Time to say goodbye? Loeb will von der WRC auf Raten Abschied nehmen

Rallye 2012

— 08.10.2012

Loeb: "Titel Nummer zehn ist nicht der Plan"

Der alte und neue Weltmeister, Beifahrer Daniel Elena und Citroen-Teamchef Yves Matton sprechen über das Gefühl des Triumphes und ihre Zukunftspläne

Es war ein historischer Moment, wie es so viele in der langen Karriere des Sebasiten Loeb gab. Doch der neunte Weltmeistertitel in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC), den der Franzose am Wochenende mit dem Sieg bei seiner Heimrallye in Frankreich vorzeitig wasserdicht machte, war ein ganz besonderer. Schließlich ist es wohl der letzte in der Laufbahn des 38-Jährigen, der 2013 nur noch sporadisch in der WRC starten und mit Citroen in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) debütieren wird. In der FIA-PK stellten sich er, Daniel Elena und Teamchef Yves Matton den Fragen der Weltpresse.

Frage: "Sebastien, herzlichen Glückwunsch zu deinem neunten Fahrertitel und dem 75. Laufsieg in der WRC. Citroen hat auch die Markenmeisterschaft gewonnen - und alles auf heimischem Terrain. Wie fühlt sich das an?
Sebastien Loeb: "Es könnte gar nicht besser sein. Ich erinnere mich noch an den Sieg vor zwei Jahren - und das ist die beste Erinnerung, die ich habe. In den vergangene Rallyes habe ich schon gedacht, dass der Triumph hier vielleicht möglich ist. Es aber dann tatsächlich zu schaffen, ist etwas ganz anderes."

Magische Atmosphäre im Elsass

"Im Vorfeld haben viele Leute prognostiziert, dass es uns wieder gelingen würden. Es war aber nicht einfach, wir mussten kämpfen. Am Sonntagmorgen waren die Bedingungen schwierig und es war kein Kinderspiel, das Auto auf der Straße zu halten - ganz besonders in unserer Situation, in der wir nicht zu viel Druck machen durften. Als der Job erledigt war, war es ein unglaublicher Moment. In Hagenau, meinem Heimatort, war es eine große Erleichterung und das Gefühl unglaublich."

Frage: "Es waren wahnsinnig viele Zuschauer an der Strecke. Hat dich das überrascht?"
Loeb: "Nicht zu fassen, wie sich das anfühlt. Die Begeisterung auf manchen Streckenabschnitten war unglaublich. Es gab eine Etappe, die wir vor Samstag noch nie befahren hatten. Überall standen Menschen. Noch vor einigen Jahren - als wir erstmals hierher gekommen sind - hätten wir nicht geglaubt, dass es eines Tages so ein könnte. Wir wussten, dass Leute kämen, aber nicht so viele. Die Atmosphäre ist magisch."

WTCC als neue Herausforderung

Frage: "Es ist das letzte Jahr mit ernsthaftem Wettbewerb, nachdem du deinen Rücktritt angekündigt hast."
Loeb: "Daran denke ich im Augenblick gar nicht so viel. Ich denke an das Hier und Jetzt. Alles andere sehen wir im kommenden Jahr. Ich versuche zu genießen, was passiert, denn es ist die letzte Rallye-WM für mich. Es ist keine einfache Entscheidung, so aufzuhören."

"Vor einigen Jahren habe ich darüber nachgedacht und gewusst, dass der Tag kommen würde, an dem ich eine Entscheidung treffen muss. Sie ist in diesem Jahr gefallen. Für ein paar Rallyes bin ich noch dabei, aber nicht die ganze Saison. Ich brauchte etwas Neues, eine frische Herausforderung. Nach einem Gespräch mit Citroen haben wir dann entschieden, zusammen in die WTCC zu gehen. Das hilft mir."

Frage: "Es gab Spekulationen, dass du bei ausgewählten Rallyes startest und so doch noch um den zehnten Titel kämpfst."
Loeb: "Denkt ihr, dass das mit fünf Teilnahmen möglich ist?"

Loeb 2013 doch öfter am WRC-Start?

Frage: "Du bist schließlich Sebastien Loeb."
Loeb: "Das ist nicht der Plan. Der Plan heißt Monte Carlo, das ist eine wichtige Rallye für mich und das Team. Aber wenn du die Stimmung erlebst, wie sie an diesem Wochenende war, ist es schwierig zu sagen, wir gehen noch vier Mal an den Start, aber nicht in Frankreich. Dann machen wir es vielleicht doch. Hier meine Karriere zu beenden wäre großartig."

Frage: "Daniel, ihr habt so viel zusammen erreicht. Wie fühlst du dich nach Titel Nummer neun?"
Daniel Elena: "Ein fantastisches Gefühl. Für mich ist das aus vielen Gründen wichtig: Es ist mein letztes Jahr an der Seite von Sebasiten. Aber ich bin froh, dass wir 2013 in Monte Carlo an den Start gehen, das ist auch mir ein Anliegen. 75 Siege sind unglaublich, aber warum nicht 76 oder 77 bis zum Ende der Saison schaffen? Jetzt ist es möglich, ohne Druck zu fahren, einfach nur zum Spaß. Das ist perfekt."

Frage: "Hättest du jemals gedacht, dass das möglich wäre?
Elena: "Nein, unmöglich. Es ist einfach magisch und ein großer Traum. Seit 15 Jahren arbeite ich mit Sebastien zusammen. Wenn er geht, ist auch für mich Schluss. Und vielleicht ist dieser Moment nun gekommen."

Siege garantieren WRC-Verbleib von Citroen

Frage: "Yves, Citroen hat den Fahrer und den Konstrukteurstitel auf französischem Boden und zwei WM-Läufe vor dem Saisonende geholt. Das ist doch eine Genugtuung, oder?"
Yves Matton: "Natürlich ist es ein tolles Gefühl und ein hervorragendes Resultat für Citroen, zwei Rallyes vor Schluss zwei Titel in der Tasche zu haben. Es ist der Beweis dafür, dass wir einen großartigen Job abgeliefert haben und alle zusammenarbeiten."

Frage: "Wie wichtig ist dieses Ergebnis für Citroen als Marke?"
Matton: "Es ist sehr wichtig für die Marke. Citroen nutzt den Motorsport, um sich ein Image zu verschaffen und wenn du gewinnst, erhältst du ein gutes. Wir sind 2013 wieder mit von der Partie, eben weil wir gewinnen."

Frage: "Mischt sich auch ein bisschen Wehmut bei wegen Sebastiens Entscheidung?"
Matton: "Nein, weil wir in Zukunft in ein neues Abenteuer aufbrechen. Sebastien bleibt bei Citroen und wir sind nicht traurig."

Fotoquelle: xpbimages.com

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