Donatus Wichelhaus ist der "Vater" des Motors im Volkswagen Polo R WRC

Rallye 2013

— 29.07.2013

Volkswagen-Motorenentwickler im Interview

Donatus Wichelhaus, Chef der Motorenentwicklung bei Volkswagen-Motorsport, spricht über das die Entwicklung des Polo-Aggregats

An den Motor eines World-Rally-Car werden unterschiedlichste Anforderungen gestellt. Dennoch verblieben den Ingenieuren an der Strecke nur wenige Anpassungsmöglichkeiten. Donatus Wichelhaus, Leiter der Motorenentwicklung von Volkswagen-Motorsport erklärt im Kurz-Interview, wie er und seiner Kollegen die Aggregate des Polo R WRC auf die jeweiligen Herausforderungen anpassen. Darüber hinaus spricht der Ingenieur über ein Entwicklung des Motors und die Zusammenarbeit mit der Seriensparte von Volkswagen.

Frage: "Es gibt in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) unterschiedliche Extremsituationen für einen Motor. In Mexiko war das die Höhenluft, in Griechenland war das Drehmoment ein Schlüsselfaktor und in Finnland wird es der Top-Speed sein. Welche Freiheiten bleiben den Ingenieuren bei der Anpassung des Motors?"
Donatus Wichelhaus: "Der Motor ist homologiert und als sogenanntes Masterpart bei der FIA hinterlegt. Das heißt, dass alle Maßnahmen, die beispielsweise den Drehmomentverlauf beeinflussen würden - etwa andere Steuerzeiten oder ein anderer Aufbau - gar nicht möglich sind."

"Der Motor bleibt also bei allen Rallyes vom physischen Aufbau absolut identisch. Man darf allerdings das Motor-Mapping an die Wetterverhältnisse anpassen. Das sind Kleinigkeiten, die oftmals allein während des Shakedowns geschehen. Daran wird dann nichts mehr geändert."

Frage: "Sie gelten als der Vater des Rallye-WM-Motors von Volkswagen, der wie das Team bereits in seinem Debütjahr große Erfolge vorzuweisen hat. Worauf sind Sie besonders stolz?"
Wichelhaus: "Das gesamte Team, das diesen Motor entwickelt hat, darf auf sich stolz sein. In der Motorsport-Szene wird sehr respektvoll vom Volkswagen-Motor gesprochen. Das zeigt, dass wir sowohl in der Vorbereitung als auch in der ersten Saisonhälfte eine gute Arbeit abgeliefert haben."

"Auch die Fahrer haben uns diesbezüglich positives Feedback gegeben. Wir haben in der Motorentwicklung als kleines Team im Team innerhalb kürzester Zeit mit viel Engagement und Leidenschaft einen sehr wettbewerbsfähigen Motor entwickelt. Vor der 'Monte' im Januar ging in unserer Abteilung das Licht immer sehr spät aus. Auf diesen Mannschaftsgeist bin ich ungeheuer stolz."

Frage: "Sie haben in der Entwicklung des Motors auch auf die Ressourcen in Wolfsburg zurückgegriffen, wo die Motoren für die Serienfahrzeuge entstehen. Wie wertvoll war es, dieses Wissen zusätzlich anzuzapfen?"
Wichelhaus: "Es war äußerst hilfreich, dass wir die zahlreichen Entwicklungstools von den Kollegen aus Wolfsburg nutzen durften."

"Die Serienerfahrung aus Wolfsburg, wie zum Beispiel beim Thema Downsizing, ist unserer eigenen Entwicklung für den Motorsport zugute gekommen. Das hat in der Summe zu der hohen Qualität des Motors geführt. Im Gegenzug stellen wir alle gewonnenen Erkenntnisse der Motorsport-Abteilung unseren Kollegen in Wolfsburg zur Verfügung. So ist in den vergangenen Jahren ein sehr guter Austausch in beide Richtungen entstanden."

Fotoquelle: Volkswagen

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