Mikko Hirvonen ist am Sonntagvormittag keine unnötigen Risiken eingegangen

Rallye 2012

— 01.04.2012

SS17-19: Hirvonen liegt souverän in Führung

Mikko Hirvonen (Citroen) kontrolliert zu Beginn des letzten Tages die Rallye Portugal souverän - Petter Solberg (Ford) verbessert sich auf den vierten Rang

Am Vormittag des letzten und entscheidenden Tages gab es bei der Rallye Portugal keine Verschiebungen. Gleich in der ersten Sonderprüfung eroberte Petter Solberg (Ford) den vierten Platz von Nasser Al-Attiyah (Citroen) zurück. Das Ford-Werksteam setzte in den Prüfungen 17, 18. und 19. die Bestzeit. An der Spitze des Feldes wurden die Positionen kontrolliert. Mikko Hirvonen (Citroen) vergrößerte seinen Vorsprung auf 1:40,1 Minuten und fährt dem Sieg entgegen.

Die Straßen waren zwar rutschig, aber das Wetter präsentierte sich an der Algarve von seiner schönen Seite, weshalb kein Chaos mehr droht. Mads Östberg hatte allerdings mit Motorproblemen an seinem Ford zu kämpfen, konnte aber Platz zwei verteidigen. Jewgeni Nowikow (Ford) fuhr ohne Risiko und ist weiterhin Dritter.

Der letzte Tag in Portugal begann mit der 21,42 Kilometer langen 17. Sonderprüfung mit dem Namen "Silves". Jari-Matti Latvala musste als Erster die Strecke eröffnen und fuhr auch gleich die Bestzeit. "Wir hatten uns Sorgen gemacht, wie es sein würde. Die Straße ist feucht und die weichen Reifen waren die richtige Wahl. Mit jedem Tag wird es besser. Kleine Fehler, aber sonst war es okay", sagt der Finne, der mit gebrauchten weichen Reifen unterwegs war.

Sein Teamkollege Solberg war Zweitschnellster, aber um 20 Sekunden langsamer. Das reichte um Nasser Al-Attiyah (Citroen) den vierten Platz wieder abzunehmen. "Es war eine gute Prüfung. Die Strecke war sehr schlammig. Ich bin kein Risiko eingegangen, weil noch eine lange Prüfung kommt", blickt der Norweger voraus. "Die Reifen sind etwas verschließen. Ich habe weiche Reifen aufgezogen. Hinten sind es zwei gebrauchte Pneus und vorne zwei neue."

Im Kofferraum führte er zwei harte Reifen mit. Al-Attiyah hatte dagegen vier harte Reifen aufgezogen. "Ich bin mir sicher, dass die weichen Reifen schnell zerstört sind. Man muss auch an die lange Prüfung denken. Die harten Reifen sind zwar langsamer, aber ich bin zufrieden, wie ich gefahren bin. Wir versuchen unsere Position zu halten."

MINI-Pilot Sordo stellte die drittbeste Zeit auf, doch es gab ein Problem mit der Handbremse. "Das Auto hat nur vorne verzögert, weshalb ich in den Haarnadeln Zeit verloren habe", schildert er die Auswirkungen. Abgesehen vom Platztausch Solberg/Al-Attiyah gab es keine Veränderungen auf den wichtigen Plätzen.

Hirvonen vergrößerte seinen Vorsprung auf 1:14 Minuten. "Es war okay. Etwas rutschiger als gestern, aber es ist gut gelaufen. Ich habe vier weiche Reifen. Die Wahl war richtig und es sollte alles okay sein." Der Vizeweltmeister hatte als unter Kontrolle und fuhr seinem ersten Citroen-Sieg entgegen. Östberg und Nowikow verwalteten ebenfalls ihre Podestplätze. Der Abstand zwischen dem Duo betrug 39 Sekunden.

"Mein Plan war es, mich nach seinen Zwischenzeiten zu orientieren", sagt Östberg. "Ich habe Gas rausgenommen, aber trotzdem Zeit herausgeholt. Wenn man zu sehr verlangsamt, kann es riskant werden. Es kommt jetzt noch eine lange Prüfung." Der Russe ist mit seinem Tempo dagegen immer noch nicht ganz zufrieden. Er ging aber ebenfalls keine Risiken ein. "Es läuft sehr gut, alles ist okay."

"Ich bin vorsichtig gefahren, damit ich das Podium absichere", sagt Nowikow. "Hätte es geregnet, dann hätte ich angegriffen. Es ist aber trocken, also bin ich keine Risiken eingegangen." Solberg liegt 4:13 Minuten hinter ihm. Die Plätze waren bezogen. Martin Prokop (Ford) verteidigte seinen sechsten Platz gegen Dennis Kuipers (Ford). VW-Werksfahrer Sebastien Ogier mischte mit seinem Skoda Fabia S2000 weiterhin die WRC-Boliden auf und hielt als Achter Peter van Merksteijn jun. (Citroen) in Schach. Citroen-Junior Thierry Neuville verdrängte Jari Ketomaa (Ford) von Platz zehn.

SS18: Motorprobleme bei Östberg

Anschließend folgte die längste Prüfung der Rallye. "Santana de Serra" führte die Rallye-Asse über 31,04 Kilometer. Abgesehen von Al-Attiyah, der vorne links einen Reifenschaden hatte, gab es keine Probleme mit den Pneus, obwohl die meisten Fahrer auf die weiche Mischung gesetzt hatten. Ausgerechnet bei dem Dakar-Sieger 2010, der hart bereift war, trat ein Schaden auf. "Ich konnte die Vibrationen in den letzten zehn Kilometern spüren. Es war eine harte Prüfung. Das Tempo ist zwar nicht gut, aber ich bin im Ziel.", sagt Al-Attiyah. Trotzdem konnte er Rang fünf behalten.

Die Bestzeit ging erneut an Ford. Latvala war um zehn Sekunden schneller als Solberg. "Harte Arbeit, aber es war eine tolle Prüfung. Das Auto ist fantastisch und ich genieße es sehr, damit zu fahren", schwärmt Latvala. "Leider hatte ich am Freitag nicht dieses Gefühl." Solberg war ebenfalls zufrieden: "Es war okay. An manchen Stellen war es etwas schlammig. Die Reifen sind stark abgenutzt, aber ich bin mit meiner Zeit zufrieden."

An der Spitze der Gesamtwertung änderte sich nichts, doch Östberg hatte Schwierigkeiten. "Ich bin nach drei Kilometern im Straßenmodus gefahren. Der Motor läuft nur noch auf drei Zylindern. Es ist sehr früh in der Prüfung passiert. Ich habe keine Power." Trotzdem war er nur um acht Sekunden langsamer als Hirvonen, der weiterhin alles unter Kontrolle hatte: "Es war eine sehr lange Prüfung."

"Ich muss es vorsichtig angehen, aber es ist nicht einfach, die Konzentration zu halten. Ich will ohne Probleme ins Ziel kommen. Mit dem Auto ist alles in Ordnung, alles funktioniert ordnungsgemäß." Auch bei Nowikow lief es problemlos: "Ich bin kein Risiko eingegangen, weil es etwas rutschig war", sagt der 21-Jährige. "Da es trocken ist, wollte ich nicht angreifen und das gleiche Tempo halten, damit ich auf das Podium komme."

SS19: Vorbereitungen auf die Power Stage

Die Vormittagsschleife wurde mit der kurzen 5,08 Kilometer langen "Sambro"-Prüfung beendet. Am Nachmittag findet auf dieser Strecke die Power Stage statt, weshalb sich die Fahrer bereits darauf vorbereiteten. Die Bestzeit ging an Solberg, gefolgt vor Sordo und Latvala. "Es hat gut funktioniert. Ich hatte Spaß", sagt der Norweger. "Es ist alles in Ordnung, das ist das Wichtigste. Wenn man Loeb in der WM schlagen will, dann brauche ich diese drei Punkte."

Auf die Bonuszähler hat es aber auch Hirvonen abgesehen: "Ich muss die richtige Reifenwahl treffen und dann angreifen", blickt der Finne voraus. In der kurzen Prüfung passierte nichts Außergewöhnliches. Einzig Östberg hatte weiter mit seinem Motor zu kämpfen. "Ich fahre im Straßenmodus. Der Motor läuft nur auf drei Zylindern und ich habe keine Power."

"Ich weiß nicht, was das Problem ist. Vor dem Start habe ich in den Straßenmodus geschaltet, aber der Motor ist abgestorben. Zum Glück sprang er wieder an. Es ist ein Horror. Hoffentlich schaffe ich es ins Service, aber ich habe gute Mechaniker", macht sich der Norweger Sorgen, dass ihm der zweite Platz kurz vor dem Ziel noch durch die Finger rutschen könnte. Nowikow fuhr auf Sicherheit, um Rang drei abzusichern. "Ich versuche unsere Position zu halten und will nichts Verrücktes tun. Ich möchte keine Risiken eingehen."

Auf den weiteren Positionen in den Top 10 gab es keine Veränderungen. Hirvonen geht mit einem komfortablen Vorsprung von 1:40 Minuten in den abschließenden Nachmittag, wenn diese drei Prüfungen noch einmal absolviert und die Bonuspunkte vergeben werden.

Gesamtwertung nach 19 von 22 Prüfungen (Top 10):
01. Mikko Hirvonen (Citroen) - 3:39:09.2 Stunden
02. Mads Östberg (Ford) +1:40,1 Minuten
03. Jewgeni Nowikow (Ford) +2:26,4
04. Petter Solberg (Ford) +5:19,1
05. Nasser Al-Attiyah (Citroen) +7:15,9
06. Martin Prokop (Ford) +7:54,1
07. Dennis Kuipers (Ford) +8:14,5
08. Sebastien Ogier (Skoda) +8:38,0
09. Peter van Merksteijn jun. (Citroen) +10:05,0
10. Thierry Neuville (Citroen) +10:56,2

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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