Sebastien Loeb führt nach dem ersten Tag in Neuseeland

Rallye 2012

— 22.06.2012

Tag eins in Neuseeland: Loeb führt, Latvala crasht

Sebastien Loeb und Mikko Hirvonen bestimmen am ersten Tag das Geschehen, während Jari-Matti Latvala nach einem Abflug viel Zeit verliert - Stohl auf Platz elf

Der erste Tag der Rallye Neuseeland stand ganz im Zeichen der Citroen-Werksfahrer. Bei zunächst feuchten Strecken, die im Verlauf des Tags aber immer mehr abtrockneten, fuhren Sebastien Loeb und Mikko Hirvonen bei sieben der acht Wertungsprüfungen die Bestzeit. Lediglich Jari-Matti Latvala, der die erste Bestzeit des Tages gefahren hatte, war in der Lage, das Tempo der Citroen mitzugehen, verlor durch einen Unfall während der siebten Sonderprüfung über vier Minuten, während sein Teamkollege Petter Solberg am Vormittag durch eine falsche Reifenwahl zurückfiel.

In der Gesamtwertung führt Loeb nach dem ersten Tag mit einem Vorsprung von vier Sekunden vor Hirvonen. Auf Platz drei liegt Ford-Pilot Jewgeni Nowikow, der allerdings schon einen Rückstand von 1.31 Minuten auf die Spitze hat. Dahinter folgen mit Solberg und Ott Tänak zwei weitere Ford-Fahrer, Sechster ist Citroen-Pilot Thierry Neuville. Hinter den Mini-Fahrern Dani Sordo und Armindo Araujo liegt Latvala derzeit auf Rang neun. Um den zehnten Platz kämpfen die WRC-Rückkehrer Ken Block und Manfred Stohl (beide Ford), wobei derzeit der US-Amerikaner vorne liegt.

Allerdings ging Stohl bei seinem Comeback in der Rallye-WM am ersten Tag noch nicht ans Limit: "Ich bin es sehr locker angegangen, denn ich wollte ein Gespür für die Bedingungen bekommen und die Rallye bis zum Ende genießen", sagt der Österreicher, der im Barzil World Rally Team seinen Schützling Daniel Oliveira ersetzt. "Ich wusste, dass ich nach fünf Jahren nicht an der Spitze fahren würde, daher will ich jede Prüfung durchfahren und mich wieder an das Gefühl erinnern."

SS1 und 2: Finnische Bestzeiten zum Auftakt

Zum Auftakt des Tages stand die 11,18 Kilometer Wertungsprüfung "Te Hutewai" auf dem Programm. Die erste Bestzeit des Tages sicherte sich Latvala vor Hirvonen und Loeb. Mit der Entscheidung für die weichen Reifen hatten bei feuchten Bedingungen alle drei auf die richtige Karte gesetzt, während Solberg und Sordo auf der harten Mischung schon über 15 Sekunden auf die Spitze verloren. "Ich glaube nicht, dass die harte Mischung die richtige Entscheidung war", sagt der Spanier, der darüber hinaus Getriebeprobleme beklagte.

Auch die zweite Wertungsprüfung, die 29,67 Kilometer lange "Whaanga Coast" war in finnischer Hand. Hirvonen war hier vor Loeb und Latvala der Schnellste und übernahm damit auch in der Gesamtwertung vorübergehend die Führung. "Ich hatte erwartet, dass es mit diesem Reifen schlimmer wird, aber bisher sieht alles gut aus", zeigt sich Hirvonen überrascht. "Es gibt viel mehr losen Schotter als in der Reece, wodurch es sehr rutschig ist."

Darunter litten auch Solberg und Sordo, die auf den harten Reifen weitere Zeit verloren. Gleiches galt für Block, der nach der in Neuseeland seinen zweiten WM-Lauf des Jahres bestreitet. "Der harte Reifen war keine perfekte Wahl. Ich rutsche viel herum und verliere dadurch Zeit, aber zumindest macht es Spaß", so der US-Amerikaner, während Stohl zufrieden berichtet. "Das ist eine beeindruckende Strecke, und bisher ist alles Okay."

SS3 und 4: Loeb stürmt voran

Die 31,82 Kilometer lange Wertungsprüfung "Te Akau Süd" sah erneut die drei üblichen Verdächtigen an der Spitze, diesmal in der Reihenfolge Loeb vor Latvala und Hirvonen. Die Fahrer sahen sich auf dieser Prüfung mit wechselnden Bedingungen konfrontiert. Während einige Teile der Strecke abtrockneten, war es am Ende noch recht matschig. "Es ist noch immer nicht perfekt", sagt Solberg, der auf den harten Reifen weitere Zeit verlor und zu diesem Zeitpunkt schon über eine Minute Rückstand angehäuft hatte. Sordo behob unterdessen die Getriebeprobleme seines Mini, indem er beim Schalten die Kupplung zu Hilfe nahm.

Zum Abschluss des Vormittags stand die mit 32,13 Kilometern längste Wertungsprüfung des Tages "Ta Akau Nord" auf dem Programm. Erneut fuhr Loeb die Bestzeit, und erneut waren Hirvonen und Latvala seine Verfolger. Die Dominanz der drei Fahrer zeigte sich auch in der Zwischenwertung am Mittag. Dort lag Hirvonen 3,9 Sekunden vor Loeb und 16 Sekunden vor Latvala, während der viertplatzierte Nowikow schon eine Minute Rückstand hatte. "Es war feuchter als wir erwartet hatten, das hat uns nicht geholfen", sagt Latvala

SS5 und 6: Citroen-Piloten weiter in Front

Am Nachmittag wurden die Wertungsprüfungen des Vormittags ein zweites Mal durchfahren, allerdings waren die Zeiten bei abtrocknenden Bedingungen deutlich schneller. Loeb sicherte sich auf SS5 die dritte Bestzeit in Folge. Hinter Latvala und Hirvonen tauchte Solberg mit 3,3 Sekunden Rückstand auf Rang vier erstmals in der Spitzengruppe auf. "Wir haben auf die weichen Reifen gewechselt und sind direkt viel dichter an Mikko dran", sagt der Norweger.

"Whaanga Coast" war wie schon am Vormittag Hirvonen-Land. Der Finne fuhr seine zweite Bestzeit und verschaffte sich dadurch in der Gesamtwertung wieder etwas Luft. Mit Solberg, Loeb und Latvala auf den Plätzen zwei, drei und vier zeigten sich die Citroen- und Ford-Werksfahrer kompakt an der Spitze. "Mikko war am Ende dieser Prüfung sehr schnell, und ich weiß nicht warum", zeigt sich Loeb erstaunt. "Aber wir müssen auch Jari-Matti im Auge behalten."

SS7 und 8: Latvala landet im Zaun

Bei der vorletzten Wertungsprüfung des ersten Tages war diese Aussage Loebs dann jedoch Makulatur. Latvala landete nach einem Fahrfehler mit seinem Fiesta RS WRC in einem Zaun, wo sich das Fahrzeug im Draht verfing. Mit Unterstützung der Zuschauer befreite sich der Finne aus der misslichen Lage, allerdings verlor er über vier Minuten. Nach dem erneuten Fahrfehler dürfte der teaminterne Druck auf Latvala nicht geringer werden.

"Es war eine Links-Rechts-Kombination. Ich habe, wie alle anderen auch, die Kurve geschnitten, aber innen befand sich ein großes Loch, das ich mit dem rechten Vorderrad getroffen habe. Ich habe mich in den Zaun gedreht und hing mit dem rechten Vorderrad fest. Ich musste warten, bis mich der Farmer mit dem Seitenschneider befreite", beschreibt Latvala den Zwischenfall. "Ich bin sehr, sehr enttäuscht, ich weiß nicht, wann ich zum letzten Mal so enttäuscht war."

Mit Bestzeiten auf den Wertungsprüfungen sieben und acht übernahm Loeb die Führung in der Gesamtwertung, die er nach dem ersten Tag knapp vor seinem Teamkollegen Hirvonen anführt. Solberg fuhr am Nachmittag vergleichbare Zeiten wie die Citroen-Piloten, läuft jedoch seinem Rückstand vom Vormittag hinterher und hat in der Gesamtwertung einen Rückstand von 1.39 Minuten. Latvala fiel durch seinen Fehler auf Rang neun zurück.

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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