Durch den Ausfall von Sebastien Ogier ist die WM-Entscheidung vertagt

Rallye 2013

— 23.08.2013

WP3-5: Ogier raus, Neuville erhöht Druck auf Latvala

Sebastien Ogier scheidet in Deutschland in der vierten Prüfung aus - Jari-Matti Latvala übernimmt die Führung - Thierry Neuville stellt drei Bestzeiten auf

Am Vormittag der zweiten Etappe überschlugen sich die Ereignisse bei der Rallye Deutschland. Sebastien Ogier kam in der dritten Prüfung von der Strecke ab und beschädigte die Vorderradaufhängung seines Volkswagen Polo R WRC. Der Franzose versuchte die Schäden zu beheben, doch in WP4 blieb der Bolide stehen. Ogier war ausgeschieden, wird am Samstag aber unter Rallye2-Regel wieder an den Start gehen. Die Führung der Rallye übernahm sein Teamkollege Jari-Matti Latvala. Der Finne kam allerdings unter Druck von Thierry Neuville (Ford).

Der Belgier stellte in allen drei Vormittagsprüfungen die Bestzeit auf und verkürzte seinen Rückstand auf Latvala auf 2,4 Sekunden. Auch Citroen hielt den Anschluss und hat nach fünf Prüfungen Chancen auf den Sieg. Dani Sordo fuhr zu Mittag als Dritter in den Service-Park. Sein Rückstand auf Latvala betrug 15,1 Sekunden. Auch sein Teamkollege Mikko Hirvonen fand am Vormittag sein Tempo und liegt als Vierter knapp eine halbe Minute zurück. Am Vormittag spielte auch das Wetter eine Rolle, denn vereinzelt fing es leicht zu regnen an, wodurch auch die Reifenwahl wichtig war.

Bereits in der ersten Wertungsprüfung des Tages nahm die Rallye eine dramatische Wendung. Ogier kam zu Beginn der 22,95 Kilometer langen "Mittelmosel"-Strecke von der Straße ab und beschädigte sich die Radaufhängung vorne links. "Ich habe einen Bremspunkt verpasst. Er war nicht im Aufschrieb vermerkt. Ich kam in einen Weingarten und traf etwas. Dabei beschädigte ich mir die Aufhängung", berichtet Ogier das Missgeschick. Der Franzose schleppte seinen Polo über 18 Kilometer ins Ziel. Der Zeitverlust betrug 2:30 Minuten.

Auf der Verbindungsetappe zu WP4 versuchten Ogier und sein Co-Pilot Julien Ingrassia den Schaden zu beheben, doch im Laufe der vierten Prüfung blieb das Auto stehen. Damit war klar, dass Ogier in Deutschland noch nicht Weltmeister werden kann. In die Presche sprang sein Teamkollege Latvala. Er war in WP3 zwar um 1,2 Sekunden langsamer als Neuville, doch der Finne übernahm die Führung.

Neuville rückte mit der Bestzeit auf Rang zwei und kam Latvala bis auf 5,8 Sekunden nahe. Citroen-Pilot Sordo übernahm Platz drei. Sein Rückstand auf die Spitze betrug nach WP3 15,4 Sekunden. Auch sein Teamkollege Hirvonen war als Vierter mit einem Rückstand von 23,7 Sekunden noch bei der Musik. Glück im Unglück hatte Mads Östberg (Ford). Nach fünf Kilometern brach der Norweger das linke Hinterrad, konnte sich aber ins Ziel schleppen. Östberg hielt den Schaden in Grenzen, lag nach WP3 auf Platz fünf und es fehlten 41,5 Sekunden auf Latvala.

Die Reifenwahl war am Vormittag interessant. Die Straße war allerdings zu 95 Prozent trocken. Ogier, Latvala, Sordo und Östberg hatten sich für vier harte und zwei weiche Reifen entschieden. Hirvonen und Neuville hatten fünf harte Reifen mitgenommen. Nowikow und Al-Attiyah waren mit vier weichen Reifen und einem harten Ersatzreifen unterwegs. Nach den Dramen auf der ersten Prüfung des Tages, ging es in WP4 ruhiger zu.

Neuville der schnellste Fahrer

Die "Moselland"-Strecke ging über 22,79 Kilometer und es bestätigte sich der Trend von WP3. Nachdem Ogier endgültig stehengeblieben war, fuhr Neuville erneut die Bestzeit. Der Belgier war um zwei Zehntelsekunden schneller als Neuville und um 1,4 Sekunden schneller als Latvala. Damit verkürzte Neuville den Vorsprung des Finnen auf 4,4 Sekunden. "Ich glaube, dass seine Aufhängung gebrochen ist. Ich war etwas überrascht, als ich sein Auto mitten auf der Straße gesehen habe", sagt Neuville über den gestrandeten Ogier.

"Deshalb habe ich etwas zu viel verlangsamt. Ich muss aber noch das richtige Gefühl für das Auto finden." Dennoch war der M-Sport-Pilot auf Kurs. Latvala behauptete zwar seine Führung, doch er war nicht restlos zufrieden. "Ich hatte etwas Untersteuern. Ganz zufrieden bin ich mit dem Auto nicht. Wir müssen die Abstimmung modifizieren." Die Spitze schob sich nach WP4 zusammen, denn Sordo verkürzte seinen Rückstand auf 14,2 Sekunden.

"Es war okay, aber ich hatte starkes Untersteuern. Ich gebe mein Bestes, aber es ist schwierig gegen Neuville zu kämpfen", merkt der Spanier an. Auch Hirvonen hielt als Vierter noch den Anschluss, denn sein Rückstand betrug 25,6 Sekunden. Dagegen gab Östberg die Hoffnungen auf das Podium auf. Nach WP4 lag der Norweger schon über eine Minute zurück. "Ich habe die Reifen gewechselt. Es war jetzt komplett trocken. Das Auto fühlt sich etwas anders an, wenn man einen Reifenmix fährt", erläutert Östberg. "Ich habe auch hier nicht den Rhythmus gefunden, es ist aber noch ein langer Weg."

Citroen bleibt in Schlagdistanz

Die Vormittagsschleife wurde mit der fünften Wertungsprüfung "Grafschaft" abgeschlossen, deren Länge 19,94 Kilometer betrug. Neuville setzte seine starke Fahrt fort und holte sich die dritte Bestzeit in Folge. "Es war eine gute Prüfung. An manchen Stellen war der Asphalt etwas rutschig, wodurch ich etwas Zeit verloren habe. Ich habe aber den Rhythmus wiedergefunden. Im Moment ist der Aufschrieb etwas langsam, weshalb ich etwas schneller in die Kurven fahren muss", bewertet der Belgier seine Fahrt. Latvala war um zwei Sekunden langsamer, wodurch Neuville den Rückstand in der Gesamtwertung auf 2,4 Sekunden verkürzte.

Auch Citroen nahm Tempo auf. Sordo war lediglich um 2,9 Sekunden langsamer und Hirvonen um 4,7. Trotzdem war der Spanier nicht ganz zufrieden: "Ich habe weiche Reifen montiert, weil wir geglaubt haben, dass es stärker regnen würde. Das war aber nicht der Fall, wodurch wir Zeit verloren haben." Hirvonen war dagegen glücklich, weil er das Tempo gefunden hat. "Ich bin recht zufrieden. In dieser Prüfung wurde es etwas feuchter. Mit meiner Pace bin ich im Moment sehr zufrieden", so der Finne. Citroen hielt sich damit in Schlagdistanz.

Östberg behauptete seinen fünften Rang, liegt mit 1:20 Minuten Rückstand aber bereits zurück. Dahinter folgen Martin Prokop (Ford), Nasser Al-Attiyah (Ford), Robert Kubica (Citroen DS3 RRC), Elfyn Evans (Ford Fiesta R5) und Michal Kosciuszko (Ford), der über Rückenprobleme klagte. In der WRC2 führt demnach weiterhin Kubica. "Es war okay. Es gab aber einen brenzligen Moment."

Dadurch holte Evans in WP5 etwas Zeit auf den Polen auf. Es herrscht weiterhin ein Zweikampf in der zweiten Klasse, denn Evans liegt nach fünf Prüfungen nur 8,3 Sekunden zurück. "Es war eine saubere Fahrt, nicht spektakulär. Am Ende habe ich viel Zeit verloren. Es ist meine erste Rallye mit diesem Auto. Ich genieße es", so das Nachwuchstalent. Dagegen hatte Sepp Wiegand (Skoda Fabia S2000) am Vormittag mehrere Schwierigkeiten.

"Es war sehr schwierig, weil es Probleme mit dem Intercom gibt", so der Deutsche. "Das Motorgeräusch ist sehr laut, weshalb ich die Ansagen kaum verstehe. Das Auto ist auch etwas zu weich abgestimmt. Ich hoffe wir können die Probleme lösen." Wiegand verteidigte Platz drei in der WRC2, sein Rückstand ist allerdings auf knapp über eine Minute angewachsen. Am Nachmittag werden diese drei Prüfungen erneut absolviert.

Gesamtwertung nach 5 von 16 Prüfungen (Top 10):
01. Jari-Matti Latvala (Volkswagen) - 59:12,6 Minuten
02. Thierry Neuville (Ford) +2,4 Sekunden
03. Dani Sordo (Citroen) +15,1
04. Mikko Hirvonen (Citroen) +28,3
05. Mads Östberg (Ford) +1:20,3
06. Martin Prokop (Ford) +2:45,3
07. Nasser Al-Attiyah (Ford) +2:55,1
08. Robert Kubica (Citroen) +3:17,8
09. Elfyn Evans (Ford) +3:26,1
10. Michal Kosciuszko (Ford) +3:42,7

Fotoquelle: Volkswagen

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