Strecke. Trotzdem kam er gut durch. Im Verfolgerfeld hatten die Vorgänge Auswirkungen auf die Gesamtwertung. Östberg übernachtet als Fünfter, gefolgt von Tänak. Durch den Ausfall von Nowikow rücken Al-Attiyah und Araujo auf die Plätze sieben und acht nach vor. Ogier ist im S2000 Neunter, gefolgt von Ken Block (Ford).

An der Spitze gab es keine Veränderungen. Latvala sicherte sich zwar seine achte Bestzeit, doch Loeb führt weiterhin souverän. "Wir sind in einer komfortablen Position, aber morgen ist noch ein langer Tag", hat der Franzose die lange Guanajuatito-Prüfung im Kopf. In SS20 büßte der Weltmeister zwar elf Sekunden auf Latvala ein, doch in der Gesamtwertung führt er 36,2 Sekunden vor Hirvonen. "Ich hatte Glück, weil ich zwar keine Steine, aber die Aufhängung von Nowikow im schnellen Abschnitt getroffen habe", sagt der Finne. "Es war schwierig und kein guter Tag."

Latvala bestätigte, dass er der schnellste Man in Mexiko ist, doch in der Gesamtwertung fehlen 1:53 Minuten auf Loeb. "Es ist wirklich schön zu sehen, dass das Auto konkurrenzfähig ist", streicht er das Positive heraus. "Das Gefühl ist wirklich gut. Schade, dass es die Probleme mit den Steinen gab. Ich habe voll angegriffen."

Solberg war in SS20 Zweitschnellster (+2,5) und liegt in der Gesamtwertung auf dem vierten Rang. "Nach all den Reifenschäden war es eine gute Aufholjagd. Heute habe ich mir einmal einen Nagel eingefahren. Ich hatte nicht viel Glück, aber ich war schnell und das Auto ist fantastisch. Jetzt dürfen keine weiteren Fehler passieren." In der P-WRC führt Benito Guerra komfortabel in seinem Mitsubishi Lancer Evo X.

Am Sonntag stehen die letzten vier Prüfungen auf dem Programm. Nach einer weiteren kurzen Super-Special im Autodromo de Leon geht es auf die 54 Kilometer lange "Guanajuatito"-Prüfung. Nach einer kurzen SS23 warten noch die Bonuspunkte in der Power Stage.

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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