Rallye 2012

— 12.11.2012

Breen: "Glücklich und traurig zugleich"

Der Ire krönte sich mit seinem Spanien-Sieg in der S2000-Kategorie zum Weltmeister, seine Gedanken sind jedoch bei seinem verstorbenen Co-Piloten



Es ist ein Märchen, allerdings ohne richtiges Happy-End: Craig Breen krönte sich mit nur 22 Jahren nach seinem Sieg im WRC-Academy-Cup in Spanien zum S2000-Weltmeister. Damit machte der Ire ein nicht für mögliches gehaltenes Comeback perfekt, nachdem er im Sommer auf Sizilien einen Unfall hatte, an dessen Folge Beifahrer Gareth Roberts starb. In der FIA-PK spricht er über seine Gefühle und bekommt von seinem neuen Co-Piloten Paul Nagle ein dickes Kompliment.

Frage: "Craig, ein fantastisches Resultat und das, was du dir vorgenommen hattest. Wie fühlt es sich an?"
Craig Breen: "Gut. Aber ich denke, ich habe mich damit in eine Position gebracht, in der ich tief fallen kann. Ich muss im kommenden Jahr dranbleiben. Es ist schon unglaublich, denn es war ein emotionales und fürchterliches Jahr für mich in so vielen Bereichen. Ohne genauer darauf einzugehen, ist es einfach nicht zu fassen, dass ich nach Spanien gekommen bin und gewonnen habe. Es mag eine Meisterschaft im Rahmenprogramm sein, aber es ist ein WM-Titel. Ich fühle mich geehrt und bin ganz aus dem Häuschen."

Druck vom "verrückten Schweden"

Frage: "Wie ist es verglichen mit dem Druck, der auf dir lastete, als du im vergangenen Jahr den WRC-Academy-Cup gewonnen hast?"
Breen: "Ich war bis zu Shakedown zuversichtlich, aber als das Wetter einen Umschwung erlebte, änderten sich die Vorzeichen. Ich wollte eigentlich am Freitag Druck machen, um vor Per-Gunnar Andersson zu bleiben. Aber unter diesen Bedingungen hat dieser verrückte Schwede jedes Risiko auf sich genommen und lag vorne. Zu seinem Unglück hat sich dieser Poker aber nicht ausbezahlt und wir sind in Führung gegangen. Am Mittag und am Abend haben wir unsere Strategie geändert."

Frage: "Sechs Siege auf Wertungsprüfungen am Sonntag - das war ein langer Tag."
Breen: "Und ob. Ich denke sogar, dass es im vergangenen Jahr einfacher war. Ich konnte nichts anderes tun als Vollgas zu geben. In diesem Jahr dachte ich: 'Bin ich zu langsam? Holt er mich ein? Bekomme ich Temperatur in die Reifen?'. Ich habe jedes Rappeln im Auto gehört und jedes Mal, wenn im Wagen irgendetwas blinkte, habe ich fast einen Herzinfarkt bekommen. Am Ende wurde ich dann sofort von meinen Emotionen überwältigt."

Reife demonstriert

Frage: "Hat dir Paul geholfen, die Ruhe zu bewahren?"
Breen: "Die Resultate sprachen für sich. Er hat einen unglaublichen Job gemacht. Mitten in der Saison zu einem Team zu stoßen ist schwierig genug, aber unter diesen Bedingungen ist es sogar noch komplizierter. Er hat nie etwas infrage gestellt, er hat mich geformt und die Situation verbessert. Es braucht jemanden, der besonders ist, um den Retter zu geben. Ich kann ihm nur ein ganz, ganz großes Kompliment aussprechen."

Frage: "Paul, Craig sagt, die Resultate würden für sich sprechen. Wie siehst du das?"
Paul Nagle: "Es war brillant. Wäre ich gierig, würde ich sagen, wir hätten vier Mal in Folge gewinnen müssen. Aber wir wussten, dass wir es schaffen könnten, wenn wir drei Mal in Serie siegen würden. Das Glück war auf unserer Seite, aber Craig hat Reife demonstriert. Er ist noch ein junger Kerl und die Bedingungen am Freitag waren der Horror. Ein Jungspund muss da beweisen, dass er es langsam angehen lassen kann."

Langsam dank dem Co-Piloten

"Im Auto hat er gesagt: 'Ich kann nicht mehr tun.' Wir hätten definitiv nicht schneller fahren können. Als wir durch eine Kurven fuhren, waren da vier Autos an der gleichen Stelle abgeflogen. Der Freitag war der Schlüsselmoment der Rallye und wir haben uns schadlos gehalten. Mit einer Führung von vier Minuten im Rücken haben wir zwei Tage damit verbracht, das zu verwalten. Viele Fahrer könnten das nicht, egal, wie alt sie sind."

Frage: "Hast du beobachtet, wie Craigs Zuversicht zurückgekehrt ist?"
Nagle: "Das war gut. Beim Shakedown in Finnland waren wir die Schnellsten und dann ging es los. Vielleicht hat ihm meine Erfahrung dabei geholfen, an bestimmten Stellen langsam zu machen. Es war fantastisch. Wir sind ein Familienbetrieb, aber wir haben es mit Skoda, Proton und Volkswagen aufgenommen. Es war ein Privileg, mit Craig zu arbeiten. Das Team war fantastisch und hat sogar einen Wechsel der kompletten Aufhängung in der Nacht von Freitag auf Samstag hinbekommen."

Breen würde für Roberts "alles hergeben"

Frage: "Craig, wie ist deine Gefühlslage?"
Breen: "Es sind gemischte Gefühle. Im vergangenen Jahr war ich deutlich glücklicher und ich würde alles opfern, um meine recht Hand (Gareth Roberts, Anm. d. Red.) zurückzubekommen. Ich würde dafür alles geben. Aber dann ist es auch wieder ein gutes Gefühl. Es ist ein Traum, ein kühner Traum, den wir beide hatten. Dass ich und Paul ihn haben wahr werden lassen, macht mich so stolz. Es zeigt mir, dass er jeden Schritt mit mir geht."

"Bei meiner Rückkehr kam mir das unwirklich vor, aber mit jeder Rallye hat es sich entwickelt. Ich fühle mich glücklich und traurig zugleich. Beruflich betrachtet habe ich einen WM-Titel gewonnen, ich kann ihn nehmen und damit zu einem Sponsor gehen. Ich habe im Moment kein Budget, also muss ich mich im Winter auf die Hinterbeine stellen. Mein Gott, dieser Traum ist noch lange nicht vorbei. Es ist erst die zweite Sprosse der Leiter. Es gibt noch einige zu erklimmen, bis wir ganz oben sind."

Fotoquelle: xpbimages.com

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