Manfred Stohl gibt nach knapp fünf Jahren ein einmaliges WRC-Comeback

Rallye 2012

— 19.06.2012

Stohl dämpft Erwartungen vor WRC-Comeback

Manfred Stohl erwartet bei seiner Rückkehr in die Rallye-Weltmeisterschaft eine schwierige Aufgabe: Andere Technik als in der Saison 2007 und kaum Testkilometer

Knapp fünf Jahre nach seinem bisher letzten WRC-Start bei der Großbritannien-Rallye in Wales 2007 gibt Manfred Stohl in der kommenden Woche ein Comeback auf der höchsten Bühne des Rallyesports. Der Österreicher tritt bei der Rallye Neuseeland mit einem Ford Fiesta RS WRC vom Brazil World Rally Team an, da Stammfahrer Daniel Oliveira aufgrund einer Infektion passen muss.

Unmittelbar vor seinem WRC-Comeback gibt sich Stohl, der üblicherweise in der Österreichischen Rallye-Meisterschaft an den Start geht, zurückhaltend. "Ich habe keine Erfahrung mit dem Auto und ich bin schon lange nicht mehr in der Weltmeisterschaft gefahren. Die ÖM-Einsätze und die Rallye-Weltmeisterschaft - das kannst du einfach nicht vergleichen", so der 39-Jährige gegenüber 'motorline.cc'.

So erwartet der Österreicher, der die WRC-Saison 2006 auf dem vierten Gesamtrang abschloss, nicht unbedingt, dass er auf den schnellen Prüfungen in Neuseeland das Tempo der WRC-Elite wird mitgehen können: "Je langsamer die Prüfungen sind, desto leichter ist es, den Speed der Top-Leute mitzufahren. Doch Neuseeland ist im Grunde genommen durchgehend schnell."

Veränderte Technik im Vergleich zur Saison 2007

Ein Hauptproblem nach fast fünf Jahren Abstinenz von der WRC-Bühne sieht Stohl in der im Vergleich zur damals veränderten Technik. "Eines meiner größten Probleme ist die mechanische Schaltung, auch wenn sie sequentiell ist. Das ist etwas, das ich einfach nicht gewöhnt bin. Das WRC 2007 hatte Schaltwippen, das WRC 2012 hat einen Schalthebel."

"In der ÖM habe ich zwar auch einen Schalthebel, aber da ist es eine normale H-Schaltung, wo du kuppelst, wie bei einem normalen Serienauto", setzt er fort und erklärt: "Ich lasse immer die Hand auf dem Schalthebel und das ist nicht sehr förderlich. Ich habe einfach noch zu viel Stress beim Schalten."

Stohls Fahrpraxis am Steuer des Fiesta RS WRC beschränkt sich auf 35 Rollout-Kilometer. "Da hatte ich ein gutes Gefühl", berichtet er, um gleichzeitig einzuschränken: "Es hat mir insofern die Augen geöffnet, als dass ich gesehen habe, dass ich mit meiner Teilnahme an der österreichischen Meisterschaft mein Level aus 2007 nie im Leben aufrechterhalten kann."

Einmaliger Einsatz

Bei seinem Comeback auf internationaler Plattform erwartet den 39-Jährigen keine einfache Aufgabe. "Ich werde in Neuseeland zum ersten Mal im Qualifying mit dem Auto fahren. Wenn ich nichts falsch mache, werden im besten Falle zwei, drei WRCs hinter mir sein. Das heißt, ich werde auf der ersten Etappe schon einmal in einer sehr schlechten Startposition sein", vermutet Stohl und fügt hinzu: "Eine ungünstige Startposition ist nirgendwo schlimmer als in Neuseeland."

Einzig das Wetter könnte für eine Verschiebung der Kräfteverhältnisse sorgen. "Regen wäre super", sagt der Österreicher, hat aber kaum Hoffnungen, dass es so kommen wird. "Man kann es leider vergessen, dass Regen kommt. Das ist zu dieser Jahreszeit äußerst selten der Fall."

Als Beifahrer fungiert in der kommenden Woche Stohls langjährige Co-Pilotin Ilka Minor. Der von Sponsor "Vienna International Medical Clinic" mitfinanzierte Neuseeland-Einsatz wird allerdings ein einmaliges Gastspiel bleiben, wie der 126-fache Teilnehmer eines Rallye-Weltmeisterschaftslaufs durchblicken lässt: "Ich bin sehr froh, dass mich dieser Sponsor unterstützt, aber es gibt derzeit keinen Plan für weitere Rallyes."

Fotoquelle: OMV

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