Sebastien Loeb verteidigte am Vormittag die Führung

Rallye 2012

— 28.04.2012

SS7-9: Das Citroen-Duell geht weiter

Nach den drei Vormittagsprüfungen der Rallye Argentinien kämpfen Sebastien Loeb und Mikko Hirvonen weiterhin im Sekundenabstand um die Spitze

Am zweiten Tag der Rallye Argentinien entwickelt sich der Kampf um den Sieg zu einem reinen Citroen-Duell. Sebastien Loeb und Mikko Hirvonen liefern sich an der Spitze einen Schlagabtausch, bei dem am Ende Sekundenbruchteile den Ausschlag geben könnten. Nachdem beide nur um eine Zehntelsekunde voneinander getrennt in den Samstag gestartet waren, setzte sich Loeb mit einer Bestzeit auf SS7 zunächst um 3,8 Sekunden von seinem Teamkollegen ab.

Hirvonen konterte jedoch mit Bestzeiten auf den Sonderprüfungen acht und neun, wobei er jedoch nur wenig Zeit auf Loeb gutmachte. Zur Mittagspause führt der Franzose daher weiter die Rallye an, Hirvonens Rückstand beträgt nach über drei Stunden Fahrzeit nur 2,1 Sekunden. Lediglich Petter Solberg (Ford) konnte am Vormittag das Tempo von Loeb und Hirvonen mitgehen, nach seinem Ausfall vom Freitag liegt er jedoch außerhalb der Top 10. Dani Sordo auf Rang drei verlor im Laufe des Vormittags Zeit und hat schon einen Rückstand von über 1:30 Minuten - den Sieg sollten die Citroen-Fahrer unter sich ausmachen.

Mads Östberg (Ford) liegt bereits knapp zweieinhalb Minuten hinter der Spitze, auf Rang fünf folgt Nasser Al-Attiyah (Citroen), der sich allerdings auf SS9 das rechte Hinterrad abriss und wahrscheinlich nicht weiterfahren kann. Hinter Martin Prokop (Ford) tobt weiterhin das Duell der beiden VW-Fahrer, bei dem Andreas Mikkelsen derzeit 11,9 Sekunden vor Sebastien Ogier liegt. Armindo Araujo (Mini) und Thierry Neuville (Citroen). Der frühere Formel-1-Pilot Eliseo Salazar liegt auf einem respektablen 14. Rang.

SS7: Loeb gewinnt die Reifenlotterie

Zum Auftakt des zweiten Tages, der im Vergleich zum Freitag zwei kürzere Sonderprüfungen enthält, erwartet die Fahrer ein 20,18 km langer Abschnitt von San Agustin nach Santa Rosa. Bei kühlen Temperaturen und leichtem Regen waren sich die Fahrer bei der Reifenwahl uneins. Während Al-Attiyah auf harten und Solberg auf weichen Reifen fuhr, setzte Hirvonen auf eine Mischbereifung und fuhr vorne hart und hinten weich.

Sein Teamkollege Loeb wiederum fuhr auf beiden Seiten mit unterschiedlichen Mischungen. Die Kombination rechts-hart, links-weich war auf der siebten Sonderprüfung offensichtlich das Erfolgsrezept. Der Franzose sicherte sich eine erneute Bestzeit und war 1,5 Sekunden schneller als Ford-Werksfahrer Petter Solberg und 3,8 Sekunden schneller als Hirvonen. Dahinter folgten Ott Tänak (Ford) und Neuville, die nach ihren Unfällen vom Freitag genau wie Solberg die Rally-2-Regelung in Anspruch nehmen mussten.

Dahinter folgte Sordo, der durch einen Rückstand von 13 Sekunden auf Loeb auch in der Gesamtwertung weiter an Boden verlor. "Es war eine schwierige Prüfung mit einer Menge Kuppen", so Sordo nach der Zieldurchfahrt. Hinter ihm reiten sich seine Ford-Markenkollegen Östberg und Jewgeni Nowikow sowie Al-Atiyah ein, dem es nach seinen Nackenschmerzen am gestrigen Tag heute besser geht. "Meinem Nacken geht es wesentlich besser als gestern", so der Citroen-Pilot. Prokop komplettierte die Top 10, welche die VW-Piloten Ogier und Mikkelsen als Elfter und Zwölfter verpassten.

SS8: Hirvonen schlägt zurück

Die zweite Sonderprüfung des Tages führte die Fahrer über 20,33 km von Amboy nach Santa Monica. Hier fand das Sekundenduell der beiden Citroen-Werksfahrer an der Spitze seine Fortsetzung. Dieses Mal behielt Hirvonen die Oberhand. Der Finne war 0,5 Sekunden schneller als Solberg, der sich allerdings auf der Prüfung drehte, wobei er vier bis fünf Sekunden verlor und somit eine mögliche Bestzeit verlor. Dritter war mit 1,5 Sekunden Loeb, der mit seiner Leistung auch nicht ganz zufrieden war. "Ich habe etwas Zeit auf Mikko verloren, ich habe ein paar Fehler gemacht," so Loeb.

Dadurch schrumpfte der Rückstand von Hirvonen auf Loeb in der Gesamtwertung wieder auf 2,4 Sekunden zusammen. Es sieht danach aus, als sollten die beiden Citroen-Fahrer den Kampf um den Sieg unter sich ausmachen. Denn Sordo als Drittplatzierte verlor auf SS8 erneut über 15 Sekunden auf die Führenden und lag in der Gesamtwertung zu diesem Zeitpunkt schon über eine Minute zurück. Tänak war auf dieser Sonderprüfung als Vierter erneut zweitschnellster Ford, hinter dem fünftplatzierten Sordo folgten mit Östberg, Nowikow, Al-Attiyah, Neuville und Ogier die üblichen Verdächtigen.

SS9: Hirvonen feilt weitere Sekunden weg

Zum Abschluss des Vormittags stand bei weiterhin wechselhaften Wetterbedingungen eine 39,74 km lange Sonderprüfung von Intiyaco nach Golpe De Agua auf dem Programm. Hier sollte sich zeigen, wer sich bei den ersten beiden Prüfungen seine Reifen am besten eingeteilt hatte. Die Etappe forderte noch einmal alles von den Fahrern, wie Gaststarter Eliseo Salzar beschreibt: "Wir sind lange Zeit im Limiter gefahren, aber es gab auch langsame Ecken, dazu Matsch und Nebel - das alles in einer Prüfung. Aber am Ende war es fast wie in der Formel 1."

Während die Fahrer auf den ersten beiden Sonderprüfungen von größeren Problemen weitgehend verschont blieben, erwischte es auf SS9 den aktuell Fünftplatzierten Al-Attiyah. Der Mann aus Katar fuhr mit einem abgerissenen rechten Hinterrad ins Ziel. "Wir haben auf den letzten zwei Kilometern einen großen Stein getroffen." Ob der Citroen-Pilot die Rallye fortsetzen kann, ist derzeit noch unklar.

Auch zum Abschluss des Vormittags fand das Familienduell im Citroen-Werksteam seine Fortsetzung. Hirvonen fuhr seine zweite Bestzeit in Folge, allerdings verkürzte er den Rückstand auf Loeb nur um winzige 0,3 Sekunden. "Der Start in die Prüfung war okay, aber dann hatte ich einen großen Schreckmoment, da weiß ich selbst nicht so genau, wie ich das Auto auf der Strecke gehalten habe. Danach war ich etwas vorsichtiger, deshalb war Mikko etwas schneller. Aber es ist weiter eng", so Loeb.

Hinter den beiden Citroen reihten sich gleich sechs Ford in der Reihenfolge Solberg, Tänak, Nowikow, Sordo, Östberg und Prokop ein. Sordo verlor damit erneut Zeit auf die Führenden. "Die Prüfung war okay, aber sehr rutschig. Wir sind auf den harten Reifen gefahren. Das Auto hat sich stark bewegt, aber es war nicht zu schlimm, trotzdem sind wir am Ende vorsichtig gefahren", sagt der Spanier. Neuville und Mikkelsen komplettierten die Top 10.

Gesamtwertung nach neun von 19 Prüfungen (Top 10):

01. Sebastien Loeb (Citroen) - 2:06:52.9 Stunden
02. Mikko Hirvonen (Citroen) - + 0:02,1 Minuten
03. Dani Sordo (Ford) - + 1:30,7
04. Mads Östberg (Ford) - + 2:26,6
05. Nasser Al-Attiyah (Citroen) - + 7:58,1
06. Martin Prokop (Ford)- + 8:07,5
07. Andreas Mikkelsen (Skoda) - + 8:36,6
08. Sebastien Ogier (Skoda) - + 8:48,7
09. Armindo Araujo (Mini) - + 11:32,5
10. Thierry Neuville (Citroen) - + 11:36,9

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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