Sebastien Ogier wird seine Titelparty dann wohl in Frankreich starten

Rallye 2013

— 15.09.2013

Ogier: Verlängerung im Titelkampf bringt "leichten Frust"

Sebastien Ogier und Julien Ingrassa bleibt der Jubelschrei im Halse stecken: Mit riesigem Vorsprung und Angriffslust zum Heimspiel nach Frankreich

Die WM-Party von Sebastien Ogier und Julien Ingrassa wird nicht in Australien stattfinden, sondern - vielleicht auch ganz praktisch - vermutlich beim kommenden Heimspiel in Frankreich. Das erfolgreiche Duo von Volkswagen hat am Wochenende die Rallye Australien gewonnen, den Vorsprung in der Gesamtwertung auf 83 Punkte ausgebaut. Aber: zumindest theoretisch hat Ford-Pilot Thierry Neuville nach seinem zweiten Platz "Down Under" noch Titelchancen.

"Das Gefühl ist schwierig zu beschreiben", fasst Volkswagen Motorsportchef Jost Capito nach dem erfolgreichen Auftritt in Australien zusammen. Ogier/Ingrassa lagen während der Rallye eindeutig auf Titelkurs, erst kurz vor dem Ende veränderte sich das Bild noch einmal. "Wenn man in die letzte Prüfung startet, dann ist viel Druck vorhanden. Es kann auf den letzten Kilometern noch alles schiefgehen. Das ist Jari-Matti passiert, auch Mikko ist es so ergangen. Sebastien hat eine gute Zeit vorgelegt, war auf Titelkurs, weil Mikka immer noch Zweiter war. Aber dann hat sich dies verändert."

"Unser Vorsprung in der Herstellerwertung ist dadurch angewachsen, aber für Sebastien und Julien ist es natürlich nicht so schön. Sie haben einen tollen Job gemacht, wir alle sind stolz auf die beiden", sagt Capito. Die beiden Protagonisten im VW Polo WRC mit der Startnummer 8 waren in Australien himmelhochjauchzend, am Ende aber fast zu Tode betrübt. "Wir beenden die letzte Prüfung, schütteln uns die Hände und dann kommt der Funkspruch vom Team", so Copilot Julien Ingrassa.

"So etwas kann passieren. Jetzt nehmen wir es eben in Frankreich in Angriff. Der Druck liegt eher bei den anderen Fahrern. Bei unserem Heimspiel wird das eine richtige große Nummer", freut sich der zuverlässige Partner von Starpilot Sebastien Ogier. "Es ist schon ein seltsames Gefühl, wenn man am Ende im Funk zu hören bekommt, dass man zwar die Rallye gewonnen hat, aber man noch auf den Gewinn des Titels warten muss", fasst Ogier zusammen.

Punktepolster in Herstellerwertung: Freie Fahrt für Ogier

"Es war klar, dass so etwas passieren kann. Selbst bei maximaler Punktausbeute und dem Gewinn der Power-Stage war uns bewusst, dass Thierry Zweiter werden kann. Genau so ist es passiert. Wenn man am gesamten Wochenende schon virtuell Champion ist, dann am Ende aber nicht, dann ist das etwas frustrierend", gibt der Franzose nach seiner starken Fahrt offen zu.

"Es war ein besonderer Tag. Ich war lange Zeit ganz entspannt, aber vor der letzten Schleife wurde ich etwas nervös. Ich habe mir über alles mögliche Gedanken gemacht. Ich musste meinem Gehirn einen Reset verpassen, um den Job am Nachmittag möglichst gut abliefern zu können", sagt Ogier. "Ich hatte das gesamte Wochenende ein gutes Gefühl, mein Polo war perfekt und ich habe fast alle Wertungsprüfungen gewonnen."

"Natürlich gibt es leichten Frust, wenn man sich noch nicht Champion nennen darf. Aber wir sind ganz nahe dran. Außerdem haben wir in der Herstellerwertung gute Arbeit geleistet. Volkswagen verdient dieses Titel. Ich will unbedingt auch diese Wertung für Volkswagen gewinnen", so die Kampfansage von Ogier. "Für Volkswagen ist das sehr wichtig. Wir hätten zum Saisonstart niemals gedacht, dass wir in einer solchen Situation sein könnten. Jetzt sind wir aber in dieser Ausgangslage - jetzt wollen wir auch beide Titel gewinnen", stimmt Capito zu.

"Wenn man mit über 40 Punkten Vorsprung nach Frankreich kommt, dann kann man Sebastien freie Fahrt geben. Wenn der Abstand geringer wäre, dann müssten wir ihm wohl ins Gewissen reden. Aber so kann er Gas geben. Das wird ihn freuen", sagt der Volkswagen Motorsportchef. "Ganz einfach: Wir gehen in Frankreich auf Sieg - nichts anderes", stellt Ogier sofort klar. "Jetzt habe ich gerade etwas Frust, aber das legt sich schnell. Dann habe ich das nächste Ziel vor Augen: Frankreich. Der Wettstreit mit Dani Sordo und Thierry Neuville, die beide schnell sind, und natürlich gegen Sebastien Loeb, der zurückkehrt, wird bestimmt interessant. Loeb wird sicherlich gut dabei sein."

Fotoquelle: xpbimages.com

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