Sebastien Loeb schloss die zweite Etappe der "Akropolis" als Führender ab

Rallye 2012

— 25.05.2012

SS7-9: Loeb behauptet Führung vor Latvala

Sebastien Loeb schließt den Freitag in Griechenland als Führender ab - Jari-Matti Latvala lässt dem Citroen-Piloten jedoch kaum Zeit zum Durchatmen

Der erste komplette Tag der Rallye Griechenland stand ganz im Zeichen von Weltmeister Sebastien Loeb, der mit einem Vorsprung von 6,5 Sekunden auf Jari-Matti Latvala im bestplatzierten Ford in die dritte Etappe des sechsten WRC-Saisonlaufs am Samstag geht. Petter Solberg liegt nach neun von 22 Prüfungen mit 17,7 Sekunden Rückstand auf Loeb auf Rang drei, gefolgt von Mikko Hirvonen im zweiten Werks-Citroen und Jewgeni Nowikow im schnellsten Ford des M-Sport-Teams.

Auf der zweiten Überfahrt der "Bauxites"-Prüfung (SS7) war Latvala zunächst um 0,7 Sekunden schneller als Loeb. Der Finne war trotz des kaum verringerten Rückstands zufrieden, da es den Ford-Mechanikern gelang, das Fahrverhalten des Fiesta RS WRC während der 15-minütigen Service-Pause zu verbessern. "Der Abstand zu Loeb ist noch groß, aber immerhin geht es in die richtige Richtung", so Latvala nach seiner vierten Bestzeit im Verlauf der Rallye.

Teamkollege Solberg fuhr die drittschnellste Zeit und war ebenfalls froh. Nachdem er auf SS6 einen Stein mitgenommen hatte, bangte der Norweger zunächst um die Weiterfahrt am Nachmittag. "Der Einschlag beschädigte das hintere Differenzial, woraufhin die Antriebswelle an den Fahrzeugrahmen schlug. Die Jungs fügten an dieser Stelle aber ein Zwischenstück ein, sodass wieder etwas Abstand zwischen Antriebswelle und Rahmen war, alles in allem kein Problem."

Probleme hatten unterdessen die beiden Ford-Markenkollegen Nowikow und Ott Tänak aus dem M-Sport-Team. Der auf Platz fünf liegende Nowikow verlor aufgrund von technischen Problemen etwas mehr als eine Minute und fiel hinter Mads Östberg und Thierry Neuville zurück. "Wir hatten Schwierigkeiten mit dem Motor. Es waren aber keine Fehlzündungen, sondern wohl eher etwas im Bereich des Turbos", so die Vermutung des Russen.

Tänak kam auf Platz sieben liegend von der Piste ab und verlor mehr als acht Minuten. "Wir nahmen im Anschluss an die erste Überfahrt der Prüfung eine Korrektur im Aufschrieb vor - leider an der falschen Stelle, sodass wir eine Kurve zu schnell in Angriff nahmen", ärgerte sich der Este, dessen Fiesta beim Abflug ins Unterholz einen Reifenschaden und eine beschädigte Radaufhängung davontrug.

SS8: Solberg holt sich Platz drei zurück

Auf SS8, der zweiten Überfahrt von "Elikonas", war Solberg wie schon beim ersten Durchgang am Vormittag erneut nicht zu schlagen. Der Norweger holte sich die Bestzeit vor Loeb und schob sich damit im Zwischenklassement wieder an Hirvonen vorbei auf Rang drei. Der finnische Citroen-Pilot war mit dem Handling seines DS3 WRC nicht glücklich und verlor knapp neun Sekunden auf Solberg.

An der Spitze kontrollierte Loeb seinen Vorsprung "mit Vollgas", wie er betont: "Ich sah, dass Petter und Jari-Matti hart attackierten, also habe ich am Schluss der Prüfung noch einmal alles gegeben. Wenn mehr drin gewesen wäre, hätte ich mehr gezeigt. Ich fuhr mit durchgedrücktem Gaspedal."

Latvala wähnte sich bereits auf Kurs, nach SS7 auch auf der achten Prüfung etwas vom Vorsprung Loebs abzuknabbern und zeigte sich nach weiteren 0,8 Sekunden Verlust nicht zufrieden: "Ich dachte, ich wäre gut unterwegs, aber es reichte nicht. Ich bin etwas enttäuscht."

Hinter den Top 4 schlugen sich die weiteren Piloten auf der "Elikonas"-Prüfung mit technischen Problemen herum. Östberg bangte um die Antriebswelle seines Fiesta. Citroen-Junior Neuville klagte über Getriebeprobleme am Steuer seines DS3. Ihre fünfte beziehungsweise sechste Position konnten der Norweger und der Belgier aber zunächst halten. Nicht so Tänak, der nach den auf SS7 erlitten Beschädigungen seines Fiesta auf SS8 endgültig Feierabend machen musste.

SS9: Latvala verringert Loebs Vorsprung

Der Tag endete mit dem zweiten Durchgang auf "Thiva". Wie schon am Vormittag war es erneut Latvala, der auf den 23,6 Kilometern die Bestzeit markierte. Der Finne hobelte so doch noch 3,7 Sekunden von Loebs Vorsprung ab und geht mit 6,5 Sekunden Rückstand auf den Franzosen in die insgesamt acht Wertungsprüfungen am Samstag.

Loeb kämpfte auf SS9 stellenweise mit Sichtproblemen im dichten Staub, den die vor ihm gestarteten Fahrzeuge aufwirbelten. Auch Teamkollege Hirvonen haderte mit dem Staub und fing sich einen Reifenschaden ein. "Ich habe eine Kurve komplett verpasst, da ich fast nichts sehen konnte. Im Verlauf der Prüfung kam ich mehrmals von der Linie ab. Bei einer dieser Gelegenheiten muss ich mir wohl den Reifenschaden zugezogen haben", so der Finne.

Auch Östberg kam auf der letzten Prüfung des Tages mit seinem Fiesta von der Piste ab und ärgerte sich anschließend, dass ihm die anwesenden Zuschauer nicht schnell genug zur Hilfe eilten: "Der Wagen untersteuerte und ich kam von der Straße ab. Es war aber keine kritische Stelle und wir hätten schnell weiterfahren können. Leider waren die Leute mehr damit beschäftigt, Fotos zu schießen als uns zu helfen." Nach einem Zeitverlust von mehreren Minuten ging es für den Norweger doch noch weiter.

Unterdessen kämpfte Neuville am Steuer seines Citroen weiter mit Getriebeproblemen und büßte rund fünf Minuten ein, nachdem der DS3 nur noch über Heckantrieb verfügte. Der Belgier fiel aufgrund des maladen Fahrzeugs aus den Top 10 heraus. Nasser Al-Attiyah schlug sich am Freitag zunächst mit technisch bedingten Kommunikationsproblemen mit Beifahrer Giovanni Bernacchini herum. Diese konnten beim Service aber behoben werden. Gegenwärtig wird der Katari hinter Martin Prokop im DMACK-bereiften Ford Fiesta auf Platz sieben notiert.

In der S-WRC-Wertung hält Sebastien Ogier trotz eines Reifenschadens auf SS7 weiter die Spitze vor Teamkollege Andreas Mikkelsen. Dank der Probleme von Tänak und Neuville befinden sich inzwischen beide Skoda-Piloten in den Top 10 der Gesamtwertung der "Akropolis".

Gesamtwertung nach 9 von 22 Prüfungen (Top 10):

01. Sebastien Loeb (Citroen) 2:14:01.3 Stunden
02. Jari-Matti Latvala (Ford) +6.5 Sekunden
03. Petter Solberg (Ford) +17.7
04. Mikko Hirvonen (Citroen) +49.6
05. Jewgeni Nowikow (Ford) +3:54.9 Minuten
06. Martin Prokop (Ford) +4:46.7
07. Nasser Al-Attiyah (Citroen) +4:56.9
08. Mads Östberg (Ford) +5:14.6
09. Sebastien Ogier (Skoda) +5:27.2
10. Andreas Mikkelsen (Skoda) +6:31.0

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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