Citroen-Pilot Mikko HIrvonen kontrolliert die Führung in Portugal souverän

Rallye 2012

— 31.03.2012

SS11-13: Hirvonen kontrolliert die Rallye Portugal

Mikko Hirvonen (Citroen) führt die Rallye Portugal auch nach der ersten Hälfte der Samstagsprüfungen an - Petter Solberg (Ford) hat sich wieder in die Punkte geschoben

Nach dem turbulenten Freitag verlief die erste Schleife am Samstag deutlich ruhiger. Citroen-Werksfahrer Mikko Hirvonen fuhr ein kontrolliertes Tempo und baute seine Gesamtführung bei der Rallye Portugal auf 47,3 Sekunden auf. Mads Östberg und Jewgeni Nowikow verteidigten die Plätze zwei und drei, doch beide hatten mit Fehlzündungen im Triebwerk ihrer privaten Ford Fiesta RS WRC zu kämpfen.

MINI-Pilot Dani Sordo zeigte mit einer Bestzeit das Potenzial des runderneuerten Boliden auf. Das Ford-Werksduo startete nach den Unfällen am Vortag eine Aufholjagd. Petter Solberg stellte zwei Bestzeiten auf und schob sich auf Rang neun nach vor. Jari-Matti Latvala ging keine Risiken ein und liegt nach 13 Prüfungen noch außerhalb der Punkteränge. Das Wetter war deutlich besser als noch am Freitag.

Der Tag begann mit der 26,22 Kilometer langen "Almodovar"-Prüfung. Wie am Freitag zeigte Sordo im Prodrive-MINI eine starke Leistung. Am Freitag profitierte der Spanier noch von seiner ersten Startposition, doch heute geht er als Vierter auf die Bahn. Der versammelten Konkurrenz nahm Sordo im runderneuerten Boliden acht Sekunden ab.

In der Gesamtwertung ist der 28-Jährige nach den Problemen an der Lichtmaschine am Donnerstag wieder nahe an den Punkterängen dran. Die zweitbeste Zeit ging an Latvala, dicht gefolgt von seinem Ford-Teamkollegen Solberg. Beide sind unter Rallye2-Regel wieder dabei und haben ebenfalls noch die Top 10 und WM-Zähler im Visier.

An der Spitze gab es in der elften Sonderprüfung keine Veränderungen. Hirvonen büßte zwar eine Zehntelsekunde auf Östberg ein, doch sein Vorsprung betrug weiterhin komfortable 41,7 Sekunden. "Es war okay. Es ist bei diesen Bedingungen leichter", schildert der Finne. "Für die Reifen wird es anstrengend, weil wir alle mit der weichen Mischung unterwegs sind." Während vorne alles klar war, war das Duell um den zweiten Platz entbrannt.

Nowikow war um 20 Sekunden langsamer als Östberg und fiel auf den dritten Rang zurück. "Der Plan war es anzugreifen, aber nur wenn es nass ist", sagt der Russe. "Es war aber trocken. Ich kenne die Strecken auch nicht gut. Wenn es nass ist, geht es mehr um das Fahren und weniger um den Aufschrieb. Im Trockenen kenne ich aber die Strecken nicht gut genug."

Östberg sicherte sich den zweiten Rang, doch er bezweifelte, ob er Hirvonen noch schnappen kann. "In einigen Kurven ist es etwas matschig, aber sonst trocken. Ich bin keine Risiken eingegangen. Die Prüfung war okay. Um Mikko herauszufordern, müsste es mehr regnen. Wenn es rutschiger wäre, dann müsste er langsamer fahren. Das wäre meine Chance. Hoffentlich ist es am Nachmittag nasser."

Auf den weiteren Plätzen gab es keine Verschiebungen. Patrik Sandell ist als Vierter weiterhin bester MINI. "Es war viel trockener als erwartet. An die Reifen habe ich mich noch nicht gewöhnt", sagt der Schwede, der seine erste Schotter-Rallye in diesem Jahr fährt. "Ich habe weiche Reifen aufgezogen und dachte mir, wenn ich attackiere, dann zerstöre ich sie zu schnell."

Martin Prokop (Ford) verteidigte seinen fünften Platz gegen Nasser Al-Attiyah (Citroen). Peter van Merksteijn jun. (Citroen) und Dennis Kuipers (Ford) waren weiterhin Siebter und Achter. Jari Ketomaa verbesserte sich im mit DMACK-Reifen ausgerüsteten Ford auf Platz neun. Volkswagen-Werksfahrer Sebastien Ogier fiel im Skoda Fabia S2000 auf Rang zehn zurück. "Die Bedingungen sind viel besser als gestern. Es gibt keinen Nebel, weshalb wir die Straße sehen können. Der Grip ist auch besser. Es macht Spaß", freut sich der Sieger der vergangenen beiden Jahre.

SS12: Solberg will auf Platz vier

Anschließend ging es in die 25,29 Kilometer lange zwölfte Sonderprüfung "Vascao". Das Ford-Duo setzte seine Aufholjagd fort. Solberg fuhr die Bestzeit und beendete die Serie von Sordo, der diesmal um 4,4 Sekunden langsamer war. "Ich pushe. Die Abstimmung hat in der ersten Prüfung nicht funktioniert, aber jetzt war es sehr gut. Das habe ich erwartet", so der Norweger. "Die Zeit ist gut. Ich darf keine Fehler machen. Platz vier ist das Ziel. Das ganze Team steht hinter uns."

Auf den vierten Platz fehlten Solberg zu diesem Zeitpunkt noch drei Minuten. Mittlerweile hatte er sich auf Rang elf nach vor geschoben. Latvala fuhr die drittschnellste Zeit und verbesserte sich auf Platz 15. "Wir haben einen Job zu tun und müssen Punkte holen", lautet das Motto. "Derzeit ist Sordo sehr schnell. Unsere Priorität liegt derzeit nicht auf Bestzeiten. Ich fahre mit 95 Prozent."

An der Spitze war Hirvonen lediglich um 1,3 Sekunden schneller als Östberg, weshalb sich nichts änderte. "Es war sehr rutschig, aber der Grip war konstant. Ich muss nicht das Maximum geben", sagt der Citroen-Pilot. "Wenn alles funktioniert, dann ist dieses Tempo in Ordnung. Man muss ständig konzentriert sein, weil es Matsch und Wasserdurchfahrten gibt."

Dagegen hat Östberg den Sieg aus eigener Kraft praktisch aufgegeben. "Er hat mehr Speed. Sobald ich schnell fahre, erhöht er das Tempo noch. Ich möchte nicht, dass er einen Fehler macht, sondern will versuchen ihn einzuholen. Es ist nicht einfach", so der Norweger. "Ich habe eine sichere Podiumsposition, die ich behalten will. Es war eine saubere Fahrt und ich bin keine Risiken eingegangen."

Nowikow hat es ebenfalls aufgegeben, Östberg noch einzuholen. Dazu traten Probleme an seinem Fiesta auf: "Ich fahre mit der gleichen Strategie, aber der Motor hat viele Fehlzündungen. Auf dem Asphaltstück wäre der Motor fast abgestorben. Ich gehe keine Risiken ein, sondern will die Straßen für nächstes Jahr lernen."

Auf Sandell hat der Russe noch einen komfortablen Vorsprung von 2:49 Minuten. Der Schwede verteidigte seinen vierten Platz. "Es ist sehr knifflig. Ich muss die Position nach hinten absichern. Es ist noch eine lange Rallye. Dani und Petter sind sehr schnell unterwegs. Ich fahre jetzt so bis zum Service weiter. Dann werde ich entscheiden, ob ich schneller fahren muss." Als Sandell gesagt wurde, dass es Solberg auf seinen Platz abgesehen hat, antwortete er: "Dann muss ich Dritter werden."

SS13: Fehlzündungen auch bei Östberg

Die weiteren Platzierungen in den Top 10 blieben unverändert. Zum Abschluss der Schleife stand die 22,57 Kilometer lange "Loule"-Prüfung auf dem Programm. Langsam zeigte sich, wer am besten auf die weichen Reifen aufgepasst hatte. Solberg kam mit stark verschlissenen Michelin über die Linie, erzielte aber die Bestzeit. "Es war im Schlamm und auf der Bremse schwierig. Trotzdem war es ein guter und problemloser Vormittag." In der Gesamtwertung verbesserte er sich auf Rang neun und hat in diesen drei Prüfungen zwei Minuten auf Sandell aufgeholt.

Sordo war erneut schnell unterwegs und fuhr die zweitschnellste Zeit. Gesamt war der MINI schon auf Platz 13 geklettert. "Hinten sind die Reifen etwas mehr beschädigt, weil das Auto stark rutscht. Mit dem Speed bin ich zufrieden. Es war ein guter Vormittag. Wir müssen positiv sein." Im Spitzenfeld gab es dagegen keine Veränderungen.

Hirvonen vergrößerte seinen Vorsprung auf Östberg auf 47,3 Sekunden. "Es war rutschig, aber das ist für alle gleich. Es war okay, ich bin eine gute Pace gefahren. Mit harten Reifen ist es sicher unmöglich zu fahren",blickt der Finne auf dem Nachmittag voraus, denn das Kontingent der weichen Pneus ist fast aufgebraucht.

Bei den privaten Fords stellten sich bei mehreren Fahrzeugen Fehlzündungen ein. Davon betroffen waren auch Östberg und Nowikow. Zusätzlich hatte Östberg die hintere Stoßstange verloren und Nowikow hatte Beschädigungen am Heck. "Zu Beginn habe ich viel aufgeholt, aber ich hatte Motorprobleme. Oft ist er nur auf drei Zylindern gelaufen", schildert der Norweger seine Probleme.

"Deshalb musste ich mit hohen Drehzahlen fahren. Die ersten zehn Kilometer waren okay, aber dann hatte ich zu kämpfen, damit ich überhaupt ins Ziel komme. Hoffentlich können wir es im Service reparieren." Ganz ähnlich lief es für Nowikow, der schon den ganzen Vormittag Motorprobleme hatte. "Der Boden war aufgrund der Steine sehr hart. Es ist nichts Spezielles passiert, ich habe nur weiterhin Fehlzündungen."

Hinter dem Spitzentrio blieben die Positionen auf den Rängen vier bis sechs unverändert. Sandell ist weiterhin Vierter, gefolgt von Prokop, der ebenfalls Fehlzündungen an seinem Fiesta hatte, und Al-Attiyah. Kuipers überholte Van Merksteijn jun. für Platz sechs. Solberg war auf Rang neun vorgedrungen. Ketomaa komplettiert die Top 10.

Am Nachmittag werden die gleichen drei Prüfungen erneut absolviert.

Gesamtwertung nach 13 von 22 Prüfungen (Top 10):
01. Mikko Hirvonen (Citroen) 2:10:38.6 Stunden
02. Mads Östberg (Ford) +47,3 Sekunden
03. Jewgeni Nowikow (Ford) +1:09,5 Minuten
04. Patrik Sandell (MINI) +4:08,8
05. Martin Prokop (Ford) +5:02,3
06. Nasser Al-Attiyah (Citroen) +5:03,5
07. Dennis Kuipers (Ford) +6:11,5
08. Peter van Merksteijn jun. (Citroen) +6:21,3
09. Petter Solberg (Ford) +6:31,5
10. Jari Ketomaa (Ford) +7:09,4

Fotoquelle: xpbimages.com

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