Loeb geht mit komfortablem Vorsprung in den letzten Tag seiner Heimrallye

Rallye 2012

— 06.10.2012

SS13-16: Loeb verwaltet Vorsprung

Sebastien Loeb liegt vor der Schlussetappe der Rallye Frankreich weiterhin mit beruhigendem Polster auf Jari-Matti Latvala und Mikko Hirvonen in Front

Die vier Nachmittagsprüfungen der dritten Etappe der Rallye Frankreich brachten an der Spitze keine nennenswerten Veränderungen zu Tage. Titelkandidat Nummer eins Sebastien Loeb (Citroen) liegt nach insgesamt 16 von 22 Prüfungen seiner Heimrallye weiterhin komfortabel an der Spitze. Gegenüber seinem schärfsten Verfolger Jari-Matti Latvala (Ford) hat der WRC-Rekordchampion vor dem Schlusstag des drittletzten Saisonlaufs knapp 30 Sekunden Vorsprung.

"Es ist noch nicht die Zeit gekommen, um entspannen zu können. Wenn du es hier nur ein bisschen ruhiger angehen lässt, verlierst du sofort Zeit. Jari-Matti ist immer noch schnell und es ist noch ein gutes Stück zurückzulegen", warnt Loeb trotz seines Polsters. Unterdessen stellt Latvala heraus, dass er "konstanter fahren muss", um es mit dem WRC-Dauerchampion aufnehmen zu können. Mikko Hirvonen hält hinter Loeb und Latvala weiterhin Rang drei. Von seinem führenden Citroen-Teamkollegen trennt den Finnen bei noch sechs ausstehenden Prüfungen fast eine Minute.

Im Kampf um Platz vier fiel MINI-Pilot Dani Sordo hinter Ford-Privatier Mads Östberg zurück. Citroen-Junior Thierry Neuville rutsche durch eine Zeitstrafe auf Rang sechs ab, liegt vor dem Schlusstag aber nur acht Sekunden hinter dem viertplatzierten Östberg. Dahinter blieb die Reihenfolge im Vergleich zum Vormittag unverändert: Ott Tänak, Jewgeni Nowikow (beide Ford) sowie Chris Atkinson (MINI) und Martin Prokop (Ford) besetzen weiterhin die hinteren Punkteränge.

SS13: Neuville fällt durch Zeitstrafe zurück

Auf der ersten Nachmittagsprüfung holten sich Latvala und Hirvonen eine gemeinsame Bestzeit, während Loeb mit drei Sekunden Rückstand hinter Neuville und Nowikow die fünftschnellste Zeit fuhr. "Es ist gut, ein wenig Druck auf Sebastien auszuüben, auch wenn ich weit zurück liege", so Latvala, nachdem er seinen Rückstand von 30 auf 27 Sekunden verkürzt hatte.

Für Neuville ging es im Klassement trotz der drittschnellsten Zeit auf SS13 um zwei Positionen auf Rang sechs nach hinten. Der Citroen-Junior hatte für SS11 am Vormittag zu spät eingecheckt und dafür eine Zeitstrafe in Höhe von 20 Sekunden erhalten. Dadurch rückten Sordo auf den vierten und Östberg auf den fünften Rang nach vorn.

SS14: Enger Dreikampf auf der "Königsprüfung"

Auf der zweiten Überfahrt der "Königsprüfung" Pays d'Ormont ging es an der Spitze denkbar eng zu. Nach 43 Kilometern Fahrt lagen die drei schnellsten Piloten weniger als zwei Sekunden auseinander. Loeb, der im Anschluss an seine Fahrt massives Untersteuern monierte, holte sich eine knappe Bestzeit. Teamkollege Hirvonen büßte lediglich 0,7 Sekunden ein. Auch Latvala lag mit 1,9 Sekunden Zeitverlust gegenüber Loeb absolut in Schlagdistanz.

Hinter den Top 3 schob sich Ford-Pilot Östberg dank der viertschnellsten Zeit auf SS14, die er trotz eines Fahrfehlers realisieren konnte, an MINI-Pilot Sordo vorbei und damit auf Rang vier im Zwischenklassement nach vorn. Neben Östberg hatte auch dessen Ford-Markenkollege Nowikow auf der längsten Prüfung der Rallye so seine liebe Mühe. Der Russe ging eine der zahlreichen Haarnadelkurven zu schnell an und drehte sich. Eine Beschädigung des Fiesta RS WRC konnte Nowikow aber vermeiden.

SS15/16: Lokalmatador Loeb lässt nichts anbrennen

Die 24 Kilometer von SS15 sahen eine weitere Bestzeit von Lokalmatador Loeb. Der WM-Anwärter Nummer eins absolvierte die Prüfung 1,4 Sekunden schneller als Latvala. Unterdessen verlor Hirvonen weiter an Boden. "Ich traf einen großen Stein und hatte Sorge, dass ich mir einen Platten eingefangen hätte", so der Citroen-Pilot aus Finnland. Die Befürchtungen sollten sich nicht bewahrheiten, dennoch verlor Hirvonen weitere vier Sekunden auf den vor ihm liegenden Latvala. Neben Hirvonen hatten auch die Ford-Piloten Prokop und Daniel Oliveira mit den Tücken der 15. Prüfung zu kämpfen - beide legten einen Dreher hin, konnte ihre Fahrt aber genau wie der Citroen-Werkspilot fortsetzen.

Den Abschluss der dritten Etappe bildete die am Vormittag abgesagte Prüfung "Klevener" mit knapp elf Kilometern Länge. Latvala konnte trotz einer Bestzeit nur 0,6 Sekunden vom Vorsprung Loebs abfeilen. Hinter dem Finnen in Diensten des Ford-Werksteams überraschte Nowikow im Fiesta RS WRC des M-Sport-Teams auf der letzten Prüfung des Tages mit der zweitschnellsten Zeit vor Loeb.

Gaststarter Muller und Dumas sammeln Erfahrung

Volkswagen-Pilot Sebastien Ogier belegt mit dem Skoda Fabia S2000 weiterhin Rang elf im Klassement. Teamkollege Andreas Mikkelsen (12.) fiel durch Motorprobleme am Nachmittag zurück und liegt nun zwei Minuten hinter Ogier. In der S-WRC-Wertung hält Skoda-Pilot Hayden Paddon (16.) auch nach 16 Wertungsprüfungen die Führung. Per-Gunnar Andersson (Proton) verlor auf der zweiten Nachmittagsprüfung aufgrund eines Reifenschadens viel Zeit und damit den Anschluss. Teamkollege Andreas Aigner (22.) aus Österreich ist durch die Probleme beim Schweden nun bestplatzierter Proton-Pilot. Hermann Gassner jun. (Skoda; 18.) liegt in den Top 20.

Die beiden MINI-Gaststarter Romain Dumas und Yvan Muller hatten am Samstag ihre eigenen Schwierigkeiten. Sportwagen-Pilot Dumas fabrizierte am Steuer seines John Cooper Works WRC einen Überschlag. "Ich war einfach zu schnell, da geriet ich mit dem Heck an eine Böschung, woraufhin sich das Auto auf die Seite rollte", so der Franzose, der seine Fahrt dank der tatkräftigen Hilfe der Zuschauer nach einem Zeitverlust von lediglich einer Minute fortsetzen konnte. Tourenwagen-Spezialist Muller zeigte im Verlauf der dritten Etappe einen Dreher und hatte vor allem damit Mühe, die Reifen seines John Cooper Works WRC auf Temperatur zu bringen.

Gesamtwertung nach 16 von 22 Prüfungen (Top 10):

01. Sebastien Loeb (Citroen) 2:54:33.4 Stunden
02. Jari-Matti Latvala (Ford) +29.7 Sekunden
03. Mikko Hirvonen (Citroen) +54.0
04. Mads Östberg (Ford) +1:46.4 Minuten
05. Dani Sordo (MINI) +1:50.5
06. Thierry Neuville (Citroen) +1:54.4
07. Ott Tänak (Ford) +2:32.0
08. Jewgeni Nowikow (Ford) +2:46.2
09. Chris Atkinson (MINI) +6:14.9
10. Martin Prokop (Ford) +7:46.7

Fotoquelle: xpbimages.com

Weitere Rallye Themen

News

Hyundai präsentiert den i20 für die WRC 2017

News

Monza-Rallye: Impressionen aus Italien

News

Valentino Rossi gewinnt zum fünften Mal die Monza-Rallye

News

Al-Attiyah hat Interesse: Kommt das Volkswagen-Privatteam?

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.