Jari-Matti Latvala war am Abend klar der Schnellste

Rallye 2013

— 21.06.2013

WP7-8: Latvala gewinnt Nachtprüfung

Jari-Matti Latvala gewinnt die Abendprüfungen - Sein Volkswagen-Teamkollege Sebastien Ogier verwaltet die Führung in Italien - Östberg durch Überschlag raus

Die erste Etappe der Rallye Italien wurde mit einer Abendprüfung abgeschlossen, die zweimal absolviert wurde. Jari-Matti Latvala (Volkswagen) sicherte sich beide Bestzeiten und kletterte in der Gesamtwertung auf den fünften Platz. Schon in der ersten Prüfung des Tages hatte der Finne durch einen Reifenschaden zwei Minuten verloren. Sein Teamkollege Sebastien Ogier verwaltete am Abend seine Gesamtführung. Der Franzose hat für die zweite und abschließende Etappe am Samstag einen Vorsprung von 46,6 Sekunden.

Spannend ging es im Kampf um die restlichen Podestplätze zu. Citroen-Werksfahrer Mikko Hirvonen verteidigte am Abend Platz zwei gegen den heranstürmenden Thierry Neuville (Ford). Dieser hatte sich am Nachmittag mit zwei Bestzeiten in Szene gesetzt und die Lücke auf Hirvonen bis auf 3,1 Sekunden zugefahren. Nicht mehr dabei ist sein M-Sport-Teamkollege Mads Östberg: Kurz nach dem Start von WP8 überschlug sich der Norweger und schied aus.

Langsam ging die Sonne über der Mittelmeerinsel Sardinien unter, als sich die Rallye-Asse zum ersten Mal den 13,55 Kilometern von "Gallura" stellten. Ein wahres Feuerwerk brannte Latvala ab. Der Finne war um 10,9 Sekunden schneller als sein Teamkollege Ogier. Im Ziel strahlte er über das ganze Gesicht: "Ich bin schon im Jahr 2003 hier gefahren. Ich habe ein tolles Gefühl. Es sollte noch mehr solche harten Prüfungen geben, sie sind für mich gemacht. Wir haben immer noch Chancen", glaubt Latvala noch an ein starkes Ergebnis.

Mit der zweitbesten Zeit vergrößerte Ogier seinen Vorsprung auf Hirvonen auf 44,1 Sekunden. "Es ist alles okay, nichts Besonderes", meint der Franzose locker. "Die Straße ist härter als die anderen, weshalb ich es vorsichtig angegangen bin. Es standen sehr viele Leute am Straßenrand. Hoffentlich sind es bei der zweiten Durchfahrt weniger, oder es könnte Probleme geben."

Dahinter tobte der enge Vierkampf weiter. Hirvonen markierte die drittschnellste Zeit und hielt Neuville in der Gesamtwertung um 6,2 Sekunden auf Distanz. "Es war okay. Wir haben einen schönen Kampf mit Mads und Neuville", meint Hirvonen, der trotz der sich ankündigenden Niederlage gegen Ogier Freude hat. Neuville ging in dieser Prüfung kein Risko ein. "Ich habe auf das Auto aufgepasst, denn es lagen viele große Steine herum. Der Staub wird in der Nacht ein größeres Problem werden."

Neuville musste sich in WP7 um eine Sekunde Östberg geschlagen geben, der in der Gesamtwertung 6,2 Sekunden hinter Neuville lag. Östberg war diesmal besser gelaunt, denn sein Fiesta übersteuerte nicht mehr so stark "Es war recht okay. Zu Beginn bin ich nicht so gut gefahren. Das Auto war durch die Veränderungen besser. In der zweiten Hälfte griff ich mehr an. Wir änderten nur die hinteren Federn", erläutert der Norweger. "Das machte einen Unterschied und jetzt bin ich mit dem Auto zufrieden."

Dani Sordo (Citroen) war der Langsamste dieses Quartetts, doch er mischte als Fünfter in der Gesamtwertung weiterhin mit. Nach WP7 lag der Spanier lediglich 9,8 Sekunden hinter Östberg zurück. "Es ist eine schöne Prüfung, aber schwierig. Der erste Abschnitt ist sehr knifflig und am Ende waren die Straßen sehr eng und kurvig. Sie ist schön, aber sehr knifflig." Hinter Sordo hielt Andreas Mikkelsen (Volkswagen) den sechsten Platz, aber Latvala stürmte heran und lag nur noch 14,2 Sekunden zurück. Auf den weiteren Plätzen in den Top 10 gab es keine Veränderungen.

WP8: Überschlag von Östberg

Nach einem kurzen Regrouping wurde "Gallura" ein zweites Mal absolviert. Zum in der Luft stehenden Staub kam nun auch die Dunkelheit und das Licht der Scheinwerfer hinzu. Im Intervall von zwei Minuten wurden die Autos auf die Strecke geschickt. Bei den Reifen hatten alle Fahrer vier harte Mischungen aufgezogen und einen harten Ersatzreifen im Kofferraum. Gleich nach dem Start spielte sich ein Drama ab: Östberg überschlug sich noch vor der ersten Zwischenzeit und war draußen. Er und sein Co-Pilot Jonas Andersson blieben unverletzt.

Dadurch kämpften nur noch zwei Fahrer um den zweiten Platz: Neuville war um 3,1 Sekunden schneller als Hirvonen und verkürzte den Rückstand auf ebenfalls 3,1 Sekunden. "Es war ein sehr guter Tag, alles ist abgesehen von einem kleinen Dreher in der Früh sehr gut gelaufen", freut sich Neuville. "Mein Auto war fantastisch. Ich sollte mit dem dritten Platz zufrieden sein, aber ein zweiter Platz wäre schön. Morgen ist ein langer Tag und es können noch viele Probleme auftreten." Hirvonen behauptete nur knapp seinen zweiten Platz.

Sordo verbesserte sich durch den Östberg-Ausfall auf Position vier, allerdings ist sein Rückstand auf den drittplatzierten Neuville schon auf eine halbe Minute angewachsen. "Zu Beginn dachte ich, dass es nicht schön werden würde, aber wir haben jetzt sehr gute Lichter", meint der Spanier über die Nachtprüfung."Das hat geholfen, wodurch es schön zu fahren war. Mein Tag war okay. Es ist nie gut, weil man immer mehr will. Meine Position ist nicht so gut und wir müssen uns noch etwas verbessern. Wir können morgen noch um das Podium kämpfen."

Die Bestzeit in WP8 ging erneut an Latvala. In der Gesamtwertung verbesserte sich der Finne auf Rang fünf und liegt nur noch 24,6 Sekunden hinter Sordo zurück. Ogier markierte die drittschnellste Zeit und verwaltete souverän seine Gesamtführung. "Es war ein sehr guter Tag, aber wir sind erst bei Halbzeit der Rallye. Ich bin mit der Motivation zu gewinnen hierhergekommen, denn ich habe jetzt zwei Rallyes nicht gewonnen. Ich bin jetzt kein Risiko eingegangen, sondern wollte nur den Tag beenden." Sein Vorsprung auf Hirvonen beträgt 46,6 Sekunden.

Mikkelsen übernachtet als Sechster, gefolgt vom privaten Ford-Trio Martin Prokop, Michal Kosciuszko, Elfyn Efans und WRC2-Leader Robert Kubica (Citroen DS3 RRC). Am Samstag wartet auf die Rallye-Asse der zweite und letzte Tag. Weitere acht Prüfungen stehen auf dem Programm, bis der Sieger feststeht.

Fotoquelle: Volkswagen

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