Vizeweltmeister Mikko Hirvonen ist als einziger Werksfahrer nicht abgeflogen

Rallye 2012

— 30.03.2012

SS7: Hirvonen führt turbulente Rallye Portugal an

Nach den Problemen der Ford-Werksfahrer übernimmt Mikko Hirvonen (Citroen) nach der ersten Schleife des zweiten Tages die Führung der Rallye Portugal

Die erste Schleife am zweiten Tag der Rallye Portugal war an Dramatik nicht zu überbieten. Über Nacht hatte es stark geregnet und das schlechte Wetter hielt bis in den Nachmittag hinein an. Die Straßen waren nass, schlammig, rutschig und es gab überall Wasserdurchfahrten. Die Fahrer hatten sich für die weiche Reifenmischung von Michelin entschieden, aber dennoch blieb es schwierig. Nebel behinderte die Sicht zusätzlich und das Wetter änderte sich in jeder Minute. In der fünften Sonderprüfung flog Jari-Matti Latvala von der Strecke. Eine Prüfung später erwischte es seinen Ford-Teamkollegen Petter Solberg.

Da Weltmeister Sebastien Loeb (Citroen) bereits am Donnerstag durch einen Überschlag ausgeschieden war, blieb Mikko Hirvonen als einziger Werksfahrer in der Rallye. Der Finne machte keine groben Fehler und absolvierte die Prüfungen fünf, sechs und sieben souverän. Damit ist der Citroen-Pilot auch in Führung gegangen. "Es war sehr neblig und matschig. Man kann gar nicht glauben, wie langsam wir fahren, aber es ist extrem rutschig."

"Jede Kurve ist anders", schildert Hirvonen die Bedingungen in der 16,18 Kilometer langen siebten Sonderprüfung. "Es ist sehr schwierig, ich will keine Fehler machen. Es geht darum, das Auto auf der Straße zu halten, aber alleine das ist schwierig. Ich versuche, dass Tempo zu kontrollieren und keinen Fehler zu machen." In der Gesamtwertung hat der Vizeweltmeister nach sieben von insgesamt 22 Sonderprüfungen 36,3 Sekunden Vorsprung.

In SS7 "S.Bras de Alportel" veränderte sich die Reihenfolge auf den Verfolgerplätzen. Jewgeni Nowikow (Ford) war um 20 Sekunden schneller als Mads Östberg und schnappte sich den zweiten Rang vom Norweger. "Keine Probleme. Der Nebel war sehr dicht, es wurde gegen Ende aber etwas besser. Ich weiß nicht, ob Jewgeni Glück hatte im Nebel", rätselt Östberg. "Er kann nicht 20 Sekunden schneller fahren. Das ist mit Nebel nicht möglich."

"Ich habe mein Bestes gegeben und konnte nicht schneller fahren. Das Wetter ändert sich sehr schnell. Man kann Glück oder Pech haben. Diesmal hatten wir Pech. Wenn man bei einer normalen Rallye Pech hat, dann verliert man zehn Sekunden. Hier sind es leicht zwei Minuten." Ein Mitgrund für seinen Zeitverlust war ein Reifenschafen links hinten an seinem Ford Fiesta RS WRC.

Nowikow hat nun 5,5 Sekunden Vorsprung auf Östberg. "Ich wollte in dieser Prüfung etwas angreifen, aber es war sehr rutschig und hat stark geregnet. Ich hoffe, wir können die Probleme mit dem Sprechfunk beim Service beheben", sagt der Russe. Durch die Ausfälle zahlreicher Fahrer, unter anderem schieden auch Ott Tänak (Ford) und Thierry Neuville (Citroen) aus, eröffnete das Möglichkeiten für andere Fahrer.

So kam Patrik Sandell im Prodrive MINI auf den vierten Platz nach vor. "Ich habe versucht, mich an den Aufschrieb zu halten und meine Rallye zu fahren. Wir haben erst zehn Prozent der Rallye gefahren, unglaublich", so der Schwede. "Mein Plan hat am Vormittag sehr gut funktioniert. Ich wollte ruhig bleiben und nur auf der Straße bleiben." Auf Hirvonen fehlen allerdings schon drei Minuten.

Martin Prokop (Ford) konnte sich auf den fünften Rang verbessern. Nasser Al-Attiyah ist in SS7 auf Rang sechs abgerutscht, gefolgt von Peter van Merksteijn jun. (beide Citroen). WRC-Rückkehrer Dennis Kuipers (Ford) ist als Achter ebenfalls noch mit dabei. "Es ist sehr schwierig, sehr rutschig. Wir verlieren viel Zeit. Das Auto bewegt sich in jeder Kurve. Dazu ist am Beginn der Prüfung viel Nebel", schildert der Norweger die Bedingungen, die an die Rallye Großbritannien im Herbst erinnerten.

Volkswagen-Werksfahrer Sebastien Ogier brachte nach kurzfristigen Problemen in SS5 seinen Skoda Fabia S2000 wieder in Gang und fuhr die weiteren beiden Prüfungen solide. In den vergangenen beiden Jahren hat der Franzose in Portugal gewonnen. In SS7 schob er sich auf Rang neun. Jari Ketomaa komplettiert die Top 10, doch es gab technische Probleme an seinem Ford. "Ich bin hier, aber mein Motor läuft nur auf drei Zylindern. Hoffentlich ist es nichts Dramatisches. Es waren unglaubliche Bedingungen, bei denen ich noch nie gefahren bin."

Im Drama um Ford wäre beinahe untergegangen, dass Dani Sordo mit Abstand der schnellste Fahrer auf den Prüfungen fünf bis sieben war. Der Spanier musste nach seinen technischen Problemen vom Vortag als Erster auf die Strecke gehen und profitierte von den deutlich besseren Bedingungen. Auch in SS7 setzte der MINI-Pilot die Bestzeit und war um 21 Sekunden schneller als Nowikow. In der Gesamtwertung liegt Sordo allerdings 8:45 Minuten hinter Hirvonen.

Die verbliebenen Fahrzeuge machten sich nun zum Service auf. Am späteren Nachmittag wird die gleiche Schleife wiederholt.

Gesamtwertung nach 7 von 22 Prüfungen (Top 10):
01. Mikko Hirvonen (Citroen) 1:20:01,7 Stunden
02. Jewgeni Nowikow (Ford) +36,3 Sekunden
03. Mads Östberg (Ford) +41,8
04. Patrik Sandell (MINI) +3:07,2 Minuten
05. Martin Prokop (Ford) +3:25,8
06. Nasser Al-Attiyah (Citroen) +3:46,9
07. Peter van Merksteijn jun. (Citroen) +3:50,8
08. Dennis Kuipers (Ford) +4:41,1
09. Sebastien Ogier (Skoda Fabia S2000) +5:45,1
10. Jari Ketomaa (Ford) +5:52,3

Fotoquelle: xpbimages.com

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