Vizeweltmeister Mikko Hirvonen hat seinen ersten Sieg für Citroen erobert

Rallye 2012

— 01.04.2012

Hirvonen gewinnt die Rallye Portugal

Mikko Hirvonen gewinnt die Rallye Portugal und übernimmt die WM-Führung - Jewgeni Nowikow steht zum ersten Mal hinter Mads Östberg auf dem Podium

Eine turbulente Rallye Portugal ist am Sonntag mit der Power Stage zu Ende gegangen. Obwohl es auf den letzten fünf Prüfungskilometern wieder zu regnen begann, fuhr Mikko Hirvonen den Sieg sicher ins Ziel. Der Finne feierte seinen insgesamt 15. WM-Sieg und den ersten für sein neues Team Citroen. Als Sahnehäubchen hat der Vizeweltmeister auch die Führung in der Fahrerwertung übernommen. Nach vier Rallyes führt der 31-Jährige mit einem Vorsprung von neun Punkten vor seinem Teamkollegen Sebastien Loeb. Der Weltmeister war schon in der dritten Prüfung am Donnerstagabend durch einen Überschlag ausgeschieden und anschließend nach Le Castellet weitergereist, wo sein Sportwagenteam in der ELMS debütierte.

Im Citroen-Lager konzentrierte man sich anschließend ganz auf Hirvonen. Es passierten keine Fehler und der Finne kontrollierte seinen Vorsprung auf die Verfolger souverän. Bemerkenswert an seinem Sieg war, dass er in keiner Prüfung die Bestzeit aufgestellt hatte. "Es war am Freitag sehr schwierig. Irgendwie bin ich durchgekommen. Ich bin ins Ziel gekommen und habe für Citroen gewonnen."

"Es fühlt sich sehr gut an", sagt Hirvonen im Ziel erleichtert. "Ich habe das umgesetzt, was zu tun gewesen war. Es war eines der längsten Wochenenden. Ich bin sehr zufrieden. Es gab kein einziges Problem. Es war eine starke Performance." Im Ziel hatte er 1:51 Minuten Vorsprung auf Mads Östberg. Für den Norweger, der im Adapta-Team einen Ford Fiesta RS WRC pilotiert, war es der zweite Podestplatz nach Schweden.

Trotz diverser kleiner Schwierigkeiten machte der 24-Jährige keine groben Fehler. "Die Rallye wurde praktisch am ersten Tag bei den schwierigen Bedingungen entschieden. Es war ein sehr gutes Wochenende für uns. Ich bin sehr glücklich über den nächsten Podestplatz", jubelt Östberg. "Es war harte Arbeit. Oft musste ich langsam fahren, damit keine Probleme aufgetreten. Es war nicht das angenehmste Wochenende. Gegen Mikko konnte ich nichts machen. Wir müssen härter arbeiten, damit wir den nächsten Schritt machen können."

Zum ersten Mal schaffte es Jewgeni Nowikow auf das Podium. Der Russe war lange als Crashpilot verschrien, doch seit der erfahrene Denis Giraudet als sein Co-Pilot fungiert, sind die Resultate nicht nur besser, sondern auch konstanter geworden. Der Lohn dieser Arbeit ist der erste Podestplatz für den 21-Jährigen. "Ich habe sehr lange auf diesen Moment gewartet. Ich bin sehr, sehr glücklich." Giraudet stand das letzte Mal vor zehn Jahren auf dem Podium: "Ich fühle mich jetzt viel jünger. Ich fahre mit einem fantastischen jungen Kerl. Er hat keine Limits nach oben."

Solberg betreibt Schadensbegrenzung

Der große Verlierer war wieder einmal das Ford-Werksteam. Am Freitag flogen Jari-Matti Latvala und Petter Solberg von der Strecke und warfen einen möglichen Doppelsieg weg. Beide starteten unter Rallye2-Regel wieder, aber Latvala ging nach einem Problem mit dem Benzindruck am Samstag schließlich leer aus. Solberg lieferte eine Aufholjagd und kam noch auf Rang vier.

"In den letzten Prüfungen hat es stark geregnet. Leider habe ich keine Bonuspunkte geholt, aber dennoch einige WM-Zähler. Nach der schwierigen Situation sollten wir zufrieden sein", meint er über die gelungene Schadensbegrenzung. "Es gab keine Reifenschäden. In den nächsten Rallyes wird noch viel von uns kommen."

Die Power Stage sorgte für die Entscheidung im Duell um den fünften Platz. Martin Prokop (Ford) hatte einen Frühstart hingelegt und deshalb eine Zehn-Sekunden-Strafe erhalten. Das warf den Tschechen hinter Nasser Al-Attiyah (Citroen) auf den sechsten Rang zurück. Im Ziel hatte der Dakar-Sieger von 2011 die Nase um lediglich 3,4 Sekunden vorne.

"Ich bin Vollgas gefahren und bin große Risiken eingegangen. In der langen Prüfung hatte ich einen Reifenschaden. Es ist fantastisch, ein gutes Gefühl. Der Platz gehört mir", freut sich Al-Attiyah. Trotz der knappen Niederlage war Prokop dennoch mit dem Resultat glücklich: "Es war sehr gut. Der Freitag war sehr gut, aber am Samstag gab es einige Probleme. Es war wie erwartet ein aufregendes Wochenende. Es ist sehr schön, so kämpfen zu können. Meine Reifenwahl war heute leider falsch, aber ich freue mich trotzdem."

Dennis Kuipers kam bei seiner ersten WRC-Rallye in diesem Jahr als Siebter ins Ziel. "Ich bin überrascht. Es ist gut gelaufen, aber es war aufgrund des Wetters eine schwierige Rallye." Wann wird er wieder im Ford Fiesta sitzen? "Ich weiß es nicht. Ich arbeite noch daran", sagt der Niederländer über seine ungewisse Zukunft.

Platz acht ging an Vorjahressieger Sebastien Ogier im Skoda Fabia S2000. Der Volkswagen-Werkspilot ließ die WRC-Piloten Thierry Neuville (Citroen) und Jari Ketomaa (Ford) hinter sich. In den nächsten Tagen wird in Portugal der neue Polo R WRC getestet. "Es war eine gute Rallye, eine gute Erfahrung für das Team und mich", sagt der Franzose."Die Tests sind der Hauptjob in diesem Jahr. Wir wollen den Polo so schnell wie möglich machen." Ketomaa fiel noch in der Power Stage hinter Neuville auf Rang zehn zurück.

Aufgrund der Wetterbedingungen hatten die ersten Fahrzeuge in der Powe Stage einen Vorteil, weil es zu Beginn noch weniger geregnet hatte. Die drei Bonuspunkte gingen an Dani Sordo (MINI). Latvala nahm noch zwei Punkte mit und Ott Tänak (Ford) einen. "Wir müssen mehr Rallyes planen und das Auto weiterentwickeln", sagt Sordo zu seinem Sieg. "Wir kennen Bereiche, die wir noch verbessern können. Trotzdem müssen wir mehr Geld finden, damit wir mehr Rallyes fahren können. Wichtiger als der Sieg in der Power Stage war der Speed, den wir an diesem Wochenende gezeigt haben."

Der Sieg in der S-WRC ging an Hayden Paddon. Die zweite Saison der WRC-Akademie ging in Portugal los. Den ersten Sieg holte sich Alastair Fisher. Ende des Monats findet die nächste Rallye statt. Vom 27. bis 29. April wird in Argentinien gefahren.

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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