In Spanien werden die Fahrer traditionell von vielen Fans angefeuert

Rallye 2012

— 06.11.2012

Viva Espana: Die Rallye-WM bittet zum Schlussakkord

Erstmal findet das Saisonfinale der Rallye-Weltmeisterschaft in Spanien statt, wo sich die Fahrer auf unterschiedliche Untergründe einstellen müssen

Die diesjährige Rallye-Weltmeisterschaft endet mit einem Highlight: Die Rallye Spanien dient erstmals als Bühne für das Saisonfinale. Da alle wichtigen WM-Titel bereits entschieden sind, haben die maßgeblichen Akteure Feuer frei für ein besonderes Ereignis: den 250. Sieg von Michelin in der Königsklasse des Rallye-Sports. Was im Januar 1973 - also vor nicht ganz 40 Jahren - mit dem Sieg von Jean-Claude Andruet und Beifahrerin "Biche" bei der Rallye Monte Carlo begann, steuert beim diesjährigen WM-Saisonfinale in Spanien einem weiteren Höhepunkt entgegen.

Dazwischen liegen für den französischen Reifenhersteller nicht weniger 20 WM-Titel in der Fahrer- und 22 in der Markenwertung, 2012 bereits eingerechnet. Die Rallye-Fans an der Costa Dorada westlich von Barcelona dürfen sich auf ein Motorsport-Festival der ganz besonderen Sorte freuen. Da Citroen und Sebastien Loeb bereits als neue alte Champions feststehen, können alle Fahrer - befreit von taktischen Zwängen - nach Herzenslust Gas geben.

Zugleich markiert die Rallye Spanien auch einen Wendepunkt in der WM-Historie. Nicht nur Rekord-Titelgewinner Loeb leitet seinen Rallye-Ruhestand ein, auch der Ford Fiesta RS WRC geht rund um das Mittelmeer-Städtchen letztmalig als Werksauto an den Start. Grund genug für viele Teilnehmer, bei diesem Event noch einmal alle Karten bedingungslos auf Sieg zu setzen.

Freitag Schotter, Samstag und Sonntag Aspahlt

erheißungsvolle Rahmenbedingungen für einen fantastischen Kampf um den größten Pokal bietet der spanische WM-Lauf zuhauf. Dies beginnt bereits bei der ganz besonderen Konzeption dieser Rallye: Seit 2010 verbindet sie eine Schotter-Etappe am Freitag mit zwei Tagen heißer Asphalt-Action auf den rasant schnellen und topfebenen Landstraßen der bergigen Region Tarragona. Von den Piloten verlangt dies ein schnelles Anpassen an die wechselnden Bedingungen.

Der ungewohnte Belagmix stellt die Teams und auch ihren Reifenpartner Michelin vor außergewöhnliche Herausforderungen. Am Freitagabend stehen den Mechanikern im Etappenziel zum Beispiel genau 75 Minuten zur Verfügung, um die rund 300 PS starken Turbo-Allradler der WRC-Topkategorie von Schotter- auf Asphalt-Spezifikation umzurüsten. Zugleich ist die Rallye Spanien auch der einzige Saisonlauf, bei dem der Reifenhersteller seinen Teams sowohl den Schotter- als auch Asphaltreifen anbietet.

Im Detail bedeutet dies: Für das Qualifying und die erste Etappe steht pro Auto ein Kontingent von 14 härteren und sechs weicheren Schotterreifen zur Verfügung. Hiervon dürfen allerdings maximal 15 eingesetzt werden. Hinzu kommen 18 harte und 16 weiche Asphaltreifen mit identischem Laufflächenprofil für den Samstag und Sonntag, von denen 20 zur Anwendung kommen dürfen. Dabei gilt jeweils: Die weichere Mischung ist für regnerische Witterung prädestiniert, die härtere für trockene Bedingungen. Damit sind die Grundvoraussetzungen für spannende Reifenstrategien gegeben.

Fans strömen zu den Wertungsprüfungen

Im Vergleich zum Vorjahr kann die Rallye Spanien mit weiteren Highlights aufwarten. Hierzu zählt zum einen die feierliche Startzeremonie in der Innenstadt von Barcelona, zum anderen aber auch ebenso feine wie wirkungsvolle Streckenmodifikationen. So dürfen sich die Fans am Freitag auf zwei Durchgänge über die mit 44,02 Kilometern besonders lange Wertungsprüfung (WP) "Terra Alta" freuen, die immer wieder auch kurze Asphalt-Passagen beinhaltet - auf denen die WM-Cracks mit ihren Schotterpneus in der Regel besonders quer fahren. Ein gemischter Streckenbelag zeichnet auch die neue WP "Salou" entlang der Küstenseite des Rallye-Zentrums aus, welche die erste Etappe ab 17.00 Uhr beschließt.

Auch am Samstag stehen insgesamt sechs Prüfungen auf dem Programm, darunter zwei Passagen über die berüchtigte "El Priorat". Sie ist mit 45,97 Kilometern die längste des Saisonfinales. Reich an Höhepunkten präsentiert sich zudem die abschließende Sonntags-Etappe. Die WP "Riudecanyes" beinhaltet zum Beispiel nach 4,21 Kilometern einen Kreisverkehr, auf dem die Teilnehmer eine volle Runde im Hochgeschwindigkeits-Dauer-Drift zurücklegen.

Als sogenannte "Power Stage", auf der die schnellsten Drei mit zusätzlichen WM-Punkten belohnt werden, dient nicht die letzte Prüfung, sondern die 26,51-Kilometer-WP "Santa Marina 2". Die Organisatoren versprechen sich hiervon einen nochmals dramatischeren Zeitenkampf am äußersten Limit der Fahrphysik.

Abschiedsvorstellung des Ford-Werksteams

Das diesjährige Saisonfinale, das erstmals in Spanien ausgetragen wird, stellt für viele Fahrer und Teams so etwas wie eine einmalige Chance dar. Ford zum Beispiel bestreitet in Katalonien die letzte WM-Rallye vor dem Rückzug der Marke als Werksteam - entsprechend hoch ist der Ehrgeiz der Mannschaft rund um Malcolm Wilson, den Abschied mit einem weiteren Sieg für den Michelin bereiften Fiesta RS WRC zu krönen.

Auch die Fahrer Jari-Matti Latvala und Petter Solberg sind besonders motiviert: Da Rekord-Weltmeister Loeb nach seinem neunten Titelgewinn in Folge in den Rallye-Vorruhestand tritt und im kommenden Jahr nur noch sporadisch am Start sein will, bietet sich ihnen eine der letzten Chancen, den dominierenden Mann der vergangenen zehn Jahre doch noch einmal auf Asphalt zu schlagen.

Gleiches hat auch Mikko Hirvonen im zweiten Citroën DS3 WRC vor, der seinen Erfolg bei der zurückliegenden Sardinien-Rallye Italien gerne rund um Salou wiederholen möchte. Doch Loeb hat gar nicht vor, Geschenke zu verteilen. Der 38-Jährige ist seit 2005 auf spanischem Boden ungeschlagen und peilt auch bei seiner 164. WM-Rallye am Steuer eines World Rally Cars den Sieg an. Es wäre sein neunter dieser Saison, der 76. seiner Karriere und der insgesamt 250. WM-Erfolg für seinen Reifenpartner Michelin.

Fotoquelle: xpb.cc

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