Rallye 2012

— 11.11.2012

Loeb krönt seine letzte volle WRC-Saison mit Spanien-Sieg

Sebastien Loeb gewinnt das WRC-Saisonfinale in Spanien - Jari-Matti verpasst Sieg beim Ford-Abschied knapp - Craig Breen emotionaler S-WRC-Champion



Sebastien Loeb hat seinen letzten Einsatz als Vollzeit-Pilot in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) mit seinem 76. Sieg gekrönt. Die Rallye Spanien gewann der neunfache Weltmeister am Sonntag zum achten Mal in ununterbrochener Reihenfolge.

Der letzte Nachmittag der WRC-Saison war von teilweise regennassen Straßen gekennzeichnet, was sowohl die Reifenwahl als auch das Fahren selbst zu einer kniffligen Angelegenheit werden ließ. Loeb traf unterm Strich die falsche Reifenwahl, brachte nach 18 Wertungsprüfungen über Schotter und Asphalt aber einen knappen Vorsprung auf Ford-Werkspilot Jari-Matti Latvala ins Ziel.

"Es gibt keine bessere Art, meine letzte volle Saison zu beenden. Ich wollte diese Rallye unbedingt gewinnen, aber Jari-Matti holte auf den letzten Prüfungen noch einmal stark auf. Die Reifenwahl war echt schwierig zu treffen", so ein sichtlich erleichterter Weltmeister Loeb im Ziel der Rallye.

Latvala verpasst Sieg beim Ford-Abschied knapp

Latvala verkürzte seinen Rückstand auf den letzten drei Prüfungen von 24,7 Sekunden auf deren sieben Sekunden. Auf der Power-Stage holte sich der Finne die Bestzeit und zog beim letzten Saisonlauf noch an Mads Östberg im privat eingesetzten Fiesta RS WRC vorbei auf Rang drei der WRC-Gesamtwertung 2012. "Das ist ein gutes Ergebnis. Mein Ziel für die Zukunft ist weiterhin, eine Rallye auf Asphalt zu gewinnen", so Latvala, der in der WRC-Saison 2013 für Volkswagen an den Start gehen wird.

Östberg beendete die Rallye Spanien hinter Vizeweltmeister Mikko Hirvonen (Citroen; 3.) auf Platz vier. Ott Tänak (M-Sport-Ford) verlor Platz fünf auf der drittletzten Prüfung der Rallye, als er seinen Fiesta auf dem regennassen Asphalt aus der Kontrolle verlor, von der Straße abkam und aufgeben musste.

So endete Jarkko Nikaras erster Einsatz für das MINI-Team Prodrive mit einer Top-5-Platzierung. Teamkollege Dani Sordo fuhr am Sonntag insgesamt vier Bestzeiten und schloss seine Heimrallye mit Platz neun trotz Abflug am Freitag und Motorproblemen am Samstag in den Top 10 ab. Diese wurden von den beiden S-WRC-Titelrivalen Craig Breen (Ford; 6.) und Per-Gunnar Andersson (Proton; 8.) sowie MINI-Portugal-Pilot Chris Atkinson (7.) und Jewgeni Nowikow (M-Sport-Ford; 10.) vervollständigt.

SS16: Tanäk-Crash kostet Sordo vierte Bestzeit in Folge

Auf der über 16 Kilometer führenden ersten Nachmittagsprüfung (SS16) hielt sich der Regen noch zurück. Für Tänak war der Untergrund dennoch schwierig genug, um von der Straße abzukommen. Der Este setzte seinen Fiesta nach zwölf Kilometern in einer schnellen Kurve an die Streckenbegrenzung und musste seine Hoffnungen auf eine zweite Podiumsplatzierung in Folge endgültig zu den Akten legen. Sowohl Tänak als auch Beifahrer Kuldar Sikk blieben beim Unfall unverletzt, die Rallye war jedoch beendet.

Die Bestzeit holte sich Latvala im Werks-Ford. MINI-Pilot Sordo verpasste auf der vierten Prüfung des Tages seine vierte Bestzeit nur um 0,3 Sekunden. Der Spanier musste an der Unfallstelle von Tänak kurz vom Gas gehen und büßte bei dieser Gelegenheit die entscheidenden Sekundenbruchteile auf Latvala ein.

Spitzenreiter Loeb schloss SS16 mit fünf Sekunden Rückstand auf seinen schärfsten Verfolger Latvala als Drittschnellster ab, während Östberg seinerseits fünf Sekunden auf Loebs Teamkollegen Hirvonen gutmachte und damit seine Hoffnungen auf eine Podiumsplatzierung beim Saisonfinale und Rang drei in der WRC-Gesamtwertung am Leben hielt. "Nach ein paar Veränderungen beim Setup konnte ich voll angreifen. Der Abstand zu Mikko ist aber noch recht groß", kommentierte der Norweger angesichts seiner 15 Sekunden Rückstand auf den auf Rang drei liegenden Finnen.

SS17: Latvala gewinnt die Power-Stage

Auf der Power-Stage, die von der 26,5 Kilometer langen "Santa Marina" gebildet wurde, fuhr Latvala mit zwei Sekunden Vorsprung auf Sordo zu seiner zweiten Bestzeit des Tages und holte sich damit drei wichtige Bonuspunkte im Kampf um Rang drei in der WRC-Gesamtwertung 2012. "Wir haben mit nur wenig Regen gerechnet und ich muss mich beim Team für die goldrichtige Reifenwahl bedanken", sagte Latvala mit Blick auf seine harten Michelin-Reifen und fügte hinzu: "Leider gehen mir nun die Kilometer aus, um Loeb noch abzufangen."

Der Weltmeister büßte auf der Power-Stage zehn Sekunden auf Latvala ein und musste vor der abschließenden Prüfung des Jahres noch einmal um seinen Sieg beim Saisonfinale zittern. "Ich hatte mit mehr Regen gerechnet und musste mit meinen Reifen alles geben, um diese Zeit zu fahren", so Loeb, der für die drei Nachmittagsprüfungen auf zwei weiche und zwei harte Reifen an seinem Citroen DS3 WRC gesetzt hatte.

Östberg absolvierte SS17 in einem letzten Aufbäumen acht Sekunden schneller als Hirvonen und schob sich damit bis auf sieben Sekunden an Platz drei heran. "Immerhin habe ich es versucht. Mehr konnte ich nicht tun", so der Norweger, der mit der viertschnellsten Zeit hinter Latvala, Sordo und Loeb einen Bonuspunkt für die Gesamtwertung knapp verpasste.

SS18: Latvalas Aufholjagd kommt zu spät

Den Schlusspunkt der Rallye bildeten die vier Kilometer von "La Serra d'Almos". Latvala verpasste seine dritte Bestzeit des Nachmittags mit einer 0,1 Sekunden langsameren Zeit als MINI-Pilot Sordo denkbar knapp, verkürzte seinen Rückstand auf Spitzenreiter Loeb aber weiter. Den Sieg beim letzten Einsatz des Ford-Werksteams verpasste der Finne unterm Strich um sieben Sekunden. "Eine einzige Prüfung mehr und ich hätte mir mit Loeb einen richtig tollen Kampf liefern können", bedauerte der knapp geschlagene Latvala im Ziel.

Östbergs Schlussattacke gegen Hirvonen kam ebenfalls zu spät. Der Ford-Privatier aus Norwegen musste sich sowohl beim Saisonfinale als auch in der Jahresendwertung mit Rang vier zufriedengeben. "Es war eine fantastische Saison, aber nach einem so tollen Wochenende Rang drei in der Weltmeisterschaft noch zu verlieren, ist bitter", sagte der Sieger der Rallye Portugal und anfängliche Spitzenreiter der Rallye Spanien.

Craig Breen gewinnt S-WRC-Titel

In der S-WRC-Wertung ließ Craig Breen (Ford Fiesta S2000) nichts mehr anbrennen. Der Ire, der mit zwei Punkten Vorsprung auf Per-Gunnar Andersson (Proton Satria Neo S2000) in die Rallye Spanien gegangen war, behauptete sich auch auf den letzten drei Prüfungen vor dem Schweden und brachte damit ein Jahr nach dem Gewinn des WRC-Akademie-Titels den S-WRC-Titel unter Dach und Fach.

Im Endergebnis der Rallye belegte Breen den starken sechsten Platz und dachte in der Stunde seines bisher größten Triumphs als Rallye-Fahrer an seinen am 16. Juni dieses Jahres auf Sardinien tödlich verunglückten Beifahrer Gareth Roberts. "Das ist unglaublich. Ich hatte zwischenzeitlich Zweifel, ob ich meine Rallye-Karriere überhaupt fortsetzen sollte. Ohne Gareth hätte ich es nicht hierher geschafft. Für mich ist ein Traum wahr geworden." Breens aktueller Beifahrer Paul Nagle war genau wie der neue S-WRC-Champion selbst den Tränen nahe.

In der P-WRC-Wertung holte sich der Mexikaner Benito Guerra (Mitsubishi Lancer Evo X) den Titel.

Endergebnis nach 18 von 18 Prüfungen (Top 10):

01. Sebastien Loeb (Citroen) 4:14:29.1 Stunden
02. Jari-Matti Latvala (Ford) +7.0 Sekunden
03. Mikko Hirvonen (Citroen) +1:46.8 Minuten
04. Mads Östberg (Ford) +1:56.4
05. Jarkko Nikara (MINI) +16:07.9
06. Craig Breen (Ford) +18:10.4
07. Chris Atkinson (MINI) +19:14.7
08. Per-Gunnar Andersson (Proton) +20:16.1
09. Dani Sordo (MINI) +25:40.6
10. Jewgeni Nowikow (Ford) +25:46.4

Fotoquelle: xpbimages.com



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