Sebastien Loeb holte sich nach 2005 und 2008 seinen dritten Griechenland-Sieg

Rallye 2012

— 27.05.2012

Loeb gewinnt die "Akropolis"

Sebastien Loeb macht mit seinem dritten Griechenland-Sieg einen großen Schritt in Richtung Titel Nummer neun - Der Franzose gewinnt auch die Power Stage

Sebastien Loeb fuhr trotz eines Schreckmoments auf der drittletzten Prüfung letztlich ungefährdet zum Sieg bei der Rallye Griechenland. Für den Franzosen in Diensten des Citroen-Werksteams war es nach den Jahren 2005 und 2008 der dritte Triumph im Land der Götter. Nach sechs von 13 WRC-Läufen des Jahres liegt Loeb nun mit 30 Punkten Vorsprung auf Teamkollege Mikko Hirvonen an der Spitze der WM-Wertung und ist damit einem möglichen neunten WRC-Titel in Serie ein großes Stück nähergekommen.

Auf der zweiten Überfahrt der "Aghil Theodori"-Prüfung, die Ford-Pilot Petter Solberg am Morgen zum Verhängnis geworden war, hatte Loeb einen gehörigen Schreckmoment zu überstehen. Der Citroen-Pilot fing sich einen Plattfuß ein und musste auf der Prüfung einen Radwechsel vornehmen. Nach einem Zeitverlust von rund eineinhalb Minuten konnte der Franzose seine Fahrt fortsetzen ohne die Führung abzugeben. "Ich musste während der gesamten Rallye hart kämpfen. Der Reifenschaden machte es nicht einfacher. Ich bin froh, dass es dennoch zum Sieg gereicht hat", so Loeb.

Hirvonen kam im zweiten Citroen DS3 WRC des Werksteams als Zweiter ins Ziel. "Ich hatte an diesem Wochenende nicht ganz das Tempo, um um den Sieg mitfahren zu können, aber das ist ein perfektes Ergebnis für das Team", kommentierte der amtierende Vize-Weltmeister, der seinem ersten Citroen-Triumph nach wie vor hinterher fährt.

Jari-Matti Latvala beendete seine erste Rallye nach sechswöchiger Verletzungspause als Dritter ebenfalls auf dem Podium. Der Finne lag bis zum Samstagnachmittag in absoluter Schlagdistanz zum Führenden Loeb, verlor dann aber durch einen Radwechsel jegliche Siegchance. "Es ist sehr frustrierend wenn man eine Situation wie die heutige sieht und daraus nicht Profit schlagen kann", kommentierte der Ford-Pilot aus Finnland mit Blick auf die Probleme von Loeb auf der drittletzten Prüfung der Rallye.

SS20: Radwechsel bei Loeb bringt Hirvonen heran

Loeb agierte bei seinem unplanmäßigen Stopp auf SS20 mit Kalkül: "Ich hatte einen Platten, von dem ich nicht weiß, wo ich ihn mir eingefangen habe. Wir entschieden uns dann, das Rad zu wechseln, denn es war unmöglich, das Ziel der Prüfung zu erreichen, ohne noch mehr Schaden hervorzurufen. Ich wusste, dass ich ein Polster hatte und den Radwechsel so ohne Risiko vornehmen konnte."

Teamkollege Hirvonen, der eigener Aussage zufolge nicht vom Team über Loebs Probleme informiert wurde, rückte so bis auf 40 Sekunden heran. "Ich schonte auf der gesamten Prüfung meine Reifen, um für die Power Stage gut aufgestellt zu sein", so der Kommentar des Finnen. Ford-Pilot Latvala holte sich auf SS20 mit 4,8 Sekunden Vorsprung auf Markenkollege Mads Östberg die Bestzeit. Für den defensiv agierenden Hirvonen sprang hinter Ott Tänak und Thierry Neuville nur die fünftschnellste Zeit heraus.

Auf der zweiten Überfahrt von "New Pissia" holte sich Latvala zwar eine weitere Bestzeit vor Östberg, doch für den Finnen war der Traum vom Sieg bereits am Vortag ausgeträumt. Loeb ließ es als Sechstschnellster auf SS21 ruhig angehen. Hirvonen schaffte hinter dem Drittschnellsten Neuville auch nur die viertbeste Zeit.

Loeb gewinnt die Power Stage, Ogier die S-WRC-Wertung

Auf der abschließenden Power Stage, die von den ersten Kilometern der "Aghil Theodori"-Prüfung gebildet wurde, holte sich Loeb die Bestzeit und damit drei zusätzliche WM-Punkte. Der Rekordweltmeister absolvierte die knapp vier Kilometer 0,6 Sekunden schneller als Latvala und brachte seinen dritten Griechenland-Sieg schließlich mit 40 Sekunden Vorsprung auf Hirvonen unter Dach und Fach.

Hinter dem Drittplatzierten Latvala sorgten Östberg (Adapta) und Martin Prokop (Czech World Rally Team) auf den Plätzen vier und fünf für zwei weitere Ford Fiesta RS WRC in den Top 5 des sechsten WRC-Saisonlaufs. "Bei dieser Rallye geht es nur ums Überleben, denn die Prüfungen sind sehr materialmordend. Ich bin froh, dass ich es ins Ziel geschafft habe", kommentierte Östberg zufrieden.

Citroen-Junior Neuville zeigte als Sechster nach Rang fünf bei der Rallye Argentinien erneut eine gute Leistung und war vor allem froh, die "Akropolis" ohne Inanspruchnahme der Rallye2-Regel beendet zu haben.

In der S-WRC-Wertung ließ sich Volkswagen-Speerspitze Sebastien Ogier den Sieg nicht mehr nehmen. Der Franzose beendete die Rallye am Steuer seines Skoda Fabia S2000 auf einem starken siebten Gesamtrang. Teamkollege Andreas Mikkelsen war nach einem Unfall auf der Auftaktprüfung der Schlussetappe ausgefallen. Die am Sonntag unter dem Rallye2-Reglement angetretenen MINI-Piloten Armindo Araujo und Paulo Nobre beendeten die "Akropolis" auf den Positionen elf und 17.

Endergebnis nach 22 von 22 Prüfungen (Top 10):

01. Sebastien Loeb (Citroen) - 4:42:03.3 Stunden
02. Mikko Hirvonen (Citroen) +40.0 Sekunden
03. Jari-Matti Latvala (Ford) +3:04.8 Minuten
04. Mads Östberg (Ford) +6:16.4
05. Martin Prokop (Ford) +7:46.5
06. Thierry Neuville (Citroen) +9:41.4
07. Sebastien Ogier (Skoda) +12:59.9
08. Yazeed Al Rajhi (Ford) +20:12.2
09. Ott Tänak (Ford) +23:18.9
10. Abdulaziz Alkuwari (MINI) +28:40.5

Fotoquelle: xpbimages.com

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