Sebastien Loeb muss am Schlusstag nicht mehr mit vollem Einsatz fahren

Rallye 2012

— 29.04.2012

SS14-16: Solberg dominiert - Loeb führt

Während die Sebastien Loeb und Mikko Hirvonen den Doppelsieg nach Hause fahren, fliegt Petter Solberg in Argentinien von einer Bestzeit zur nächsten

Der Vormittag des Schlusstages der Rallye Argentinien war eine Fortsetzung des Samstagnachmittags. Da die beiden Gesamtführenden Sebastien Loeb und Mikko Hirvonen auf Anordnung der Citroen-Teamleitung ihrer Positionen halten sollen, um den Doppelsieg nicht mehr zu gefährden, war Ford-Werksfahrer Petter Solberg auf allen drei Sonderprüfungen der schnellste Fahrer.

Der Norweger, der am Freitag nach einem Unfall die Rally-2-Regelung in Anspruch nehmen musste, spielt jedoch in der Gesamtwertung keine Rolle mehr, verbesserte sich durch seine Bestzeiten aber auf Rang acht. Die beiden Citroen-Fahrer sorgten nur auf SS15 noch einmal kurz für Spannung, als Hirvonen den Rückstand auf Loeb in der Gesamtwertung auf 0,2 Sekunden verkürzte. Auf der nächsten Sonderprüfung rückte der Franzose die Verhältnisse jedoch wieder gerade.

"Ein guter Vormittag ohne große Probleme, hoffentlich können wir das Ergebnis ins Ziel bringen", kommentiert Hirvonen den Vormittag. Bei kühlen Temperaturen präsentierte sich das Wetter heute ähnlich trübe wie an den Vortagen, dennoch säumten große Zuschauermassen die Straßenränder. "Eine wirklich tolle Atmosphäre, es sind sehr viele Fans an der Strecke", berichtet Ford-Pilot Dani Sordo.

In der Gesamtwertung führt vor den letzten drei Sonderprüfungen Loeb mit 1,3 Sekunden vor Hirvonen und Sordo. Mit Mads Östberg und Martin Prokop folgen zwei weitere Ford auf den Rängen vier und fünf. Sechster ist Thierry Neuville (Citroen) vor VW-Fahrer Sebastien Ogier, dessen packendes Teamduell mit Andreas Mikkelsen auf SS15 leider beendet wurde. Der Norweger fuhr mit gebrochener Radaufhängung an seinem Skoda Fabia ins Ziel und konnte die Fahrt nicht fortsetzen. Solberg, Mini-Pilot Armindo Araujo und Jewgeni Nowikow komplettieren die Top 10.

SS14: Solberg schnellster Marathon-Mann

Zu Beginn des Sonntags erwartete die Fahrer gleich eine Herkules-Aufgabe. Die SS14 von Matadero nach Ambul führte über 65,74 km und ist damit die längste Sonderprüfung im gesamten WRC-Kalender. Für die Piloten bedeutete das fast 40 Minuten fahren am absoluten Limit - ein Härtetest für Fitness und Konzentration. Am besten meisterte diesen Solberg, der im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Sordo und den beiden Citroen-Werksfahrern auf weichen Reifen gestartet war.

Mit einer Zeit von 38:16.0 Minuten war der Norweger klar der Schnellste. Aufgrund der Länge der Sonderprüfung fielen die Zeitabstände dementsprechend groß aus. So hatte Neuville als Zweitschnellster bereits einen Rückstand von 23,7 Sekunden auf Solberg. Dritter war Nowikow, der Russe war 37 Sekunden langsamer als sein Markenkollege Solberg. Auf den Plätzen vier bis sechs folgten mit Prokop (+ 46,3 sek.), Sordo (+ 47,6) und Östberg (+ 47,8) drei weitere Ford.

Die beiden Gesamtführenden ließen es, ganz nach Wunsch der Teamleitung, ruhig angehen. Mit fast einer Minute Rückstand auf Solberg reihten sich Hirvonen und Loeb auf den Plätzen sieben und neun ein, zwischen die beiden schob sich Ott Tänak (Ford). Nasser Al-Attiyah (Citroen) komplettierte die Top 10, gefolgt von den VW-Fahrern Mikkelsen und Ogier, die ihr Teamduell fortsetzten und nach SS14 in der Gesamtwertung nur um 1,8 Sekunden voneinander getrennt waren.

SS15: Wieder Spannung im Citroen-Duell?

Die zweite Sonderprüfung des Tages von Mina Clavero nach Giulio Cesare bewegt sich mit einer Länge von 17,41 km im Normalbereich. Bei leicht bedecktem Himmel und diesigen Bedingungen war erneut Solberg mit 15:38.1 Minuten der Schnellste. Damit fuhr der Ford-Werksfahrer bei fünf der letzten sechs Sonderprüfungen die Bestzeit. Nowikow war 10,7 Sekunden langsamer, Neuville folgte mit einem Abstand von 16,8 Sekunden.

Interessanter war jedoch das Duell der beiden Citroen-Werksfahrer, das nach der gestern ausgesprochenen Teamorder plötzlich wieder Brisanz erhielt. Hirvonen war als Vierter der Sonderprüfung 5,8 Sekunden schneller als Loeb, der siebtschnellster Fahrer auf SS15 war. Damit schrumpfte der Vorsprung des Franzosen in der Gesamtwertung wieder auf 0,2 Sekunden zusammen.

Pech hatte VW-Junior Mikkelsen, der auf dieser Prüfung durch eine gebrochene Radaufhängung über sechs Minuten auf die Spitze verlor und die folgende Sonderprüfung nicht in Angriff nehmen konnte. Wie der Schaden entstand, ist zurzeit noch nicht bekannt, auch sein Teamkollege tappt im Dunkeln. "Ich weiß nicht genau, was mit ihm passiert ist. Es ist schade, denn es war ein toller Kampf und wäre bis zum Ende sicherlich eng geblieben", sagt Ogier.

SS16: Solberg zum Dritten

Zum Abschluss des Vormittags wurde ein 16,32 km langer Abschnitt zwischen El Condor und Copina gefahren. Und wieder einmal hieß es: Bestzeit Solberg. Der Norweger, der nichts mehr zu verlieren hat, verwandelte damit einen lupenreinen Hattrick während der Vormittagsprüfungen. Diesmal betrug sein Vorsprung vor Nowikow 18,5 Sekunden.

Dahinter sorgte Loeb mit dem dritten Platz vor Hirvonen dafür, dass der Abstand in der Gesamtwertung wieder auf "beruhigende" 1,3 Sekunden anwuchs. Neuville, Sordo, Östberg, Tänak, Prokop und Ogier komplettierten auf SS16 die Top 10. Zum Abschluss der Rallye Argentinien stehen am Nachmittag wird zunächst die Sonderprüfung Mina Clavero-Giulio Cesare gefahren, welche die Piloten bereits aus SS15 kennen. Nach einem 11,16 km langem Teilstück folgt als Finale die Super Stage in Copina.

Gesamtwertung nach 16 von 19 Prüfungen (Top 10):

01. Sebastien Loeb (Citroen) - 5:06:35.7 Stunden
02. Mikko Hirvonen (Citroen) - + 0:01,3 Minuten
03. Dani Sordo (Ford) - + 1:31,1
04. Mads Östberg (Ford) - + 3:01,6
05. Martin Prokop (Ford)- + 9:14,1
06. Thierry Neuville (Citroen) - + 11:08,0
07. Sebastien Ogier (Skoda) - + 11:37,1
08. Petter Solberg (Ford) - + 12:25,5
09. Armindo Araujo (Mini) - + 15:45,5
10. Jewgeni Nowikow (Ford) - + 21:13,9

Fotoquelle: xpbimages.com

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