Sebastien Ogier ist nach dem Sieg in Australien (fast) am Ziel seiner Träume

Rallye 2013

— 15.09.2013

Ogier siegt in Australien - WM-Entscheidung vertagt

Sebastien Ogier gewinnt die Rallye Australien, doch durch den zweiten Platz von Thierry Neuville fällt die Meisterschaftsentscheidung erst in Frankreich

Fünf Bestzeiten am Sonntag, Siege bei 19 von 22 Wertungsprüfungen (WP) und drei Zusatzpunkte auf der Power-Stage: Volkswagen-Pilot Sebastien Ogier tat bei Rallye Australien alles, um sich vorzeitig den Fahrertitel in der Rallye-Weltmeisterschaft zu sichern. Doch dann ließ Thierry Neuville (Ford) in letzter Sekunde die WM-Party des Franzose platzen. Nachdem Mikko Hirvonen (Citroen) auf der 22. und letzten WP einen Reifenschaden erlitt, überholte Neuville den Finnen und beendete die Rallye auf Gesamtrang zwei.

Da Neuville auch auf der Power-Stage Zweiter wurde und somit zwei Zusatzpunkte gewann, ist die WM-Entscheidung bis zur Rallye Frankreich vertagt. Ogier hat nach seinem sechsten Saisonsieg drei Rallyes vor dem Saisonende 212 Zähler auf seinem Konto, Neuville 129: Ein Unterschied von 83 Punkten. Zu vergeben sind bei den letzten drei Rallyes jedoch noch insgesamt 84 Zähler. Damit benötigt Ogier nur noch einen einzigen Punkt und wird sich aller Wahrscheinlichkeit bei seinem Heimspiel (3. bis 6. Oktober) zum Weltmeister krönen.

"Wir haben unseren Job gemacht und sind eine weitere perfekte Rallye gefahren", sagt Ogier im Ziel der Rallye zu 'WRC live'. Und mit Blick auf die WM-Entscheidung: "Es wird bald passieren." Mit seiner Vorstellung bei der Rallye Australien hatte der Volkswagen-Pilot jedoch keinen Zweifel daran gelassen, wer der beste Rallye-Pilot dieser Saison ist.

Hirvonens Pech hält die WM (theoretisch) offen

Gleich zum Auftakt des Sonntags gelang Hirvonen aus WP 17 der Sieg, allerdings gerade einmal um die Winzigkeit von 0,1 Sekunden vor Ogier. Damit verhinderte der Finne aber zumindest einen Durchmarsch von Volkswagen, die sonst alle anderen Prüfungen der Rallye Australien gewannen. Dies ist umso beachtlicher, da die Rallye für das Team völliges Neuland war. 2012, als sich Volkswagen mit Einsätzen des Skoda Fabia S2000 auf das Debüt des Polo R WRC vorbereitet hatte, war die Rallye Australien nicht Teil des WM-Kalenders.

Anschließend übernahm Ogier wieder die Kontrolle über die Rallye und baute mit Siegen bei den WP 18 bis 21 seine Führung auf über eine Minute aus und stand kurz vor dem Gewinn das Fahrertitels. Wären Hirvonen auf Rang zwei und Neuville auf Rang drei ins Ziel gekommen, hätte Ogier die drei Zusatzpunkte der Power-Stage ausgereicht um vorzeitig den Titel einzufahren. Doch es kam anders.

Hirvonen verlor ab der vierten Zwischenzeit massiv Zeit und war im Ziel 55,2 Sekunden langsamer als Neuville. Damit verlor der Citroen-Pilot auch Rang zwei an den Belgier. Damit stand fest, dass Ogier nicht mehr vorzeitig Weltmeister werden kann. Der Grund für Hirvonens Zeitverlust war schnell gefunden: Ein Plattfuß hinten links. Über die Ursache rätselte der Finne, der die vorherigen drei Ausgaben der Rallye Australien gewonnen hatte, allerdings: "Ich habe keine Ahnung was passiert ist. Ich bin immer in der Mitte der Straße gefahren und habe nichts getroffen."

Meeke vergibt die Bewährungschance

Mit Platz zwei baute Neuville seine beeindruckende Serie von Podiumsplatzierungen aus und etabliert sich endgültig als zweite Kraft in der Rallye-WM. Seit der Rallye Griechenland stand der 25-Jährige fünf Mal in Folge auf dem Podest. "Super Wochenende für uns, es ist alles sehr gut gelaufen", sagt Neuville, der zum ersten Mal bei der Rallye Australien am Start war und sich nach verhaltenem Auftakt am Freitag kontinuierlich gesteigert hatte.

Auf Rang vier kam Latvala ins Ziel. Der Finne verlor wegen eines Reifenschadens auf der Power-Stage über eine Minute auf die Zeit seines Teamkollegen, verteidigte aber Gesamtrang vier vor Ford-Pilot Mads Östberg. Als Sechster rundete Mikkelsen das gute Mannschaftsergebnis von Volkswagen ab. Jewgeni Nowikow (Ford), Nathan Quinn (Mini) und Khalid Al-Qassimi (Citroen) folgen auf den Gesamtpositionen sieben bis neun.

Ein weiteres Drama erlebte am Sonntag Kris Meeke (Citroen). Der Nordire war nach seinem Überschlag vom Samstag heute wieder unter Rally2-Regel wieder an der Start gegangen und wollte bei seinem zweiten Einsatz für Citroen noch einige Herstellerpunkte für die Franzosen gewinnen. Doch das Ziel der Power-Stage erreichte Meekes DS3 WRC mit herausgerissenem linken Hinterrad. Da die Weiterfahrt in den Service-Park, wo die Rallye offiziell beendet wird, mit drei Rädern nicht erlaubt ist, wird Meeke als Ausfall gewertet.

In der WRC2 ging der Sieg in Abwesenheit des Gesamtführenden Robert Kubica an Abdulaziz Al-Kuwari (Ford Fiesta RRC), der in der Gesamtwertung Zehnter wurde. Der Mann aus Katar hatte im Ziel einen Vorsprung von 1:13,4 Minuten auf Juri Protasow (Ford Fiesta R5), Dritter der WRC2 wurde Yazeed Al-Rajhi (Ford Fiesta RRC). Die WRC3 und die Junior-WRC waren in Australien nicht am Start.

Fotoquelle: Volkswagen

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