Petter "Hollywood" Solberg gewann in der Saison 2004 die Rallye Italien

Rallye 2012

— 12.10.2012

Ford: Alles auf Sieg in Italien

Nachdem die Entscheidungen in der WM getroffen sind, möchte Ford sich auf Siege konzentrieren: Sowohl Latvala als auch Solberg waren in Italien bereits siegreich

Das Ford-Team reist in der kommenden Woche zum letzten Schotter-Event der Saison, der Rallye Italien. Mit einem Sieg und zwei zweiten Plätzen aus den vergangenen drei Läufen ist die Bilanz der Werks-Fiesta ebenso erfolgreich wie beeindruckend. Auf Sardinien will die Marke mit dem blauen Oval diese starke Form erneut bestätigen. Die beiden Ford-Werkspiloten Jari-Matti Latvala und Petter Solberg werden auf der Mittelmeerinsel erneut angreifen und möchten ein gewichtiges Wort um den Gesamtsieg mitreden.

Latvala und sein Beifahrer Miikka Anttila präsentieren sich mit ihrem Ford Fiesta RS derzeit in Topform. Die Rallye Großbritannien - ebenfalls eine Schotter-Veranstaltung - konnten die beiden Finnen in diesem Jahr bereits gewinnen. Darüber hinaus gewann Latvala im Februar die Rallye Schweden. Dass der 27-Jährige mittlerweile auch auf Asphalt zu den schnellsten Piloten im Feld zählt, bewies er sowohl bei der Rallye Deutschland als auch im Rahmen der Rallye Frankreich.

Beide Male sicherte sich Latvala den hervorragenden zweiten Platz. Auch Solberg und Copilot Chris Patterson überzeugten im Verlaufe dieser Saison mit konstant schnellen Zeiten. Nach seinem dritten Platz bei der Rallye Großbritannien will der Norweger auf der Urlaubsinsel Sardinien nun ganz nach vorne fahren.

Happyend für Ford?

Sowohl Latvala als auch Solberg dürfen sich beim zwölften und vorletzten Saisonlauf zur Rallye-Weltmeisterschaft berechtigte Hoffnungen auf den Sieg machen. Latvala feierte auf dem italienischen Eiland im Jahr 2009 seinen zweiten WM-Sieg. Auch Solberg weiß, wie man auf Sardinien gewinnt: "Hollywood", wie er von seinen Fans genannt wird, gewann 2004 beim WM-Debüt dieser Rallye und feierte seinen bis dato zehnten WM-Erfolg.

In diesem Jahr verlegten die Organisatoren die Rallye erstmals vom Frühsommer in den Herbst. Die Folge: Insbesondere morgens und abends sind die Temperaturen deutlich niedriger, tagsüber können sie aber dennoch auf über 20 Grad Celsius klettern. Bei trockenen Wetterverhältnissen beeinträchtigt möglicherweise der von den Pisten aufsteigende Staub die Sicht der Piloten.

Das Rallye-Zentrum ist in der Küstenstadt Olbia an der Costa Smeralda beheimatet. Die Zieldurchfahrt findet am Sonntag in Porto Cervo statt. Der exklusive Küstenort ist vor allem bei den Schönen und Reichen sehr beliebt, und auch zahlreiche Prominente verbringen hier ihren Urlaub. Der Großteil der Wertungsprüfungen (WP) führt durch die Berge und Wälder westlich und südlich der Stadt. Die malerische Landschaft und das in der Sonne glitzernde Mittelmeer bilden die atemberaubende Kulisse für den zwölften Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft.

Der Fahrbahnbelag besteht aus einer harten Schotterschicht, die mit einer sandigen Oberfläche bedeckt ist. Spätestens nach der ersten Durchfahrt der rund 300 PS starken Autos ist die Ideallinie jedoch von Staub befreit und der schroffe Untergrund kommt zum Vorschein. Die Wertungsprüfungen sind zwar sehr eng, dennoch erreichen die Piloten hier sehr hohe Geschwindigkeiten. Büsche, Bäume und Felsen säumen den Fahrbahnrand und lassen wenig Raum für Fahrfehler.

Vergleiche mit Finnland

Am zweiten Tag der Rallye erwarten die Fahrer einige neue Prüfungen in der Nähe von Sassari.
Latvala war im vergangenen Jahr im Rahmen von Testfahrten in dieser Gegend unterwegs und kennt die Bedingungen: "Die Straßen auf diesen WP sind breiter, der Untergrund nicht so rau. Daher ähneln sie eher den Prüfungen der Rallye Finnland, allerdings gibt es auf Sardinien keine großen Sprünge."

"Aufgrund der breiteren Fahrbahn haben wir daher mehr Platz, um das Auto zu positionieren und vor Kurven anzustellen", erklärt der 27-jährige Finne. "Normalerweise sind die Wege vor der ersten Durchfahrt mit einer feinen Staubschicht bedeckt. Das macht sie natürlich sehr rutschig. Ford war auf Sardinien immer sehr stark. Außerdem haben wir mit unserem Fiesta RS beim vorangegangenen Schotter-Event in Wales einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. Daher bin ich für die Rallye Sardinien sehr zuversichtlich", verrät Latvala.

Nachdem bei der Rallye Frankreich die Entscheidung in der Fahrer- und Herstellerwertung gefallen ist, kann er beim italienischen WM-Lauf befreit auffahren. "Damit ändert sich die Situation für die beiden letzten Rallyes. Natürlich war es bei den bisherigen Events immer unser Ziel, Siege einzufahren. Gleichzeitig mussten wir aber auch immer taktisch clever zu Werke gehen, um möglichst viele Punkte zu sichern. Jetzt, da die Entscheidungen gefallen sind, hat dies keine Bedeutung mehr und wir fahren ausschließlich auf Sieg."

Qualifying besonders wichtig

Obwohl sie erstmals über vier Tage führt, ist die diesjährige Rallye Sardinien mit 306 gewerteten Kilometern einer der kürzesten WM-Läufe seit Einführung der Rallye-Weltmeisterschaft im Jahr 1973. Solberg weiß, dass es bei diesem Sprint-Event vor allem darauf ankommt, vom Start weg in der richtigen Position zu sein, um auf den sandigen Prüfungen Zeitverluste zu vermeiden.

Denn wie bei jeder Schotter-Rallye dürfen die schnellsten Piloten des Qualifyings ihre Startposition frei wählen. "An einigen Stellen sind die Straßen sehr sandig", erklärt der 37-jährige Routinier. "Daher kommt dem Qualifying am Donnerstag eine große Bedeutung zu, denn eine gute Ausgangslage für den ersten Rallye-Tag ist bei diesen Bedingungen enorm wichtig. Bei trockenem Wetter bringt eine späte Startposition mehr Vorteile. Aufgrund der sehr kurzen Gesamtdistanz fehlen schlichtweg die Kilometer, um den aus einer schlechten Startposition resultierenden Zeitrückstand wieder aufholen zu können."

"Nach unserem Sieg bei der Schotter-Rallye in Wales reisen wir mit gestärktem Selbstbewusstsein nach Sardinien. Im Vorfeld dieses WM-Laufes ist es uns gelungen, den Fiesta RS WRC noch in einigen Details wie Balance und Fahrwerk weiter zu verbessern und ihn noch schneller zu machen. Allerdings unterscheiden sich diese beiden Läufe doch sehr voneinander. Die einzige Gemeinsamkeit besteht im Grunde darin, dass sie auf losem Untergrund ausgetragen werden. Die Prüfungen auf Sardinien sind einfach fantastisch und ich werde alles geben, um hier zu gewinnen", so Solberg.

Neben den beiden Werksautos gehen bei der Rallye Italien vier weitere Ford Fiesta RS WRC ins Rennen. Ott Tänak/Kuldar Sikk und Evgeny Novikov/Ilka Minor gehen für das M-Sport-Team auf Punktejagd. Mads Östberg/Jonas Andersson sind für das Adapta-Team gemeldet, während Martin Prokop gemeinsam mit Beifahrer Zdenek Hruza für das Czech-National-Team an den Start geht.

Fotoquelle: xpbimages.com

Weitere Rallye Themen

News

Hyundai präsentiert den i20 für die WRC 2017

News

Monza-Rallye: Impressionen aus Italien

News

Valentino Rossi gewinnt zum fünften Mal die Monza-Rallye

News

Al-Attiyah hat Interesse: Kommt das Volkswagen-Privatteam?

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.