Weltmeister Sebastien Loeb hat in Finnland sein großes Talent gezeigt

Rallye 2012

— 04.08.2012

Loeb feiert dritten Finnland-Sieg

Weltmeister Sebastien Loeb unterstreicht mit dem dritten Sieg in Finnland sein Ausnahmetalent - Sein Teamkollege Mikko Hirvonen sorgt für den Citroen-Doppelsieg

Sebastien Loeb hat einem weiteren Rallye-Klassiker seinen Stempel aufgedrückt und zum dritten Mal die Finnland Rallye gewonnen. Sein Citroen-Teamkollege Mikko Hirvonen hat an den drei Tagen großen Druck ausgeübt. Es gab keine Stallorder, aber am Ende reichte es für den Finnen um 6,1 Sekunden nicht. Es war der vierte Citroen-Doppelsieg in Folge. Zum Abschluss musste noch die 33 Kilometer lange "Ouninpohja"-Prüfung absolviert werden. Loeb unterstrich seine Ausnahmestellung mit einer fehlerfreien Fahrt und sicherte sich in der Power Stage noch einen Bonuspunkt. In der WM hat Loeb seinen Vorsprung auf Hirvonen auf 43 Punkte ausgebaut.

"Es ist eine Rallye, die ich nicht unbedingt gewinnen, sondern bei der ich nur Punkte sammeln will. Hier die Finnen zu schlagen, ist super. Mikko war stark und der Doppelsieg ist sehr gut für Citroen. In Finnland zu gewinnen ist immer speziell. Es ist eine unglaubliche Rallye und viele Fahrer sind hier unschlagbar. Jetzt habe ich es zum dritten Mal geschafft", sagt der Franzose überglücklich. "Ich wusste, dass ich schnell starten und einen guten Rhythmus haben musste. Es gab keine Probleme und ich bin gute Zeiten gefahren. Ich wollte so weitermachen und habe es geschafft."

Hirvonen ging die Rallye am Donnerstagabend vorsichtiger an, doch unter dem Strich hatte er dort die entscheidenden Sekunden verloren. Vor heimischer Kulisse durfte der Finne kämpfen. Er stellte einen neuen Rekord in "Ouninpohja" auf und sicherte sich drei Bonuspunkte. Unter dem Strich war Loeb aber zu stark. "Es sieht danach aus, dass ich wieder Zweiter werde. Es war ein fantastisches Duell und es gab keine Probleme. Er war schneller. Es ging sehr eng zu, aber man muss ihm gratulieren", sagt er anerkennend.

Für die Ford-Piloten blieben wieder nur die Verfolgerplätze übrig. Jari-Matti Latvala hatte im Ziel 35 Sekunden Rückstand und kletterte als Dritter auf das Podium. In der Power Stage ging der Finne leer aus, denn den zweiten Platz und zwei Bonuspunkte sicherte sich Teamkollege Petter Solberg. "Es war eine Enttäuschung. Ich habe mir sicher mehr erwartet", gibt Latvala zu. "Zu Beginn hatte ich Probleme und war nicht bei meinem Optimum. Citroen war aber sehr stark bei dieser Rallye." In der Power Stage gab es Probleme: "Ich hatte keine Chance. Etwas ist bei der Front schiefgegangen."

Solberg fehlte im Ziel fast eine Minute und wurde Vierter. Er hatte auf den Rekord in "Ouninpohja" gehofft, doch die Startposition war entscheidend. Schließlich fehlten sechs Zehntelsekunden auf Hirvonens Bestmarke. "Hinter mir wird es sauberer. Beim Start ist mir auch ein kleiner Fehler unterlaufen und vor dem Ziel habe ich eine Kurve viel zu früh angebremst. Es sind einige Fehler passiert. Ich habe hart gekämpft, aber uns hat der Speed gefehlt", fällt sein Fazit aus. "Jari ist auf dem Podium, was gut für die Punkte ist, aber wir haben uns mehr erwartet. Alle arbeiten hart. Wir sind Werksteams und niemand sitzt daheim und isst Spaghetti."

Mads Östberg (Ford) konnte nach seinen technischen Problemen am Vormittag den fünften Platz ins Ziel bringen. "Gegen Ende war es schwierig, den Speed der Topfahrer zu halten. Ich bin aber zufrieden, weil es eine lange Rallye war. Wir sind einige gute Prüfungen gefahren. Ich war teilweise den Ford-Werksfahrern nahe. Es war eine gute Erfahrung", spricht er seinen Lernprozess an.

Auch M-Sport-Youngster Ott Tänak (Ford) hatte viel gelernt und kam diesmal ohne Probleme als Sechster ins Ziel. "Es war okay, aber die Strecken sind hier sehr schnell und mir fehlte das Vertrauen. Wir haben auch viel an der Abstimmung gearbeitet. Wir kennen jetzt auch viele Stellen, für die wir den Aufschrieb ändern müssen", blickt der Este auf das nächste Jahr. " Wir haben die Rallye beendet und ich bin sehr zufrieden."

Matti Rantanen (Ford) belegte den siebten Platz vor dem mit DMACK-Reifen ausgerüstetem Ford von Jari Ketomaa. Martin Proko (ForD9 und VW-Werksfahrer Sebastien Ogier (Skoda Fabia S2000) komplettierten die Top 10. Den Sieg in der S-WRC konnte sich Per-Gunnar Andersson (Proton) gutschreiben. In der WRC Akademie war Elfyn Evans siegreich.

Einige Fahrer hatten in Finnland ihre Probleme. So mussten Thierry Neuville (Citroen), Jewgeni Nowikow (Ford) und Chris Atkinson (Citroen) nach Unfällen Gebrauch von der Rallye-2-Regel machen. Sie kamen außerhalb der Top 10 ins Ziel. "Heute habe ich es nicht so sehr genossen, aber wir haben viel gelernt und an den ersten beiden Tagen einen guten Speed gezeigt", sieht Neuville das Positive bei seinem ersten Finnland-Start.

Nowikow hatte sich überschlagen, wobei sich sein Co-Pilot Denis Giraudet leicht am Rücken verletzte. Deshalb attackierte der Russe nicht mehr über die Kuppen. "Es ist gut, dass wir die Rallye beendet haben. Das ist für unsere Erfahrung wichtig", meint auch Nowikow. "Nach dem Fehler gestern konnten wir kein gutes Resultat holen. Wir wollen bei den nächsten Rallyes wieder in gutes Tempo fahren und uns verbessern."

Auch WRC-Rückkehrer Chris Atkinson wurde durch einen Unfall gebremst und konnte nicht das erhoffte Topresultat bei seinem ersten Einsatz im DS3 WRC holen. "Die Prüfungen machen viel Spaß. Ich war nicht am Limit, aber ich habe es genossen. Mit meinem Speed bin ich zufrieden und ich kann sicher schneller fahren, wenn ich mehr Zeit mit diesem Auto verbringe. Das Auto war fantastisch. Ich möchte wieder zurück in die WRC", so der Australier. Wann er wieder im WRC-Boliden sitzen wird, ist offen. Die nächste Rallye findet in drei Wochen in Deutschland statt.

Fotoquelle: xpbimages.com

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