Petter Solberg vergab in Portugal die Chance, die WM-Führung zu übernehmen

Rallye 2012

— 07.04.2012

Solberg trauert verpasster Chance nach

Petter Solberg erlebte in Portugal ein Wechselbad der Gefühle: In Führung liegend kam er im Schritttempo von der Straße ab, schließlich wurde es noch Platz drei

Ford-Werkspilot Petter Solberg findet für die Rallye Portugal nur ein passendes Wort: "Verrückt." Nach Platz drei und dem Sieg auf der Power Stage bei der vorangegangenen Rallye Mexiko reiste der Norweger mit großen Hoffnungen zur zweiten Schotter-Rallye des Jahres. Dort fing es zunächst planmäßig an. Wenig später überschlugen sich aber die Ereignisse.

"Die Zuschauerprüfung in der Innenstadt von Lissabon war einfach unglaublich. Danach konnte ich es kaum erwarten, endlich die ersten Schotter-Prüfungen unter die Räder zu nehmen", schreibt Solberg in seiner Kolumne für 'Autosport'. Nach dem Qualifying, dass die beiden Ford-Werkspiloten Jari-Matti Latvala und Solberg auf den Plätzen eins und zwei beendete hatten, entschieden sie sich für die erste Etappe für die beiden letzten Startpositionen. Latvala startete als Letzter, Solberg unmittelbar vor ihm.

"Als wir am Donnerstagabend nach den ersten Prüfungen nach Faro zurückkehrten, erzählte jeder vom Regen", erinnert sich Solberg. "Diejenigen, die nicht vom Regen erzählten, sprachen über den Crash von Sebastien Loeb." Der WM-Spitzenreiter hatte dem Ford-Duo Latvala und Solberg mit einem seltenen Fahrfehler die Führung auf dem Silbertablett präsentiert.

"Als ich von Loebs Unfall erfuhr, ließ ich es etwas ruhiger angehen. Schließlich waren zu diesem Zeitpunkt noch mehr als 400 Kilometer zu fahren", erinnert sich der Norweger, der sich genau wie Teamkollege Latvala bewusst war, die seltene Chance beim Schopf packen zu müssen.

Am Freitag wurde der Regen stärker und die Gripverhältnisse damit zunehmend schwieriger. "Die Kurven, in denen es Grip gab und diejenigen, in denen es keinen gab, wechselten sich ständig ab", so Solberg. Als dann auch noch Teamkollege Latvala vom rechten Weg abgekommen war, lag der Ex-Weltmeister plötzlich in Führung und nahm weiter Gas weg, wie er sich erinnert.

"Auf der nächsten Prüfung kamen auch wir dann von der Straße ab. Es war aber kein Unfall, wir verließen die Straße quasi im Kriechtempo", blickt Solberg fassungslos zurück. Durch die starken Regenfälle hatte sich der Schotter in Schlamm verwandelt und im Reifenprofil festgesetzt. "Der Grip war dann gleich Null und im Schritttempo ging es dahin. Mein Beifahrer Chris Patterson hatte sogar die Zeit, vom Aufschrieb aufzublicken und zu sagen: 'Oh, nein...'."

"Ich konnte es einfach nicht glauben, wie so etwas passieren konnte. Nach dem Ausfall von Loeb hatten wir eine unglaubliche Chance vergeben", ärgert sich der Ford-Pilot. "Ich war nicht sonderlich erpicht darauf, Malcolm (Teamchef Wilson; Anm. d. Red.) zu sehen, da ich mir vorstellen konnte, wie es um seine Laune bestellt sein würde", sagt Solberg, der drei Jahre lang sein eigener Boss war.

Nach der Absage der übrigen Freitagsprüfungen konnte sich der Norweger am Samstag dank einer starken Aufholjagd wieder bis auf den vierten Platz nach vorn schieben. Aufgrund der Disqualifikation von Sieger Mikko Hirvonen sprang unterm Strich sogar eine Podiumsplatzierung heraus. Für Solberg war es die dritte seit seinem Comeback als Ford-Pilot, aber mit Sicherheit die verrückteste und bitterste.

Nach den ersten vier WRC-Läufen des Jahres liegt Solberg mit vier Punkten Rückstand auf Loeb auf Rang zwei der Fahrerwertung. Teamkollege Latvala ist nach drei Unfällen in Monte Carlo, Mexiko und Portugal nur Gesamtsechster und muss um seinen Nummer-eins-Status im Team fürchten.

Fotoquelle: xpb images

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