Jari-Matti Latvala schmiss seine Siegchance in den Straßengraben

Rallye 2012

— 08.10.2012

Latvala: "Loeb macht nicht die Fehler, die ich begehe"

Der Ford-Pilot gesteht einen Fehler ein, zeigt sich aber mit dem zweiten Platz der Frankreich-Rallye insgesamt zufrieden - Sieg in Spanien als Ziel

Jari-Matti Latvala scheint nach ber 100 Teilnahmen an Lufen zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) in der Form seines Lebens. Dem Sieg in Wales lie der Finne am Wochenende den zweiten Rang in Frankreich folgen, lag nur 15,5 Sekunden hinter Sebastien Loeb, fuhr sein bestes Karriereresultat auf Asphalt ein und schob sich auf Rang drei der WM-Gesamtwertung. "In Deutschland waren wir fast zwei Minuten zurck. Ich denke, das bedeutet einen Fortschritt", betont Latvala.

Dabei befand sich der 27-Jhrige im Elsass nicht unbedingt auf geliebtem Terrain. "Ich mag es, auf Asphalt zu fahren, solange er sauber ist wie eine Rennstrecke. Meine grte Schwche sind dreckige Etappen, da muss ich mich verbessern", zeigt sich Latvala selbstkritisch. Anlass dazu gab der Samstagmorgen, der ihn alle Chancen auf den achten WRC-Erfolg seiner Laufbahn kostete. "Ich wusste, dass die lange Prfung wichtig sein wrde, wenn es um den Sieg geht", erinnert er sich.

Ein Patzer zu viel

Unter Druck beging Latvala einen folgenschweren Fehler: "Ich war wohl zu zuversichtlich, dass es trocken sein wrde. Als ich aus dem Freien in den Wald kam, war es feucht, das hat mich berrascht. Ich wusste aus dem Gebetbuch, dass es teilweise rutschig sein wrde, aber nicht an welchen Stellen", beschreibt der Ford-Pilot. "Die Bremsen blockierten und ich bog in die Kurve ein, mit zu viel Geschwindigkeit. Wir sind in die Bschung gerauscht und zum Stillstand gekommen."

Zwar fuhr der Fiesta RS WRC weiter, Spitzenzeiten waren mit dem Auto nach dem Unfall aber nicht mehr mglich. "Ich habe auf den Startknopf gedrckt - es hat funktioniert, aber es befand sich zu viel Dreck am Wagen und die Vibrationen waren grausam. Es dauerte eine Weile, bis ich wieder Vertrauen gefasst hatte", beschreibt Latvala die Momente nach dem Crash und gibt sich Loeb geschlagen: "Deswegen hat Sebastien gewonnen - er macht nicht die Fehler, die ich begehe."

In Spanien auf dem Lieblingsbelag

Immerhin: Latvala hatte aus dem Vorfall gelernt und sich tags drauf im Zweikampf mit Landsmann Mikko Hirvonen um den Silberrang behauptet. "Am Ende der vorletzten Prfung - eine neue in dieser Rallye - hnelt die Bergaufpassage einer Rennstrecke. Ich hatte schon am Morgen erkannt, dass es eine starke Etappe fr mich werden knnte", sagt er. "Am meisten unter Stress stand ich, als die Zwischenzeit am Ende des Abschnitts zeigte: 'Hirvonen liegt vier Sekunden vorne.'"

Dabei fuhr der Mann aus Toysa am Limit: "Zur Mitte der Prfung hatte ich gedacht: 'Ich fahre so gut es geht und kann nicht mehr tun'. Glcklicherweise haben sich die Dinge gewendet." Geht es nach Co-Pilot Miikka Anttila, drfte das gerne so bleiben. "Sardinien ist eine der Lieblingsrallyes von Jari-Matti und wir haben dort schon gewonnen", blickt er voraus. "Wir haben eine kleine Chance auf den Sieg. In Spanien liegt uns der Asphalt noch mehr als irgendwo anders in dieser Saison", schielt er auf Saisonsieg Nummer drei.

Fotoquelle: xpbimages.com

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