Jari-Matti Latvala wurde wieder einem Opfer seines eigenen Ehrgeizes

Rallye 2012

— 20.10.2012

Wieder einmal Katerstimmung bei den Ford-Werksfahrern

Nicht zum ersten Mal in dieser Saison müssen Petter Solberg und Jari-Matti Latvala erklären, warum sie in aussichtsreicher Position ihr Auto wegwerfen

Die beiden Ford-Werksfahrer Petter Solberg und Jari-Matti Latvala dürften ihrem Teamchef Malcolm Wilson in dieser Saison schon das ein oder andere graue Haar beschert haben. In schöner Regelmäßigkeit scheiden beide Fahrer in aussichtsreicher Position liegend durch Unfälle aus. Auch gestern erreichten Solberg und Latvala bei der Rallye Italien das Ziel der zweiten Etappe nicht. Nachdem der Finne am Donnerstag durch einen Reifenschaden Zeit verloren hatte, riskierte er bei der Aufholjagd etwas zu viel.

"Es war eine neue Wertungsprüfung, auf der ich die Zeit, die ich durch meinen Plattfuß am Donnerstag verloren hatte, wiedergutmachen wollte", erklärt Latvala. "Ich befuhr eine rutschige Abfahrt auf hartem Untergrund und habe eine enge Linkskurve spät angebremst." Damit nahm das Unheil seinen Lauf. "Das Auto ist nach außen gerutscht und traf einen Stein. Nachdem ich wieder auf die Straße zurückgekehrt war, sah ich aus dem Kühler Dampf aufsteigen. Ich sprach mit Miikka (Antilla, Co-Pilot, Anm. d. Red.) und schaute auf seine Seite, ob dort ein Warnlicht leuchtet", berichtet der Finne.

Durch den Kühlerschaden abgelenkt, wurde der nächstjährige Volkswagen-Werksfahrer von der nächsten Kurve überrascht: "Als ich mich wieder auf die Straße konzentrierte, merkte ich, dass ich vor der nächsten Rechtskurve nicht mehr würde bremsen können", so Latvala. Sein anschließender Rettungsversuch schlug fehl: "Ich wollte das Auto gerade ins Feld steuern, habe aber einen Torpfosten getroffen. Dabei wurde das Auto vorne rechts so schwer beschädigt, dass wir aufgeben mussten."

Latvala zeigte jedoch Größe und suchte nicht nach Ausreden: "Es war mein Fehler. Ich habe mich durch das Problem mit dem Kühler ablenken lassen und war unkonzentriert. Ich hätte mich aufs Fahren konzentrieren und das Display Miikka überlassen sollen", gibt Latvala zu. "Am Donnerstag habe ich eine falsche Startposition gewählt und dann das Rad an einem Stein beschädigt, und gestern passiert dann so etwas. Das ist eine meiner Lieblingsrallyes, daher bin ich enttäuscht, dass ich solche Fehler mache", sagt der geknickt wirkende Finne.

Es dürfte für Latvala nur ein schwacher Trost sein, dass sein Teamkollege es auch nicht besser machte. Solberg kam bis zur siebten Wertungsprüfung, doch dann war der Freitag auch für ihn gelaufen. Im Gegensatz zu seinem Teamkollegen riskierte der Norweger nach eigenen Angaben nicht zu viel, sondern ging im Gegenteil zu sehr auf Nummer sicher: "Ich war zufrieden mit dem zweiten Platz, daher haben Chris (Patterson, Co-Pilot, Anm. d. Red.) und ich entschieden, dass wir nicht mehr angreifen wollen. Dementsprechend habe ich meinen Fahrstil geändert", beschreibt Solberg die Vorgeschichte des Unfalls.

"In einer langsamen Linkskurve habe ich mit dem linken Vorderrad einen Stein an der Innenseite der Kurve getroffen", so Solberg über sein Missgeschick, das ihn wie aus heiterem Himmel traf: "Das war ein Schock, denn dieser Stein war in meinem Aufschrieb nicht vermerkt. Beim Aufprall ist der Querlenker gebrochen. Ich bin sauber gefahren, wollte kein Risiko eingehen und auf meine Reifen achten", verteidigt der Norweger seine Herangehensweise.

Im Nachhinein muss der 37-Jährige eingestehen: "Wäre ich schneller gewesen, wäre das Auto schräger in die Kurve hineingefahren, und ich hätte den Stein vielleicht gar nicht getroffen." Beide Fahrer stiegen am Samstag unter Rally2-Regelung wieder in die Rallye ein. Solberg als derzeit Zehntplatzierter hat dabei noch gute Chancen auf einige WM-Punkte.

Fotoquelle: xpbimages.com

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