Jari-Matti Latvala macht sich Sorgen um den aufgewirbelten Staub

Rallye 2012

— 23.03.2012

Ford: In Portugal soll es mit dem Sieg klappen

In Portugal wollen Jari-Matti Latvala und Petter Solberg den Speed des Ford Fiesta RS WRC auf Schotter auch in Spitzenergebnisse umsetzen

Jari-Matti Latvala und Petter Solberg sind vom Potenzial des Ford Fiesta RS WRC auf Schotter berzeugt und erzielten bei Tests diese Woche nochmals Verbesserungen
Beide Werkspiloten starten am Samstag vor der WM-Rallye beim "Fafe Rallye-Sprint", der die legendre Prfung der frheren Rallye Portugal auferstehen lsst

Bei der Rallye Portugal, vierter Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft 2012, peilen die Werksfahrer des Ford World-Rally-Teams den ersten Schotter-Sieg der Saison an. Beim vorigen Lauf in Mexiko gewannen Jari-Matti Latvala und Petter Solberg die Hlfte aller Wertungsprfungen - der Ford Fiesta RS WRC ist auf losem Untergrund absolut siegfhig. Die Rallye Portugal (29. Mrz bis 1. April) gilt als die technisch schwierigste Schotterveranstaltung des Jahres. Der Mix aus engen Straen, blind genommenen Kuppen und zahllosen Steinen am Streckenrand lsst keinen Raum fr Fehler.

Diese klassischen Herausforderungen der Rallye Portugal haben die Veranstalter dieses Jahr noch gewrzt mit neuen, unbekannten Pisten, drei nchtlichen Wertungsprfungen und einer um rund 13 Prozent lngeren Distanz gegenber dem Vorjahr. Seit dem Beginn der Rallye-Weltmeisterschaft 1973 gehrte die Rallye Portugal zu den Fixpunkten jeder Saison. Bis 2002 wurde der Klassiker in der Region um Porto im Norden des Landes ausgetragen - inklusive der legendren Prfung "Fafe".

2007 kehrte der Event in den WM-Kalender zurck und wird seitdem in der Ferienregion Algarve an der Sdkste ausgetragen. Auch am neuen Standort entwickelte sich der portugiesische Lauf schnell zu einem der beliebtesten des Kalenders. Die vierte Runde der diesjhrigen Rallye-WM spielt sich rund um Faro ab, berwiegend im Bergland nrdlich der Stadt. Die Streckenfhrung kombiniert schnelle, flssige Passagen mit technisch anspruchsvollen Abschnitten auf harten, verschleiintensiven Schotterwegen.

Die Startzeremonie und eine erste Zuschauerprfung finden am Donnerstagnachmittag in der Hauptstadt Lissabon statt. Danach machen sich die Fahrer auf in den Sden - wobei sie "zwischendurch" allerdings gleich mal drei nchtliche Wertungsprfungen von durchschnittlich zwlf Kilometern Lnge zu bewltigen haben. Alle drei NachtPrfungen finden in relativ offenem Gelnde statt. Die Veranstalter hoffen, dass dadurch die unvermeidlichen Staubfahnen hinter jedem Auto nicht so lange in der Luft hngenbleiben.

Latvala sorgt sich um den Staub

"Wir haben uns diese Woche bei Tests in der Dunkelheit auf die nchtlichen Prfungen vorbereitet", erklrt Schweden-Sieger Latvala. "Ich bin am Mittwoch 48 Kilometer im Dunkeln gefahren und glaube, dass ich fr diesen wichtigen Auftakt zur Rallye jetzt gut gerstet bin. Der Staub knnte die Sache je nach Wetterlage etwas erschweren. Der Drei-Minuten-Abstand zwischen den Startern wird mglicherweise nicht ausreichen, um wieder vllig freie Sicht zu haben. Die Distanz bewegt sich am Limit, vielleicht denken die Veranstalter ja noch ber Intervalle von vier Minuten nach."

Die mglichen Sichtbehinderungen bezieht Latvala auch in seine taktischen berlegungen mit ein: "Es ist schwer zu sagen, fr welche Startposition wir uns entscheiden werden. Als Erster hast du freie Sicht, dafr triffst du auf Unmengen von losem Schotter. Vielleicht sollten wir das Risiko eingehen und uns fr einen spten Startplatz entscheiden. Dann wren die losen Steine schon abgerumt. Wichtig ist erst mal, dass wir im Qualifying gut abschneiden, um berhaupt die Wahl zu haben. Dann liegt vieles in unserer eigenen Hand."

Zur Streckenfhrung meint der Finne, der zwei Tage nach dem Zieleinlauf 27 Jahre alt wird: "Es ist schwierig, in den Rhythmus der portugiesischen Straen zu kommen. Es gibt auf der Freitags-Etappe einige neue Prfungen. Wir mssen uns voll konzentrieren, wenn wir im Training dort unseren neuen Aufschrieb erstellen." Bei vier Starts in Portugal erzielte Latvala im Vorjahr als Dritter sein bestes Ergebnis.

Wie schtzt er seine Chancen in diesem Jahr ein? "In Mexiko lief der Fiesta fantastisch. Der Ausfall war natrlich sehr rgerlich und erhht den Druck auf uns. Aber andererseits gibt uns das Tempo, das wir fahren konnten, viel Selbstbewusstsein fr Portugal und die folgenden vier Schotterrunden."

Solberg hat sich bei Tests gut vorbereitet

Teamkollege Solberg erzielte bei seinem ersten Start an der Algarve als Zweiter sein bisher bestes Portugal-Ergebnis. "Eine gute Rallye, und ich bin hungrig auf einen Spitzenplatz", erklrt der 37-jhrige Norweger. "Ich liege auf Platz drei in der Weltmeisterschaft und der Test in dieser Woche verlief positiv - beides gibt mir ein gutes Gefhl fr Portugal. Beim Test bin ich 220 Kilometer gefahren und habe weitere Verbesserungen an der Abstimmung gefunden."

"Wir wissen seit Mexiko, dass der Fiesta RS WRC auf Schotter richtig schnell ist. Jetzt hoffe ich, dass die Verbesserungen sich in Ergebnissen niederschlagen. Die Rallye ist sehr lang und ich mchte sie erst mal ruhiger angehen als in Mexiko. Dort unterliefen mir zu Beginn einige Fehler. Das soll nicht noch mal passieren, also werde ich nicht zu frh zu viel versuchen. Es gibt gengend Strecke, auf der ich zuschlagen kann - das muss nicht auf den ersten 40 Kilometern passieren."

Beide Werkspiloten werden brigens am Wochenende vor der Rallye Portugal mit ihren Fiesta RS WRC beim neu geschaffenen "Fafe Rallye-Sprint" an den Start gehen. Der Aperitif zum WM-Lauf steigt am Samstag, 24. Mrz, bei Porto und wird live vom portugiesischen Fernsehen bertragen. 30 Starter gehen auf einen 6,34 Kilometer langen Abschnitt der legendren frheren WM-Prfung Fafe. Mit dabei ist natrlich auch die berhmte Sprungkuppe, die am Samstag alleine Tausende Fans und vielleicht ebenso viele Fotografen anlocken wird.

Die Rallye Portugal fhrt ber eine Gesamtdistanz von 1.564,26 Kilometern mit 22 Wertungsprfungen von zusammen 434,77 Kilometern Lnge. Die Berge der Serra do Caldeirao oberhalb der Algarve-Kste sind bekanntes Territorium, die Prfungen selbst sind jedoch zu einem Viertel komplett neu in der WM, gegenber 2011 wurden rund 36 Prozent der Strecken verndert. Der Service-Park ist am Estadio Algarve in Faro stationiert, das 2004 fr die Fuball-Europameisterschaft neu gebaut wurde.

Fotoquelle: xpb images

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